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Thema: Hashimoto durch Zufall entdeckt, beschwerdefrei - und jetzt?

  1. #1
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    Frage Hashimoto durch Zufall entdeckt, beschwerdefrei - und jetzt?

    Da ich neu hier bin, erstmal ein freundliches "Hallo" an alle und einen herzlichen Dank schon einmal Vorab an jeden, der sich die Mühe macht, meinen Beitrag zu lesen + ggf zu kommentieren

    Zu mir: 32 Jahre alt und weiblich, nehme kein Thyroxin, noch nie eingenommen.
    Absolut beschwerdefrei (bin fast nie krank, meine körperliche Fitness und psychische Gesundheit würde ich als gut einstufen, Verdauung funktioniert und Zyklus wie im Bilderbuch) und sporadisch überprüfte TSH-Werte waren die letzten Jahre immer unter 2,5 mlU/I. Ich nehme schon seit Jahren kein jodiertes Speisesalz mehr zu mir, und an Nahrungsergänzungsmitteln Selen, Folsäure (jodfrei) und ein Vitamin-B-Komplex. Gelegentlich auch Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren. Ernährung ansonsten ganz normal.

    Ich bin von meinem Hausarzt nun zur Abklärung evtl Erkrankungen der Schilddrüse an eine nuklearmedizinische Praxis überwiesen worden. Beschwerden habe ich wie gesagt keine, mir geht es gut. Hatte nur erwähnt, dass meine Schwester und Mutter an einer Hypothyreose leiden und da bei mir ein Kinderwunsch besteht, wollte der Hausarzt gerne abgeklärt haben, dass bei mir alles in Ordnung ist.
    Anfang Juni war ich dann beim Nuklearmediziner. Erste Aussagen dort waren, Sonographie und Szintigraphie auf den ersten Blick alles okay, nichts auffällig, bis auf ein paar kleine Knötchen links.

    Die Ergebnisse der Blutuntersuchung sahen dann leider nicht so gut aus, da ein Antikörperwert stark erhöht ist.

    ---

    Die Werte:
    FT4 0,8ng/dl (0,62-1,28 ng/dl) - 27,27%
    FT3 3,37 pg/ml (2,3 - 4,1 pg/ml) - 59,44%
    TSH (basal) 1,42 mlU/I (0,33 - 3,5 mlU/I)
    Mikrosomale AK 0,9 IU/ml (< 9,0 IU/ml)
    TAk 738 (!!) U/ml (< 115 U/ml)

    Sonographie: Das Volumen beträgt rechts 8,0ml und links 7,4ml. Links zentral 3x4x3 mm messend ein echoarmer Herd und links dorsocaudal mit einem Durchmesser von 2mm ein ebensolcher Herd.

    Szintigraphie: Nach i.v. Injektion von 70MBq Tc-99m Pertechnetat ist die Indikatorfixation volumenproportional homogen. Der Tc-uptake beträgt 1,94%.

    Befund: Normal große, links knotige Schilddrüse ohne Autonomiehinweis, es findet sich eine hochfloride Immunthyreopathie.
    Die sonographisch beschriebenen Herde sind funktionell nicht abgrenzbar. Die Stoffwechsellage ist euthyreot.

    ---

    Darunter stand dann noch die Empfehlung, bei bestehendem Kinderwunsch eventuell eine Therapie mit niedrig dosiertem L-Thyroxin (50) in Betracht zu ziehen und dass es ausreichend sein dürfte, die Schilddrüsensituation in einem Jahr noch einmal zu überprüfen.

    ---


    Bam, das hat gesessen. Ich gehe also (so weit ich das beurteilen konnte) absolut gesund und beschwerdefrei hin, und mit dem Befund in der Hand bin ich also nun plötzlich krank - unheilbar.
    Und in dem Befund steht kein Wort zu dem stark erhöhten Antikörperwert und zur "hochfloriden Immunthyreopathie“…….

    Ich war ehrlich gesagt noch nicht bei meinem Hausarzt, um die Ergebnisse zu besprechen, weil das einfach gesessen hat und ich das für mich erstmal klar bekommen muss.
    Außerdem wollte ich mich vorher über das Thema selbst etwas informieren.

    Meine Fragen an Euch:
    - Würde L-Thyroxin die Zerstörung der Schilddrüse verlangsamen bzw aufhalten?
    - Welche Autoimmunerkrankung habe ich denn nun genau (> vgl. Befund, da war nicht von Hashimoto die Rede, nur von Immunthyreopathie)
    - Ist es aufgrund des Befundes zweifelsfrei feststellbar, dass ich tatsächlich krank bin oder kann ein Antikörperwert auch einmal zeitweise und „grundlos“ erhöht sein?
    - Ist mein Zustand eher temporär oder chronisch?
    - Ich war die Woche vor der Blutabnahme am Meer und habe viel Fisch + Meeresfrüchte gegessen (also eher jodhaltige Sachen) - kann das den Befund auch bewirkt haben? Sind die Werte evtl gar verfälscht?
    - Hätte ich nicht die letzten Jahre mal etwas merken müssen an Beschwerden?
    - Wieso habe ich immer noch eine normal große Schildrüse, hätte die nicht kleiner sein müssen bei unentdecktem Hashimoto?
    - Kann es sein, dass ich die Erkrankung erst seit Kurzem habe? Wenn ja, wodurch kann das ausgelöst werden?

    Mein Problem ist - und bitte macht mich dafür jetzt nicht fertig - ich will einfach keine Hormone zu mir nehmen. Habe da eine irre Abneigung gegen. Ich habe auch bevor ich die Ergebnisse hatte schon gesagt, dass ich kein Thyroxin nehmen werde, nur um den TSH ein bisschen für den KiWu zu optimieren. Wenn ich nun eine krasse Unterfunktion gehabt hätte, sähe das anders aus, aber nicht, um nur ein bisschen schneller schwanger zu werden.

    Die Sache mit der Autoimmunerkrankung ist nun eine ganz andere, neue Baustelle, mit der ich nicht gerechnet hätte und ich weiß nun wirklich nicht, wie ich mich verhalten soll und was ich tun soll. Hormone mag ich nicht nehmen, aber wenn das nun zwangsweise bedeutet, dass ich in einem Jahr keine Schilddrüse mehr habe, naja, dann vielleicht doch lieber? Wie würdet Ihr vorgehen?
    Ist es fahrlässig, erstmal abzuwarten und gar nichts zu machen, und die Schilddrüse in einem Jahr nochmal kontrollieren zu lassen (das wäre das, was ich nämlich am liebsten machen würde) - nichts.

    Zumal ich, wenn es nach mir gegangen wäre, diese Untersuchung eigentlich gar nicht hätte haben wollen. Ich wollte möglichst unbeschwert in die KiWu-Zeit starten...das einzige, was mich interessiert hätte, wäre gewesen, ob mein TSH im Rahmen ist. Bin dann der Empfehlung des Hausarztes doch gefolgt, weil ich dachte, es wird schon nichts sein....tja, falsch gedacht

    Sorry für den ellenlangen Text....am liebsten wäre ja, mich könnte jemand beruhigen und mir sagen, dass das alles ein Riesenmissverständnis ist und ich eigentlich doch gesund bin

  2. #2
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    Standard AW: Hashimoto durch Zufall entdeckt, beschwerdefrei - und jetzt?

    Ist es fahrlässig, erstmal abzuwarten und gar nichts zu machen, und die Schilddrüse in einem Jahr nochmal kontrollieren zu lassen (das wäre das, was ich nämlich am liebsten machen würde) - nichts.
    Nein, das ist nicht fahrlässig. Solange es Dir gut geht, gibt es keinen Grund Hormone zu nehmen. Vorallem bei dem guten TSH! Überhaupt, würden Dir die wenigsten Ärzte damit Hormone verschreiben, da müsste der TSH zumindest über dem Referenzbereich liegen. Und vorallem müsstest Du auch Symptome haben.
    Bei einer Schwangerschaft kann die Sache anders aussehen, wenn auch das Baby Hormone braucht, aber bis dahin, kannst Du abwarten. -> Und genau das steht auch in Deinem Befund!
    Es ist überhaupt nicht gesagt, dass sich die Schilddrüse sehr schnell zerstört, und Du in absehbarer Zeit Hormone bräuchtest.
    Also würde ich mich an Deiner Stelle erstmal wieder etwas entspannen, und es auf mich zukommen lassen was wann und überhaupt auf mich zukommt.
    Wenn Du tatsächlich Symptome bekommst, ist es früh genug dann etwas dagegen zu tun und wenn diese Dich wirklich stören, wirst Du vermutlich auch nicht mehr lange überlegen, dass Du keine Hormone nehmen wolltest.
    LG

  3. #3
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    Standard AW: Hashimoto durch Zufall entdeckt, beschwerdefrei - und jetzt?

    Danke Dir vielmals für Deine Einschätzung
    Zitat Zitat von Amarillis Beitrag anzeigen
    Nein, das ist nicht fahrlässig. Solange es Dir gut geht, gibt es keinen Grund Hormone zu nehmen. Vorallem bei dem guten TSH! Überhaupt, würden Dir die wenigsten Ärzte damit Hormone verschreiben, da müsste der TSH zumindest über dem Referenzbereich liegen. Und vorallem müsstest Du auch Symptome haben.
    Mh, ich schätze meinen Hausarzt (bin noch nicht soo lange bei ihm) ehrlich gesagt so ein, dass er umgehend der Empfehlung der Nuklearmedizinerin folgen wollen würde und mich wie ein Auto ansehen wird, wenn ich ihm sage, dass ich kein L-Thyroxin nehmen mag. Er fand es schon merkwürdig, dass ich gar nicht zu der Nuklearmedizinerin hätte gehen wollen. Aber vielleicht muss ich da durch / drüber stehen, und vielleicht täusche ich mich auch.

    Bei einer Schwangerschaft kann die Sache anders aussehen, wenn auch das Baby Hormone braucht, aber bis dahin, kannst Du abwarten. -> Und genau das steht auch in Deinem Befund!
    Okay . Im Falle einer Schwangerschaft, müsste ich wohl dann beim Gyn ansprechen, dass es einen Verdacht auf Hashimoto (oder eine sonstige Autoimmunerkrankung der Schilddrüse...) gibt. Überprüft er das dann, ob dann Hormone nötig sind? Oder der Hausarzt? Oder werde ich wieder zur Nuk überwiesen?
    Muss man das dann ohne Not engmaschig überprüfen, oder reicht es, zu beobachten, wie es mir geht und bei Bedarf deswegen zum Gyn zu gehen?

    Wenn diese Sache nicht gewesen wäre, hätte ich mir nämlich auch vorstellen können, mich lediglich von einer Hebamme betreuen zu lassen (wenn ich denn dann eine finde.....) und nur zu den paar US-Terminen zum Gyn zu gehen...sprich...ich hätte es eigentlich wirklich gerne so wenig "medizinisch" und auf den Körper vertrauend / entspannt wie möglich gehabt

    Also würde ich mich an Deiner Stelle erstmal wieder etwas entspannen, und es auf mich zukommen lassen was wann und überhaupt auf mich zukommt.
    Wenn Du tatsächlich Symptome bekommst, ist es früh genug dann etwas dagegen zu tun und wenn diese Dich wirklich stören, wirst Du vermutlich auch nicht mehr lange überlegen, dass Du keine Hormone nehmen wolltest.
    Okay...das hilft mir wirklich sehr weiter.
    Vielen Dank nochmal!

    LG

  4. #4
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    Standard AW: Hashimoto durch Zufall entdeckt, beschwerdefrei - und jetzt?

    Ich würde schon das rundherum machen, also Vitamin D, B12, Ferritin usw checken und auffüllen, herausfinden ob Nahrungsmittelunverträglichkeiten bestehen und die Ernährung entsprechend anpassen.

    LG Samia

  5. #5
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    Standard AW: Hashimoto durch Zufall entdeckt, beschwerdefrei - und jetzt?

    Zitat Zitat von Soulbird Beitrag anzeigen
    - Ich war die Woche vor der Blutabnahme am Meer und habe viel Fisch + Meeresfrüchte gegessen (also eher jodhaltige Sachen) - kann das den Befund auch bewirkt haben? Sind die Werte evtl gar verfälscht?
    Es ist denkbar, dass deine Schilddrüse dadurch etwas mehr Hormone produziert hat und fT3 und fT4 ansonsten noch ein wenig niedriger wären und TSH vielleicht etwas höher. Es ist auch möglich, dass die Antikörper durch Jod ansteigen, aber ich weiß nicht, wie schnell das geht.

    Mein Problem ist - und bitte macht mich dafür jetzt nicht fertig - ich will einfach keine Hormone zu mir nehmen. Habe da eine irre Abneigung gegen. Ich habe auch bevor ich die Ergebnisse hatte schon gesagt, dass ich kein Thyroxin nehmen werde, nur um den TSH ein bisschen für den KiWu zu optimieren. Wenn ich nun eine krasse Unterfunktion gehabt hätte, sähe das anders aus, aber nicht, um nur ein bisschen schneller schwanger zu werden.
    Es geht nicht um TSH-Kosmetik, dein Wert sieht eh nicht schlecht aus und zudem schwankt der Wert auch mal. Aber in der Schwangerschaft steigt der Hormonbedarf, und eine Hashimoto-Schilddrüse kommt da nicht unbedingt mit, was Fehlgeburten begünstigen kann. Deshalb solltest du engmaschig dran bleiben und besonders (das jetzt schon eher niedrige) fT4 beobachten, spätestens sobald du schwanger bist.

    Woher kommt die pauschale Ablehnung von Hormonen? Wegen der negativen Berichte über die Hormonersatztherapie in den Wechseljahren, Hormonfleisch ...? Das sind andere Baustellen.

    Thyroxin ist naturidentisch, man ersetzt damit nur, was dem Körper fehlt oder knapp ist.

    Du könntest auch mit Thyroxin anfangen und nach der Stillzeit versuchshalber ausschleichen.
    Geändert von Irene Gronegger (12.07.17 um 16:03 Uhr)

  6. #6
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    Standard AW: Hashimoto durch Zufall entdeckt, beschwerdefrei - und jetzt?

    Mh, ich schätze meinen Hausarzt (bin noch nicht soo lange bei ihm) ehrlich gesagt so ein, dass er umgehend der Empfehlung der Nuklearmedizinerin folgen wollen würde und mich wie ein Auto ansehen wird, wenn ich ihm sage, dass ich kein L- Thyroxin nehmen mag.
    Wenn er das tut, bekommst Du keine Hormone, denn im Bericht steht davon nichts drin, außer eben den Passus zur Schwangerschaft, und da steht "eventuell"... Normalerweise hätte unten drunter gestanden, dass eine Hormonsubstitution empfohlen wird mit der und der Dosis und Kontrolle in soundsoviel Wochen. Steht da aber alles nicht. Eben weil Deine Werte im Moment noch gut sind.

    Wenn diese Sache nicht gewesen wäre, hätte ich mir nämlich auch vorstellen können, mich lediglich von einer Hebamme betreuen zu lassen (wenn ich denn dann eine finde.....) und nur zu den paar US-Terminen zum Gyn zu gehen...sprich...ich hätte es eigentlich wirklich gerne so wenig "medizinisch" und auf den Körper vertrauend / entspannt wie möglich gehabt
    Gehe doch nicht vom schlimmsten Fall aus! Wer sagt, dass das nicht möglich sein wird?
    Wie schon geschrieben steht nirgends, wie schnell sich eine Hashi-Schilddrüse verabschieden muss und ob überhaupt. Genauso wenig, ob jemand jemals Hormone zusätzlich braucht oder nicht! Warte doch jetzt einfach mal ab.
    Dir braucht es jetzt nicht schlechter gehen als vor der Diagnose, denn vorher ging es Dir gut!

    Im Falle einer Schwangerschaft, müsste ich wohl dann beim Gyn ansprechen, dass es einen Verdacht auf Hashimoto (oder eine sonstige Autoimmunerkrankung der Schilddrüse...) gibt. Überprüft er das dann, ob dann Hormone nötig sind? Oder der Hausarzt? Oder werde ich wieder zur Nuk überwiesen?
    Muss man das dann ohne Not engmaschig überprüfen, oder reicht es, zu beobachten, wie es mir geht und bei Bedarf deswegen zum Gyn zu gehen?
    Im Falle einer Schwangerschaft musst Du sowieso regelmäßig zur BE gehen, schon unabhängig von irgendwelchen Schilddrüsenwerten. Du solltest es dann ansprechen und diese Werte müssen dann mit gemacht werden. Dann siehst Du recht schnell, ob ein zusätzlicher Bedarf besteht. Und mit Hashi sind das meistens Kontrollen in 2-wöchigem Abstand. Ich habe keine Ahnung ob nicht sowieso, so engmaschige BEs gemacht werden.
    Bis dahin reicht es wenn Du Dein Befinden beobachtest und die angeratene Kontrolle in einem Jahr machst; natürlich früher wenn Symptome auftauchen.
    LG

  7. #7
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    Standard AW: Hashimoto durch Zufall entdeckt, beschwerdefrei - und jetzt?

    Zitat Zitat von Amarillis Beitrag anzeigen
    Und mit Hashi sind das meistens Kontrollen in 2-wöchigem Abstand. Ich habe keine Ahnung ob nicht sowieso, so engmaschige BEs gemacht werden.
    Von selbst passiert das wohl kaum. Es gibt Endokrinologen, die bei Schwangeren mit Hashimoto von sich aus nur einmal im Quartal kontrollieren. Da muss man schon selbst dahinter sein.

  8. #8
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    Standard AW: Hashimoto durch Zufall entdeckt, beschwerdefrei - und jetzt?

    Hochflorierend kann auch bedeuten, dass du im Moment noch genug Hormone im Blut hast und die Beschwerden mit Abklingen der Entzündung kommen... Man kann den Verlauf von HT beeinflussen indem man, so die Theorie, auf Jodsalz und jodiertes verzichtet und evt. Selen nimmt. Es gibt dazu eine Doktorarbeit von Dr. Tom Wuchter.

  9. #9
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    Standard AW: Hashimoto durch Zufall entdeckt, beschwerdefrei - und jetzt?

    Zitat Zitat von Soulbird Beitrag anzeigen

    Meine Fragen an Euch:
    - Würde L-Thyroxin die Zerstörung der Schilddrüse verlangsamen bzw aufhalten?
    Also, bei MIR hat das LT die Zerstörung definitiv beschleunigt (war auch ein Zufallsbefund). Ich startete mit erhöhten Antikörpern und normalem Gewebe mit normaler Größe (irgendwas um 20 ml). Nach einem Jahr mit LT war der Lochfraß da und das Volumen um fast die Hälfte runter (gemessen beim selben Arzt).
    Laut Endo ist es möglich, dass die Zerstörung irgendwann stoppt. Aber selbst wenn Du beim jetztigen Volumen bleibst, heißt das noch lange nicht, dass das Gewebe Hormone produziert. Im Moment tut es das noch.

    - Welche Autoimmunerkrankung habe ich denn nun genau (> vgl. Befund, da war nicht von Hashimoto die Rede, nur von Immunthyreopathie)
    Es ist Hashimoto.
    Immunthyreopathie könnte theoretisch auch Basedow bedeuten, aber das können wir bei Deinen Werten wohl ausschließen.

    - Ist es aufgrund des Befundes zweifelsfrei feststellbar, dass ich tatsächlich krank bin oder kann ein Antikörperwert auch einmal zeitweise und „grundlos“ erhöht sein?
    Eher nicht - aber kannst ja nochmal in ein Laborlexikon schauen. Oder nochmal von vorne anfangen und eine Zweitmeinung einholen. Außerdem ist ja scheinabar das Gewebe schon umgebaut worden, zumindest in Teilen.

    In DIESER Höhe würde ich mich mit dem Gedanken an die Diagnose anfreunden.

    - Ist mein Zustand eher temporär oder chronisch?
    Autoimmunerkrankungen sind immer chronisch. Bestenfalls kann es einen Stillstand geben.

    - Ich war die Woche vor der Blutabnahme am Meer und habe viel Fisch + Meeresfrüchte gegessen (also eher jodhaltige Sachen) - kann das den Befund auch bewirkt haben? Sind die Werte evtl gar verfälscht?
    Nicht die Antikörper... erst recht nicht in dieser Höhe... Da wird was im Busch sein...

    - Hätte ich nicht die letzten Jahre mal etwas merken müssen an Beschwerden?
    Nö, ich wurde auch per Zufall überrascht, war voll leistungsfähig... Bei mir war Hashi noch nicht mal in der Familie bekannt. Aber anscheinend habe ich es von meiner Mutter geerbt, die allerdings nie beim Arzt war deshalb gabs keine Diagnose bei ihr.

    - Wieso habe ich immer noch eine normal große Schildrüse, hätte die nicht kleiner sein müssen bei unentdecktem Hashimoto?
    Irgendwann fängt die Krankheit an Die wird schon noch kleiner werden.

    - Kann es sein, dass ich die Erkrankung erst seit Kurzem habe? Wenn ja, wodurch kann das ausgelöst werden?
    Die Anlage ist angeboren.

    Wann es "ausgebrochen" ist, kann wohl niemand sagen. Stress kann ein Faktor sein, Jodexzess, Hormonschwankungen (Pille, Schwangerschaft, Pubertät, Wechseljahre) - alles, was aufs Hormonsytem geht oder das Immunsystem triggert. Im Gespräch sind auch bestimmte Virusinfektionen.


    Mein Problem ist - und bitte macht mich dafür jetzt nicht fertig - ich will einfach keine Hormone zu mir nehmen. Habe da eine irre Abneigung gegen. Ich habe auch bevor ich die Ergebnisse hatte schon gesagt, dass ich kein Thyroxin nehmen werde, nur um den TSH ein bisschen für den KiWu zu optimieren. Wenn ich nun eine krasse Unterfunktion gehabt hätte, sähe das anders aus, aber nicht, um nur ein bisschen schneller schwanger zu werden.

    Die Sache mit der Autoimmunerkrankung ist nun eine ganz andere, neue Baustelle, mit der ich nicht gerechnet hätte und ich weiß nun wirklich nicht, wie ich mich verhalten soll und was ich tun soll. Hormone mag ich nicht nehmen, aber wenn das nun zwangsweise bedeutet, dass ich in einem Jahr keine Schilddrüse mehr habe, naja, dann vielleicht doch lieber? Wie würdet Ihr vorgehen?
    Ist es fahrlässig, erstmal abzuwarten und gar nichts zu machen, und die Schilddrüse in einem Jahr nochmal kontrollieren zu lassen (das wäre das, was ich nämlich am liebsten machen würde) - nichts.

    Zumal ich, wenn es nach mir gegangen wäre, diese Untersuchung eigentlich gar nicht hätte haben wollen. Ich wollte möglichst unbeschwert in die KiWu-Zeit starten...das einzige, was mich interessiert hätte, wäre gewesen, ob mein TSH im Rahmen ist. Bin dann der Empfehlung des Hausarztes doch gefolgt, weil ich dachte, es wird schon nichts sein....tja, falsch gedacht

    Sorry für den ellenlangen Text....am liebsten wäre ja, mich könnte jemand beruhigen und mir sagen, dass das alles ein Riesenmissverständnis ist und ich eigentlich doch gesund bin
    Dann hol doch noch eine Zweitmeinung ein

    Zum Kinderwunsch kann ich Null beisteuern, nur dass Fehlgeburten - wie mir mein Umfeld berichtet - auch nicht so toll sind

    Ohne die Kinderwunschgeschichte würde ich mit normalen Werten und ohne Beschwerden nur die Sache im Auge behalten und NOCH keine Hormone nehmen.

    Edit: Was mir noch wichtig ist: Wenn Deine Mutter + Schwester die Hypothyeose durch Hashi haben, liegt Dein Erkrankungsrisiko - irgendwann im Laufe Deines Lebens - als Frau bei fast 100 % (ich glaube, im Gespräch sind 80 % bezogen auf Töchter UND Söhne; bloß Frauen machen natürlich mehr Hormonschwankungen mit als Jungs, daher sind Mädels ganz vorne dabei).
    Du hast nichts falsch gemacht. Ich finde es schade, dass man Dich von Seiten der Familie - wenn autoimmunbedingt - nicht darauf vorbereitet hat.
    Geändert von Gummibaum (13.07.17 um 01:20 Uhr)

  10. #10
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    Standard AW: Hashimoto durch Zufall entdeckt, beschwerdefrei - und jetzt?

    Zitat Zitat von Samia Beitrag anzeigen
    Ich würde schon das rundherum machen, also Vitamin D, B12, Ferritin usw checken und auffüllen, herausfinden ob Nahrungsmittelunverträglichkeiten bestehen und die Ernährung entsprechend anpassen.

    LG Samia
    Schliesse mich Samia an, es sollten alle Werte gecheckt werden.

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