Liebe Basedow-Mitbetroffene
Bei mir wurde die Diagnose Morbus Basedow im Mai dieses Jahres gestellt. Da ich gerade ein Jahr in Spanien verbringe, muss ich in der Behandlung Blutentnahmen und Abklärungen in beiden Ländern unter einen Hut bringen. Dabei wurde ich bereits mit den Tücken konfrontiert, die auch viele von Euch beschreiben: beispielsweise Ärzte, die überzeugt sind, sich mit Morbus Basedow auszukennen, jedoch mit ihren Verordnungen falsch liegen. Der Arzt in Spanien, welcher Schilddrüsen-Übertfunktionen als sein "tägliches Brot" bezeichnet (er ist allerdings kein Endokrinologe), hat mir nach der ersten Kontroll-Blutentnahme versichert, ich könne die Medikamente nun so weiternehmen und müsse frühestens im September wieder eine Blutentnahme machen. Der Endokrinologe in der Schweiz, den ich telefonisch konsultiert habe, meinte hingegen, ich könne die Dosis nun sofort halbieren und müsse in sechs Wochen wieder eine Kontrolle planen... Es scheint mir ausserdem, als ob viele ÄrztInnen die Behandlung von Über- und Unterfunktion in einen Topf werfen würden.
Dazu kommen verschiedene Haltungen bezüglich Ernährung: Mein Endokrinologe meint, ich solle einfach Jodsalz meiden, alles andere spiele überhaupt keine Rolle. Andernorts lese ich dazu ganz andere Ratschläge. Ich versuche, mich nicht verunsichern zu lassen, möhte mich aber auch gerne gründlich informieren, damit ich meine Entscheidungen treffen kann.
Nun zu meinem Anliegen: Im sehr hilfreichen Einführungsbeitrag von panna (danke!) habe ich gelesen, dass die Medikation nach dem freien T3 und T4 richtet, nicht nach dem TSH. Der Endokrinologe meint nun, ich solle die Medikation aufgrund des tiefen TSH's noch nicht weiter reduzieren, obwohl T3 und T4 sich langsam dem unteren Normalbereich annähern. Das verunsichert mich ein wenig.
Meine Werte:
10.5.2012 Blutentnahme in der Schweiz
T3 frei 21.0 pmol/l
T4 frei 34 pmol/l
TSH tiefer als 0.01 mU/l
TRAK positiv (genauen Wert kenne ich nicht)
Behandlung mit Neo-Mercazole (Carbimazol) 5mg Tbl. 2 - 2 - pro Tag
8.6.2012 Blutentnahme in Spanien, andere Masseinheiten, siehe Referenzbereich!
T3 frei 4.18 pg/mL (2.30-4.20 Normbereich)
T4 frei 1.15ng/dL (0.89-1.80 Normbereich)
TSH tiefer als 0.01 mU/l
Nach Telefonat mit dem Endokrinologen eine Woche später auf Carbimazol 5mg 1 - 1 - pro Tag reduziert
17.7.2012 Blutentnahme in der Schweiz
T3 frei 3.15 pmol/l
T4 frei 11.5 pmol/l
TSH 0.05 mU/l
Behandlung weitere vier Wochen mit Carbimazol 5mg 1 - 1 - pro Tag, dann nächste Blutentnahme. Der Endokrinologe möchte eigentlich weiter reduzieren, behält die Dosierung aber wie er sagt wegen dem niedrigen TSH weitere vier Wochen bei.
Vom Befinden her geht es mir recht gut, ich zittere nicht mehr, nur noch bei Aufregung, und auch mein Puls hat sich beruhigt. Mein Darm ist noch etwas in Aufruhr, und meine Augen sind etwas trockener und gereizter als vorher, nicht schlimm und nicht sichtbar. Ich benütze Weleda Eufrasia Tropfen. Ich meide seit der Diagnose Kaffee und Schwarztee, esse wenig Fisch und so wenig wie möglich Meeresfrüchte, das ist in Spanien etwas schwieriger als in der Schweiz, und meide jodiertes Salz, wo ich kann. Etwas zugenommen habe ich leider auch, doch damit lässt sichs leben.
Natürlich wünsche ich mir sehnlich, in Zukunft einen Rückfall und damit eine Operation oder Radio Jod Therapie vermeiden zu können. Auch einer endokrine Orbithopathie hoffe ich zu entgehen. Ich versuche deshalb, viele Omega3 Fettsäuren und Antioxidanzien einzunehmen. Auch das Thema Stress, Psychohygiene und "Grenzen setzen" versuche ich für mich zu bearbeiten. Kann ich sonst noch etwas tun?
Ich würde mich über Euren Rat freuen!
Vielen Dank und herzliche Grüsse
Annemadeleine

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