Die Werte morgens nach 24-St-Karenz abzunehmen ist absolut vernünftig, weil nur diese eine gute Basis zur Beurteilung des Werteverlaufs erlauben, jenseits von Hormonspitzen und so.
Auf der anderen Seite geht dadurch das Gefühl dafür, was man unter LT-Einnahme wirklich im Blut hat, leicht verloren. Bei Empfehlungen zur Steigerung bei vermeintlich niedrigen Werten sollte also immer bedacht werden, dass sie nicht die tatsächliche Versorgungslage wiedergeben.
Dazu die Illustration am lebenden Objekt, ein Mitglied hier, dem 3 Tage lang im Krankenhaus zur immer gleichen Tageszeit 3 Male täglich unter Einnahme von LT abgezapft wurde. Sie war einverstanden mit der Veröffentlichung der Werte und sollte sie doch Lust bekommen, schreibt sie was dazu ;-)
Die tägliche Einnahme von 125 LT gestaltet sich wie folgt: 125 LT nachts zwischen 1-2 Uhr + 10 LT morgens gegen 6 Uhr
Die Nüchternwerte bei Einlieferung um 0:30 Uhr vor LT-Einnahme:
FT4 1,2 (0,9-1,7)
FT3 2,8 (2,0-4,4)
TSH 0,51 (0,27-2,50)
Werteverlauf 3 Messungen während 3 Tage nicht-nüchtern, unter obigem Einnahmemodus:
____________ fT4_____________fT3_______________TSH____
Tage_____1.___2.___3*.______1.___2.___3*._____1.__ _2.___3*.__
6 Uhr____1,4__1,6__1,7_____3,1__3,0__3,8______0,2__0,2__0,3__
10 Uhr___1,5__1,3__1,6_____3,2__2,8__3,7______0,1__0,1__0,08__
17 Uhr___1,1__1,2__1,5_____2,8__3,1__3,4______0,3__0,2__0,1__
* am dritten Tag gegen 4 Uhr nachts eine Ibu, mögl. Einfluss auf freie Werte am 3. Tag?
Was für mich daraus ersichtlich ist:
Die freien Werte um 6 und 10 Uhr, nach Einnahme um 1-2 Uhr bzw. 6 Uhr, sind am höchsten. Auch der niedrigste unter ihnen höher als der Nüchternwert. Würde sie alles morgens einnehmen, könnten sie noch ein wenig höher sein, die Hormonspitze ist wohl mehr oder weniger überschritten.
fT3 ist nicht ganz, aber beinahe durchgehend über 3, im Gegensatz zum Nüchternwert.
Erst die Nachmittagswerte nähern sich den Nüchternwerten an - was mal wieder für retardisierte Hormonpräparate spricht.

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