Um den beobachteten Unterschied zwischen Asiaten und Kaukasiern
erklären zu können, wurden multiple Studien durchgeführt, mit der
Fragestellung, ob ethnische Sensitivitätsunterschiede in der
Gonadotropinsekretion bei der Suppression von Testosteron eine Rolle
spielen. Es fand sich bei den asiatischen Männern eine reduzierte FSH-
Sekretion im Gegensatz zu den Kaukasiern, obwohl die
Serumkonzentration von FSH bei den kaukasischen Männern im
Durchschnitt höher war. Die Hodenvolumina waren bei den Asiaten
kleiner ( Wang et al., 1985; Johnson et al., 1998), dadurch bedingt fand
sich auch eine reduzierte Anzahl von Sertolizellen und eine reduzierte
Spermienproduktion pro Tag ( Johnson et al., 1998). Diese
Unterschiede können entweder durch genetische oder umweltbedingte
Einflüsse auf den peripheren Testosteronmetabolismus bedingt sein.
Eine entscheidende Rolle scheint die vermehrte Aufnahme von
Phytoestrogen mit der asiatischen traditionellen Nahrung zu sein.
Dieses könnte die 5α- Reduktasespiegel oder die SHBG- Spiegel
beeinflussen und somit die biologische Effizienz der zirkulierenden
Androgene verändern(Ross et al., 1992; Lookingbill et al., 1997).