+ Antworten
Seite 1 von 25 123411 ... LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 243

Thema: Nüchternwerte vs. was man wirklich im Blut hat

  1. #1
    Benutzer mit vielen Beiträgen
    Registriert seit
    11.07.06
    Beiträge
    24.570

    Standard Nüchternwerte vs. was man wirklich im Blut hat

    Die Werte morgens nach 24-St-Karenz abzunehmen ist absolut vernünftig, weil nur diese eine gute Basis zur Beurteilung des Werteverlaufs erlauben, jenseits von Hormonspitzen und so.
    Auf der anderen Seite geht dadurch das Gefühl dafür, was man unter LT-Einnahme wirklich im Blut hat, leicht verloren. Bei Empfehlungen zur Steigerung bei vermeintlich niedrigen Werten sollte also immer bedacht werden, dass sie nicht die tatsächliche Versorgungslage wiedergeben.

    Dazu die Illustration am lebenden Objekt, ein Mitglied hier, dem 3 Tage lang im Krankenhaus zur immer gleichen Tageszeit 3 Male täglich unter Einnahme von LT abgezapft wurde. Sie war einverstanden mit der Veröffentlichung der Werte und sollte sie doch Lust bekommen, schreibt sie was dazu ;-)

    Die tägliche Einnahme von 125 LT gestaltet sich wie folgt: 125 LT nachts zwischen 1-2 Uhr + 10 LT morgens gegen 6 Uhr

    Die Nüchternwerte bei Einlieferung um 0:30 Uhr vor LT-Einnahme:

    FT4 1,2 (0,9-1,7)
    FT3 2,8 (2,0-4,4)
    TSH 0,51 (0,27-2,50)


    Werteverlauf 3 Messungen während 3 Tage nicht-nüchtern, unter obigem Einnahmemodus:


    ____________ fT4_____________fT3_______________TSH____

    Tage_____1.___2.___3*.______1.___2.___3*._____1.__ _2.___3*.__

    6 Uhr____1,4__1,6__1,7_____3,1__3,0__3,8______0,2__0,2__0,3__

    10 Uhr___1,5__1,3__1,6_____3,2__2,8__3,7______0,1__0,1__0,08__

    17 Uhr___1,1__1,2__1,5_____2,8__3,1__3,4______0,3__0,2__0,1__



    * am dritten Tag gegen 4 Uhr nachts eine Ibu, mögl. Einfluss auf freie Werte am 3. Tag?


    Was für mich daraus ersichtlich ist:

    Die freien Werte um 6 und 10 Uhr, nach Einnahme um 1-2 Uhr bzw. 6 Uhr, sind am höchsten. Auch der niedrigste unter ihnen höher als der Nüchternwert. Würde sie alles morgens einnehmen, könnten sie noch ein wenig höher sein, die Hormonspitze ist wohl mehr oder weniger überschritten.

    fT3 ist nicht ganz, aber beinahe durchgehend über 3, im Gegensatz zum Nüchternwert.

    Erst die Nachmittagswerte nähern sich den Nüchternwerten an - was mal wieder für retardisierte Hormonpräparate spricht.
    Geändert von panna (25.05.12 um 13:06 Uhr)

  2. #2
    Benutzer mit vielen Beiträgen
    Registriert seit
    26.04.05
    Beiträge
    885

    Standard AW: Nüchternwerte vs. was man wirklich im Blut hat

    Interessant auch, dass der TSH-Wert innerhalb von nur 4 Stunden von 0,3 auf nur 0,08 abfallen kann. Wahrscheinlich eine Reaktion auf die hohen freien Werte. Eigentlich gleicht der TSH-Wert hier erstaunlich gut die Hormonschwankungen aus (gar nicht so träge wie man immer denkt).

    Danke für die Infos

    lg moritz

  3. #3
    Benutzer mit vielen Beiträgen
    Registriert seit
    24.03.12
    Beiträge
    612

    Standard AW: Nüchternwerte vs. was man wirklich im Blut hat

    Hallo Panna, Danke, sehr interessant.

  4. #4
    Benutzer mit vielen Beiträgen
    Registriert seit
    22.07.11
    Beiträge
    2.968

    Standard AW: Nüchternwerte vs. was man wirklich im Blut hat

    Ach ja, das ,,träge TSH " das sich so gar nicht oder nur langsam ändert.

  5. #5
    Benutzer mit vielen Beiträgen
    Registriert seit
    24.03.12
    Beiträge
    612

    Standard AW: Nüchternwerte vs. was man wirklich im Blut hat

    Interessant ist ja, ob das TSH einfach "im Nirwana" landet, oder ob der Regelkreis noch funktioniert, d.h. die Schilddrüse mehr produziert.

    Gibt es dazu eigentlich Untersuchungen, wie aktiv (teil)funktionale Schilddrüsen unter LT-Gabe sind?

  6. #6
    Benutzer mit vielen Beiträgen
    Registriert seit
    22.07.11
    Beiträge
    2.968

    Standard AW: Nüchternwerte vs. was man wirklich im Blut hat

    Die Quintessenz dieser sehr aufschlussreichen und einmaligen Geschichte dürfte sehr einfach .
    Ein hier öfter benannter Prof. hat mir mal empfohlen LT zu splitten.
    Wenn man die Hormonkurven von Gesunden zu Grund legt kann also die Empfehlung nur sein zu splitten.
    Ich mache das schon länger und mir geht es damit viel besser.

  7. #7
    Benutzer mit vielen Beiträgen
    Registriert seit
    22.07.11
    Beiträge
    2.968

    Standard AW: Nüchternwerte vs. was man wirklich im Blut hat

    Zitat Zitat von Karawanke Beitrag anzeigen
    Interessant ist ja, ob das TSH einfach "im Nirwana" landet, oder ob der Regelkreis noch funktioniert, d.h. die Schilddrüse mehr produziert.

    Gibt es dazu eigentlich Untersuchungen, wie aktiv (teil)funktionale Schilddrüsen unter LT-Gabe sind?
    Im vorliegenden Beispiel ist keine Schilddrüse on Bord .

  8. #8
    Benutzer mit vielen Beiträgen
    Registriert seit
    11.07.06
    Beiträge
    24.570

    Standard AW: Nüchternwerte vs. was man wirklich im Blut hat

    Wenn es sich nur langsam ändern täte, wie könnte es doch diese pulsatillen Ausschüttungen und dergleichen mehr geben - sowie die auffallende Parallele beim fT3-Peak in der Nacht zeitlich dicht nach dem TSH-Peak. - Auch sonnenklar und stimmig: der höchste TSH-Wert bei Nüchterneinnahme. All dies übrigens bei jemandem, der früher lange Zeit ein supprimiertes TSH hatte und glaubte, dass dies bei ihr "nun einmal so ist".

    Sei es wie es ist, mir ging es eigentlich gar nicht um das TSH sondern um die "Luft nach oben" bei den nüchtern abgenommenen freien Werten ... die vermeintlich Unterversorgten haben mehr im Blut als was ihre Nüchternwerte zeigen.

  9. #9
    Benutzer mit vielen Beiträgen
    Registriert seit
    22.07.11
    Beiträge
    2.968

    Standard AW: Nüchternwerte vs. was man wirklich im Blut hat

    Ich weiß das und bin für meine Experimente und Ansichten oft gescholten.

  10. #10
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von Xylo
    Registriert seit
    31.10.10
    Ort
    NRW
    Beiträge
    3.513

    Standard AW: Nüchternwerte vs. was man wirklich im Blut hat

    Zitat Zitat von mk177orange Beitrag anzeigen
    Ach ja, das ,,träge TSH " das sich so gar nicht oder nur langsam ändert.
    Ich glaube eher, dass das TSH nicht soooooo langsam ist, dass man das nicht zeitnah oder ereignisnah protokollieren kann, sondern dass es ein so extrem schnell umschlagender Wert ist, das man gar nicht weiß, auf welchen Reiz/welche Belastung das TSH gerade bei der Entnahme "erwischt" wurde.
    Wei sonst soll denn der Körper unter Normalbedingungen angepasst werden - beim Sport, beim Stress etc.
    Wenn das so lahm ginge, würde das ja nie klappen können.

+ Antworten

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein