Ich glaube, ich habe jetzt nach jahrelanger Quälerei den Punkt erreicht, an dem nichts mehr geht. Letzte Woche musste ich mich schon wegen akuter Erschöpfung krankschreiben lassen; Montag bin ich wieder hingegangen und war danach völlig neben der Spur, fühlte mich sogar depressiv, und gab am Dienstag Morgen auf. Das Gespräch, dass ich zuvor mit der Juniorchefin führte (in dem ich versuchte, ihr zu schildern, was mit mir los ist, dass ich einfach nicht mehr kann), hat bestimmt noch schlimme Folgen. Aber ich bin jetzt diese Woche noch mal krankgeschrieben und soll mich morgen melden, ob es Montag wieder geht.
Aber es geht mir immer noch sehr sehr schlecht. Den ganzen Sommer über baute sich das Gefühl schon auf, dass die Akkus fast leer sind, und ich denke, jetzt ist es soweit. War ja auch schon wieder genug dieses Jahr: Neben den Dauerdiagnosen Hashi, Hypophysenadenom, Endometriose und Zustand nach Ovar ex (nach Borderline-Tumor) kam im März eine schwere Gastritis, im Mai eine Divertikulitis mit Sigmoiditis auf 25 cm, und jetzt eine Borrelieninfektion (nehme z. Z. Doxy). Ich fühle mich einfach unwahrscheinlich geschwächt! Dazu die schlimmen Magen-Darm-Beschwerden, die mich täglich quälen und die jeden Arbeitstag zu einem harten Kampf werden lassen. Ich kann einfach nicht mehr!!! Es ist mir unmöglich, mein Unwohlsein am Arbeitsplatz zu verbergen, und meine Kollegen geben offen zu, dass ihnen das auf den Geist geht und dass sie kein Verständnis haben. Sie sagen, ich sei ja schließlich nicht todkrank, und schieben mich mehr oder weniger in die Hypochonderecke. Schließlich, so sagen sie, hätte ich als Single ja neben meinem Job keinerlei Verpflichtungen, so dass es ja wohl nicht sein könnte, dass ich überlastet sei. Selbst die Tatsache, dass ich dieses Jahr erst eine Woche Urlaub hatte und in dieser Woche auch noch ins Büro bestellt wurde, um etwas zu erledigen, was die anderen nicht konnten, zählt da nicht viel. Klar wird mir eine gewisse Urlaubsreife zugestanden, aber dass es soweit geht, dass ich jetzt krankgeschrieben bin, dafür fehlt eben doch das Verständnis.
Und ich selber quäle mich so sehr mit Schuldgefühlen!!! Warum nur kann ich nicht dasselbe leisten wie andere? Wenn ich wenigstens irgendwelche sichtbaren Symptome hätte, dass einem die anderen glauben!! Meine Ärztin meint zwar, dass wohl im Moment auch durchaus noch ein Infekt zugrunde liegen könnte (möglicherweise auch verursacht durch die Borrelien), aber ich habe außer einem leichten Schnupfen keine sichtbaren Symptome. Ich fühle mich einfach nur entsetzlich krank, erschöpft, müde, ausgepowert, bin wackelig auf den Beinen, mir ist übel, mein Darm macht Probleme, ich schlafe schlecht, kann mich kaum konzentrieren, vergesse auf einmal Dinge, was mir sonst nie passiert ist - und seit Montag ist da auf einmal noch eine depressive Verstimmung und das Gefühl, alles nur wie durch einen Schleier wahrzunehmen.
Ich weiß einfach nicht mehr, wie es weitergehen soll!!! Ich fühle mich dem Berufsleben einfach nicht mehr gewachsen. Andererseits bin ich als Alleinstehende auf einen Vollzeitjob angewiesen. Im Moment - so muss ich zugeben - ist mein größter Wunsch ein Lottogewinn, so dass ich in Rente gehen und mich endlich mal wieder erholen kann.Ich kann an fast nichts anderes mehr denken als an Erholung!
Meine Ärztin meint übrigens, dass die Depressionen Folgen des Erschöpfungszustandes sind, und sie sieht keine Veranlassung, mir ADs zu verschreiben. Und ich merke ja auch selber, dass es mir in den Momenten, in denen ich mich körperlich besser fühle, auch psychisch besser geht.
Erschöpfte Grüße,
Lunagirl

Ich kann an fast nichts anderes mehr denken als an Erholung!
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) allerdings auch daran, dass ich von Hashi nix wusste, und meine SD Medis eigenmächtig abgesetzt hatte und einen "naturheilkundlichen" Weg gehen wollte.
Aber auch ich brauche irgendwie Woche für Woche die Hoffnung, dass es doch mal klappen könnte. Baut einen irgendwie immer etwas auf, diese Vorstellung!
