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Thema: Des Kämpfens müde...

  1. #1
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von Lunagirl
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    Standard Des Kämpfens müde...

    Ich glaube, ich habe jetzt nach jahrelanger Quälerei den Punkt erreicht, an dem nichts mehr geht. Letzte Woche musste ich mich schon wegen akuter Erschöpfung krankschreiben lassen; Montag bin ich wieder hingegangen und war danach völlig neben der Spur, fühlte mich sogar depressiv, und gab am Dienstag Morgen auf. Das Gespräch, dass ich zuvor mit der Juniorchefin führte (in dem ich versuchte, ihr zu schildern, was mit mir los ist, dass ich einfach nicht mehr kann), hat bestimmt noch schlimme Folgen. Aber ich bin jetzt diese Woche noch mal krankgeschrieben und soll mich morgen melden, ob es Montag wieder geht.

    Aber es geht mir immer noch sehr sehr schlecht. Den ganzen Sommer über baute sich das Gefühl schon auf, dass die Akkus fast leer sind, und ich denke, jetzt ist es soweit. War ja auch schon wieder genug dieses Jahr: Neben den Dauerdiagnosen Hashi, Hypophysenadenom, Endometriose und Zustand nach Ovar ex (nach Borderline-Tumor) kam im März eine schwere Gastritis, im Mai eine Divertikulitis mit Sigmoiditis auf 25 cm, und jetzt eine Borrelieninfektion (nehme z. Z. Doxy). Ich fühle mich einfach unwahrscheinlich geschwächt! Dazu die schlimmen Magen-Darm-Beschwerden, die mich täglich quälen und die jeden Arbeitstag zu einem harten Kampf werden lassen. Ich kann einfach nicht mehr!!! Es ist mir unmöglich, mein Unwohlsein am Arbeitsplatz zu verbergen, und meine Kollegen geben offen zu, dass ihnen das auf den Geist geht und dass sie kein Verständnis haben. Sie sagen, ich sei ja schließlich nicht todkrank, und schieben mich mehr oder weniger in die Hypochonderecke. Schließlich, so sagen sie, hätte ich als Single ja neben meinem Job keinerlei Verpflichtungen, so dass es ja wohl nicht sein könnte, dass ich überlastet sei. Selbst die Tatsache, dass ich dieses Jahr erst eine Woche Urlaub hatte und in dieser Woche auch noch ins Büro bestellt wurde, um etwas zu erledigen, was die anderen nicht konnten, zählt da nicht viel. Klar wird mir eine gewisse Urlaubsreife zugestanden, aber dass es soweit geht, dass ich jetzt krankgeschrieben bin, dafür fehlt eben doch das Verständnis.

    Und ich selber quäle mich so sehr mit Schuldgefühlen!!! Warum nur kann ich nicht dasselbe leisten wie andere? Wenn ich wenigstens irgendwelche sichtbaren Symptome hätte, dass einem die anderen glauben!! Meine Ärztin meint zwar, dass wohl im Moment auch durchaus noch ein Infekt zugrunde liegen könnte (möglicherweise auch verursacht durch die Borrelien), aber ich habe außer einem leichten Schnupfen keine sichtbaren Symptome. Ich fühle mich einfach nur entsetzlich krank, erschöpft, müde, ausgepowert, bin wackelig auf den Beinen, mir ist übel, mein Darm macht Probleme, ich schlafe schlecht, kann mich kaum konzentrieren, vergesse auf einmal Dinge, was mir sonst nie passiert ist - und seit Montag ist da auf einmal noch eine depressive Verstimmung und das Gefühl, alles nur wie durch einen Schleier wahrzunehmen.

    Ich weiß einfach nicht mehr, wie es weitergehen soll!!! Ich fühle mich dem Berufsleben einfach nicht mehr gewachsen. Andererseits bin ich als Alleinstehende auf einen Vollzeitjob angewiesen. Im Moment - so muss ich zugeben - ist mein größter Wunsch ein Lottogewinn, so dass ich in Rente gehen und mich endlich mal wieder erholen kann. Ich kann an fast nichts anderes mehr denken als an Erholung!

    Meine Ärztin meint übrigens, dass die Depressionen Folgen des Erschöpfungszustandes sind, und sie sieht keine Veranlassung, mir ADs zu verschreiben. Und ich merke ja auch selber, dass es mir in den Momenten, in denen ich mich körperlich besser fühle, auch psychisch besser geht.

    Erschöpfte Grüße,
    Lunagirl

  2. #2
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    Standard AW: Des Kämpfens müde...

    Hallo, (((((Lunagirl)))))!
    .
    Ich umärmele dich mal gaaaaanz fest und schick dir ein Trösterle!
    OH, wie gut kann ich dich verstehen- ich kämpf auch schon so lange und bin kurz vorm Zusammenklappen.

    Leider kann das die Umwelt nicht nachvollziehen, im Job glaubts niemand, weil man ja nicht aussieht wie das Leiden Christi- genau dasselbe wie bei dir!

    Mit dem Lottogewinn, na ja ist das so eine Sache. Weisst du doch: Der Teufel sch... immer auf den grössten Haufen.
    Vielleicht klappt es ja doch mal, ich finanziere auch jede Woche den Anderen den Gewinn in der stillen Hoffnung.

    LG Lisa

  3. #3
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    Standard AW: Des Kämpfens müde...

    Hallo Lunagirl. (fühldichganzfestgedrückt!!!)
    IOch kann dich so gut verstehen. So gings mir vor fast 3 Jahren. Und ich haben zwar Familie, aber außer Hashi und jede Menge Allergien keine weiteren schweren Krankheiten. Ich war damals nur wenig älter, als du jetzt.
    Bei mir lags neben dem vielen Stress (wir sind Selbständig, Kinder, Haushalt, viele Menschen die mir die Enrgie geraubt haben, mein allerliebster Papa todkrank...) allerdings auch daran, dass ich von Hashi nix wusste, und meine SD Medis eigenmächtig abgesetzt hatte und einen "naturheilkundlichen" Weg gehen wollte.
    Das war natürlich die totale Katastrophe. Ich kenn mich leider wertem. nicht aus, ob du in UF bist. Aber vielleicht zehrt alles zu sehr an dir (wenn man viel Sport macht braucht man ja auch mehr Medis)
    Ich habe damals Stress abgebaut, soweit es ging und Laif 900 (Johanniskraut) genommen. Und natürlich meine Medis wieder. Inzwischen hatte ich auch rausbekommen, dass ich Hashi habe. Auch ich konnte bei der Arbeit keinen Funken reduzieren und nicht zur Kur/krank geschrieben werden. Es hat fast ein Jahr gedauert, aber ich bin aus dem Tal wieder heraus, muss aber immer sehr aufmerksam mir gegenüber sein- sonst geht es wieder los. Bin längst nicht mehr so stressresistent, wie ich mal war.
    Was ich dir sagen möchte ist: nimm dir wenn es eben geht die Freiheit dich krank schreiben zu lassen, oder zur Kur zu fahren! Niemand hat etwas davon, wenn du noch lange Monate weiter so in den Seilen hängst. Ich würde gar nicht groß mit den Kollegen sprechen- es geht sie schlicht nichts an. Sprich mit deinem Arzt, was er tun kann und klär deine Chefin auf. Ihr dürfte auch daran gelegen sein, dass du bald wieder einsatzfähig bist, und nicht immer alle paar Tage ausfällst.
    Als Chefin weiß ich aus eigener Erfahrung, dass man niemals erfreut ist, wenn die Angestellten krank feiern. Bei uns ist es in dem kleinen Betrieb auch so, dass deren Arbeit dann voll an mir hängen bleibt.
    Wenn es gar nicht anders geht, kannst du dir ja längerfristig einen anderen Job suchen, aber denk zu allererst an deine Gesundheit. Die können dich ja nicht sofort `rausschmeißen. Hinterher machst du dich kaputt, und die geben dir einen Tritt in den Hintern, wenn gar nix mehr geht und suchen sich spätestens dann einen Ersatz.
    Wenn du dir vorher Zeit zum gesund werden nimmst, kannst du dann jedenfalls in einem guten Zustand eine neue Stelle suchen.
    LG
    Berns

  4. #4
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    Standard AW: Des Kämpfens müde...

    Hallo Lunagirl,

    auch von mir eine Umarmung!
    Auch ich kann dich gut verstehen. Mir geht es seit Tagen auch so, ich sitze meine Zeit im Büro quasi ab - quälenderweise. Ich muss mich zu allem zwingen, bin nur müde und überhaupt.
    Hab auch schon geschaut, ob ich nicht mal Urlaub einbauen kann - geht aber leider nicht.
    Aber ich hab auch das GEfühl, die Akkus sind einfach leer!
    Lass dich im Moment nicht so verrückt machen von den Kollegen. Konzentriere dich auf dich selbst und versuche, zu Kräften zu kommen.

    Ich wünsche dir viel Kraft - liebe Grüße
    Bärbel

  5. #5
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    Standard AW: Des Kämpfens müde...

    Vielen lieben Dank für euren Zuspruch - und auch Euch ganz viel Kraft, diese schwierigen Situationen zu meistern! Irgendwie tut es auch immer ganz gut, wenn man hört, dass man nicht alleine dasteht!

    Zitat Zitat von Lisa56
    Mit dem Lottogewinn, na ja ist das so eine Sache. Weisst du doch: Der Teufel sch... immer auf den grössten Haufen.
    Vielleicht klappt es ja doch mal, ich finanziere auch jede Woche den Anderen den Gewinn in der stillen Hoffnung.
    Das mit dem Misthaufen ist wohl leider wahr... Aber auch ich brauche irgendwie Woche für Woche die Hoffnung, dass es doch mal klappen könnte. Baut einen irgendwie immer etwas auf, diese Vorstellung!

    Zitat Zitat von berns
    Ich kenn mich leider wertem. nicht aus, ob du in UF bist.
    Nee, meine Werte sind eigentlich ganz okay. Vom TSH her sogar eher in Richtung ÜF, aber das liegt am Thybon. Und erstaunlicherweise sind, seit ich Thybon nehme, auch Vit. B12 und Ferritin in der Norm, was sonst immer katastrophal niedrig war. Von den Werten her sieht's bei mir gar nicht so schlecht aus. Abgesehen vom positiven Borrelientest natürlich.

    Zitat Zitat von berns
    Als Chefin weiß ich aus eigener Erfahrung, dass man niemals erfreut ist, wenn die Angestellten krank feiern. Bei uns ist es in dem kleinen Betrieb auch so, dass deren Arbeit dann voll an mir hängen bleibt.
    Das kann ich gut nachvollziehen. Bei uns ist es so, dass ich vieles mache, was die anderen nicht können, deswegen werde ich ja sogar im Urlaub behelligt. Meine Versuche, auch andere mehr in meinen Aufgabenbereich einzubinden, haben bisher nur begrenzten Erfolg gehabt... Dadurch entsteht natürlich ein Leistungsdruck, gegen den ich mich nur schwer abgrenzen kann.

    Zur Kur bin ich letztes Jahr erst gewesen, und ich war 2008 fast ein halbes Jahr krank. Danach Wiedereingliederung, und anfangs ging's auch. Dann wieder die ganzen oben beschriebenen Erkrankungen in diesem Jahr... Ich habe irgendwie das Gefühl, dass meine Kraft immer nur für einen begrenzten Zeitraum reicht, und dann kommt immer wieder der Zusammenbruch. Es ist so frustrierend!!

    LG, Lunagirl

  6. #6

    Standard AW: Des Kämpfens müde...

    Hallo, ich kann mich hier allen nur anschließen. Auch ich hab das Gefühl, dass meine Akkus leer sind und mir geht es einfach mies. Deswegen bin ich schon die 4. Woche krankgeschrieben. Zum Ende der Woche fieber ich dann immer dem Montag entgegen und denke, dann packe ich das wieder, arbeiten zu gehen. Am Montag stehe ich dann zur gewohnten Zeit auf und muss nach relativ kurzer Zeit feststellen, dass ich immer noch nicht in der Lage bin, wieder arbeiten zu gehen. MIch macht das auch ziemlich fertig, so dass ich gestern abend auch schon fast depressiv war. Aber letztlich muss ich einsehen, dass ich in meinem momentanen Zustand der Arbeit nicht gewachsen bin. Mein Gewissen plagt mich natürlich auch, da meine Arbeit von meinen Kollegen mitübernommen werden muss und die kriechen mittlerweile auch auf dem Zahnfleisch. Aber habe ich eine andere Wahl? Allerdings habe ich mich auch lange zur Arbeit geschleppt, weil ich dachte, das muss ja irgendwie gehen. Jetzt, 3 Monate nach der Diagnose Hashi und der Einnahme von L-T geht's mir irgendwie noch schlechter und nichts geht mehr.

    Du hast mein vollstes Verständnis und solltest Dir eine Auszeit gönnen.

    LG

  7. #7
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    Standard AW: Des Kämpfens müde...

    Danke für den Zuspruch, Emmelinchen! Ich hoffe, dass es Dir nach entsprechender Anpassungszeit an das L-T bald wieder besser geht! Du stehst ja noch am Anfang Deiner "Hashi-Karriere", und da kann sich ja noch vieles zum besseren wenden!

    Das was Du beschreibst; es montags immer wieder versuchen und dann festzustellen, dass die Kraft über die Woche nicht reicht, das kenne ich auch. Blöd ist auch, dass von mir erwartet wird, dass ich morgen (also Freitag) in der Firma anrufe und mitteile, ob ich Montag wiederkomme oder nicht. So läuft das bei uns. Dabei ist es mir unmöglich zu sagen, wie es mir Montag geht! Erschwerend kommt noch hinzu, dass meine Ärztin ab nächster Woche im Urlaub ist. Sie hat mir angeboten, mich morgen noch mal für eine weitere Woche krankzuschreiben und ich würde so gerne, aber ich habe echt Angst vor den Konsequenzen. Man hat schon mal angedroht, mir die Stunden zu kürzen, weil ich Vollzeit ja offenbar nicht mehr schaffe, aber das wäre wirtschaftlich eine Katastrophe! Ich bräuchte dann einen Zweitjob, und das bedeutet noch mehr Stress und noch weniger Zeit für mich.

    LG, Lunagirl

  8. #8

    Standard AW: Des Kämpfens müde...

    Hallo Lunagirl,
    vielen Dank auch für Deinen Zuspruch. Ich habe mir überlegt. dass es stressfreier ist, sich am Freitag schon für Montag krankzumelden und werde das morgen auch machen, sofern es mir morgen auch noch so geht wie heute. Die letzten Wochen haben mir gezeigt, dass sich der Zustand sowieso nicht innerhalb von 2 - 3 Tagen ändert. Sollte es mir Montag doch prima gehen, kann ich immer noch zur Arbeit gehen und alle sind überrascht. Ist doch viel besser.
    Das wäre ja ziemlich übel, wenn man Dir Stunden streichen würde. Ich glaube, im Augenblick will das bei mir noch keiner. Ich bin aber Montags auch erst gar nicht hingegangen, um zu probieren, ob meine Kraft ausreicht, weil mir meine Freunde und Familie davon abgeraten haben und das war auch gut so. Meld Dich lieber morgen gleich krank und bleib von vornherein zu Hause, dann gibt's (glaube ich) weniger blöde Sprüche auf der Arbeit.
    Ich drücke Dir auf jeden Fall die Daumen, dass es auch Dir bald wieder besser geht.

    LG

  9. #9
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    Manche Menschen sind wie Glasscherben: In ihnen spiegelt sich der Sonne glänzend Licht, doch die sch
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    Standard AW: Des Kämpfens müde...

    Hallo,

    da deine Ärztin um deine vielen Probleme weiß, kann sie dich nicht mal länger krank schreiben? Noch besser wäre vielleicht eine Reha, genug Diagnosen hast du ja. Vielleicht würdest du sogar eine bekommen. Es ist möglich eine zu beantragen und bewilligt zu bekommen als Arbeitnehmer. Es dient zum Erhalt der Berufsfähigkeit.

    VG

  10. #10
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    Standard AW: Des Kämpfens müde...

    Naja, zur Reha war ich ja letztes Jahr erst, so schnell bekomme ich sicherlich keine weitere. Außerdem hielt der Erholungseffekt ja auch nicht allzu lange an.

    Meine Ärztin hätte mich wohl auch noch weiterhin krank geschrieben, aber sie ist ab Montag erst mal im Urlaub. Außerdem sind meine Angst und mein schlechtes Gewissen einfach zu groß, so dass ich Montag doch lieber wieder arbeiten gehen will. Ich habe allerdings ziemliche Angst davor, mit Sicherheit wird es irgendein unangenehmes Gespräch geben und sich wer weiß was für Konsequenzen ergeben!

    LG, Lunagirl

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