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Thema: Ingmas 10 Tipps im Umgang mit Hashi (ggf. auch auf Basedow übertragbar)

  1. #1
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von Ingma
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    Standard Ingmas 10 Tipps im Umgang mit Hashi (ggf. auch auf Basedow übertragbar)

    Was ist da wohl die beste Überschrift? Aus Erfahrung klug werden Erfahrungen aus und mit dem Umgang mit Hashi . Ingma´s gesammelte Weisheiten ?

    Anlässlich meines dreijährigen Diagnosejubiläums hab ich einfach mal ein paar Dinge zusammengeschrieben:

    Lernen, auf den Körper zu hören
    „Hashimotisch“ ist eine ziemlich schwierige Sprache, die noch dazu vielen Veränderungen unterworfen ist und die bei jedem etwas anders klingt. Wer sie lernen will, braucht viel Geduld. Selbst nach drei Jahren spreche ich sie noch nicht fließend. Hilfreich erwiesen sich bei mir Symptomtagebücher und Notizen zu Temperatur, Blutdruck und Puls, um das Hashi-„Vokabular“ zu lernen. Warum ist das so wichtig? Weil die Symptome - genau wie die „Werte“ – im Optimalfall Orientierungsmarken sind, an denen wir sehen, ob wir auf dem richtigen Weg sind.

    Informieren
    Informieren war für mich das A und O. Etwas, was ich kenne und verstehe, macht mir weniger Angst. Wer sich informiert, bekommt nicht bei jedem neuen Symptom gleich die nächste Panik (naja, Anfälle von Hypochondertum gab es bei mir schon auch). Man lernt, worauf man achten muss und worauf es ankommt. Und man weiß auch, ob und bei welchem Arzt man in guten Händen ist.

    Nicht überstürzt handeln

    Nicht jede Änderung des Befindens und der Symptome sollte ein Anlass sein, an der Hormondosis zu schrauben. Mit Dosisänderungen sollte man lieber ein bisschen warten, bis sich die Dinge eindeutig manifestieren (oder sich vielleicht wieder in Luft auflösen). Dieses Vorgehen kann zwar dann hin und wieder zu vorübergehend heftigeren Symptomen führen, aber erstens sind wir ja nicht aus Zucker und zweitens wissen wir dann sicher, woran wir sind. Dazu gehört auch: nach Änderung der Hormondosis Geduld haben. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass lange (Monate!), nachdem die Werte schon „gut“ lagen, immer noch Verbesserungen des Befindens eintraten.

    Nicht von den Werten tyrannisieren lassen
    Werte sind kein genaues Abbild dessen, was im Körper vor sich geht, sondern nur Indikatoren, mit deren Hilfe die aktuelle Situation interpretiert werden kann. Zu dieser „Situation“ gehören aber nicht nur die Werte, sondern auch das Befinden. Werte überbewerten und Befinden ignorieren könnte daher in eine Sackgasse führen. Dazu gehört auch: „never change a running system“. Wenn das Befinden mittel- bis langfristig stimmt, dann ist es meist nicht sinnvoll, größere Veränderungen vorzunehmen.

    Mut zu kleinen Experimenten
    Wer kleine (!!) Experimente macht (und dazu hoffentlich die Billigung eines guten Arztes findet..siehe weiter unten), wird mit einiger Sicherheit nicht morgen deswegen „vom Stangerl fallen“, sondern dazulernen und im Optimalfall dem Wohlfühlzustand näher kommen. Dosis morgens? Dosis abends? Dosis aufgeteilt? Etwas mehr? Etwas weniger? Wer´s nicht ausprobiert, weiß nicht, wie es sich anfühlt. Und wenn´s danebengeht, dann rudert man zurück. Optimalerweise hat man einen Arzt, der diese kleinen Experimente wohlwollend begleitet und – wenn das Wohlbefinden immer noch auf sich warten lässt - möglicherweise auch für größere Experimente (z.B. Thybon, Armour) aufgeschlossen ist. Einschränkung: in der Einstellungsphase ist es kompliziert genug, da sollte man auf zusätzliche Experimente verzichten.

    Über den Tellerrand schauen
    Nicht alles kommt unmittelbar von der Schilddrüse (obwohl natürlich indirekte Zusammenhänge vorhanden sein können). Wenn unerklärliche Symptome vorhanden sind und immer noch etwas im Argen ist, dann könnte sich u.U. der Blick auf den Nährstoffhaushalt (insbes. Eisen, Zink, Vit B, Vit D, Magnesium, Selen) und/ oder auf die anderen Hormonachsen (NNR, Geschlechtshormone) oder sonstige Begleiterkrankungen lohnen.

    Einen guten Arzt suchen
    Eine guter Arzt ist der erste Schritt auf dem Weg zur Besserung. Ohne vernünftige Diagnose, Verständnis für die Erkrankung, fachliche Kenntnis, adäquate Behandlung und vernünftiges Miteinander – egal, was der/ die einzelne darunter versteht - geht es nämlich nicht. Wer neben dem Kampf um das Wohlbefinden noch einen Kampf mit dem Arzt ausfechten muss, kommt schnell an seine Grenzen.

    Bewegung und Sport
    Bewegung und Sport sind gut, auch wenn es Überwindung kostet. Spazierengehen, Joggen, Radfahren etc. – je nachdem, wie die persönlichen Vorlieben und Möglichkeiten sind. Allerdings nur soviel, wie angesichts des aktuellen Zustands möglich ist, ohne dass man nachher völlig zusammenbricht oder tagelang von Schwächeanfällen geplagt wird. Zuviel geht nach hinten los!

    Sich etwas Gutes tun
    Vielleicht ist Hashi ja ein Anlass, sich über viele Sachen neu Gedanken zu machen, Dinge anders zu organisieren und Wichtiges und Unwichtiges neu zu sortieren. Für mich war dabei wichtig, mir selbst – mehr als früher – etwas Gutes zu tun. Das bedeutet für jede / jeden natürlich etwas anderes. Bei mir hieß das: angebotene Hilfen nutzen, Streß reduzieren, Arbeit delegieren. Dazu können aber auch Therapien, Homöopathie, ein neues Hobby etc. gehören

    Freunde und Familie nicht überfordern
    „Wem das Herz voll ist, geht der Mund über“. Ganz klar. Das ist am Anfang ganz natürlich und sinnvoll. Familie und Freunde müssen informiert und aufgeklärt werden, da sie ja tagtäglich mit uns und unseren Macken zu tun haben. Trotzdem sollten wir nicht das Gefühl dafür verlieren, wenn wir sie überfordern. Nicht jedes Familienmitglied muss unseren jeweils aktuellen Kenntnisstand teilen…und nicht jeder Freund kann pausenlos sein Mitgefühl und seine Empathie zum Ausdruck bringen.

    ... und ganz wichtig (das ist zwar Nr. 11, aber egal):
    Hoffnung nicht aufgeben
    Geändert von Ingma (26.03.08 um 10:50 Uhr)

  2. #2
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    Standard AW: Ingmas 10 Tipps im Umgang mit Hashi

    Sehr gute Zusammensetzung,Ingma!

    Insbesondere folgende Punkte finde ich sehr gut:

    *Lernen, auf den Körper zu hören
    *Informieren
    *Nicht von den Werten tyrannisieren lassen
    *Mut zu kleinen Experimenten
    *Nicht überstürzt handeln->hier hätte ich eine kleine Anekdote:ich fühlte mich nach einer ÜF Phase (wegen Überdosierung?) bei einer neuen Dosis (ca. 50 µg niedriger) eine Zeit lang wohl.Dann verwechselte ich Grippensymptome mit UF Symptomen und erhöhte wieder die Dosis--->während der Grippe fühlte mich mit der höheren L-T Dosis "wohl",nach der Grippe war ich aber wieder in ÜF!Also Vorsicht mit Erhöhungen und Senkungen:nicht jeder Pups ist ein UF oder ÜF Symptom!

    LGLila

  3. #3
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von Susanne E.
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    Standard AW: Ingmas 10 Tipps im Umgang mit Hashi

    Hallo Ingma,

    das hast du super auf den Punkt bzw. die Punkte gebracht. Genau so handhabe ich es schon seit über 1 1/2 Jahren und komme damit bestens zurecht.

    Meine Hashikarriere begann ja auch vor drei Jahren und hat trotz allem Negativem auch vieles Positives gebracht. Ich möchte dir in allem Aufgeführten beipflichten.

    Danke

    LG
    Susanne E.

  4. #4

    Standard AW: Ingmas 10 Tipps im Umgang mit Hashi

    Danke Ingma, das hast du schön gesagt.

  5. #5
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von Englishrose
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    Standard AW: Ingmas 10 Tipps im Umgang mit Hashi

    Bin auch 3 Jahre dabei und komme allmählich zu eine gesunden Einstellung.

    Ingmas "Hashibibel" ist bei mir als Hilfestellung gespeichert.

    Herzlichen Dank für deine Mühe.

    LG
    Englishrose

  6. #6
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    Standard AW: Ingmas 10 Tipps im Umgang mit Hashi

    Hallo Ingma,
    danke,das hast du super gemacht.Werd ich mir in nächster Zeit bestimmt öfter durchlesen.
    lg
    elchen

  7. #7
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    Standard AW: Ingmas 10 Tipps im Umgang mit Hashi

    Hallo Ingma

    wirklich gut, was du hier zusammengestellt hast.
    Kurz und schmerzlos.

    Was ich sehr gut finde

    Tipp Nr. 3

    "Nicht überstürzt handeln".

    und Tipp Nr. 6

    "Über den Tellerrand schauen".

    Denn ich habe in letzter Zeit das Gefühl, sobald einer schreibt ihm geht es nicht gut, dann wird sofort geraten zu erhöhen. Mag auch manchmal richtig sein, aber man sollte auch nach anderen Ursachen schauen.

    Ich habe auch mal eine Weile schnell erhöht, 6 Wochen gewartet und wieder erhöht. Aber dann wurde es auch nicht besser, dann wieder runter, auch nicht besser.

    Manchmal dauert es auch einfach länger. Es heißt ja auch nicht umsonst man soll viel Geduld haben und nichts überstürzen.

    Auch die anderen Tipps sind sehr gut.

    Vielen Dank

    LG Nicknack

  8. #8
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    Standard AW: Ingmas 10 Tipps im Umgang mit Hashi

    Liebe Ingma,

    du hast wirklich alle wichtigen Punkte sehr schön und sehr genau zusammengefasst. An all diesen Punkten versuche ich zu arbeiten, sie zu beachten oder sie umzusetzen...das klappt mal mehr mal weniger.

    Für mich ist noch eins wichtig:
    lernen.....
    - egoistischer zu sein,
    - auch mal nein zu sagen
    - auch mal darauf zu hören was ICH möchte

    ...also nicht nur Unwichtiges von Wichtigem zu sortieren, sondern MICH zu sortieren.

    Deine Liste werde ich morgen ausdrucken und mir in mein Buch legen, welches mein ständiger Begleiter ist. Falls ich mal wieder was außer Acht lasse, ungeduldig werde, den Mut verliere.....

    Danke Ingma
    Liebe Grüße
    Anne

  9. #9
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    Standard AW: Ingmas 10 Tipps im Umgang mit Hashi

    Liebe Ingma,

    einfach schön geschrieben.
    Du hast alles auf den (richtigen) Punkt gebracht. Ich hoffe ich kann alles (mit Geduld) für mich verinnerlichen.

    Viele Grüße
    S.

  10. #10
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    Standard AW: Ingmas 10 Tipps im Umgang mit Hashi

    Sehr gut und treffend geschrieben, Ingma!

    Ceres

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