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Thema: Hashimoto - Info für neue Mitglieder

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    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von samilein
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    Ausrufezeichen Hashimoto - Info für neue Mitglieder



    Hashimoto - Was sollte ich darüber wissen

    Informationen für neue Mitglieder





    Bitte erst lesen – dann ab ins Forum





    Nach der Diagnose „Hashimoto Thyreoiditis“ sind viele Patienten erleichtert, einen Grund für die vielen Beschwerden gefunden zu haben. Doch gleichzeitig wirft die Diagnose viele Fragen auf, auf die man unbedingt versuchen sollte, Antworten zu bekommen.


    Denn Hashimoto ist eine Krankheit, bei der der Patient aktiv mit dazu beitragen kann (und auch sollte) zu seinem Wohlbefinden zurück zu finden. Wissen bedeutet in diesem Falle wirklich Kontrolle und damit auch Macht über die Krankheit.





    Wir haben daher hier versucht die wichtigsten und grundlegendsten Informationen zusammen zu stellen. Wir bitten Sie diese durchzulesen, bevor Sie Fragen im Forum stellen, damit Basis-Infos nicht mehrmals am Tag im Forum wiederholt werden müssen. Denn auch die Beantwortung von Basis-Fragen kostet viel Zeit – Zeit die wir viel lieber für die Beantwortung von Fragen zu Ihrem individuellen Fall und Ihren krankheitsbezogenen Problemen aufwenden würden.

    Die vorliegenden Informationen sind von Laien verfasst worden und beruhen auf Inhalten medizinischer Fachpublikationen sowie auf persönlichen Erfahrungen mit dieser Erkrankung. Die Inhalte sind nicht dafür gedacht, die Konsultation einer qualifizierten, medizinischen Fachkraft zu ersetzen, sondern dienen reinen Informationszwecken. Für die Diagnose und Behandlung muss in jedem Fall ein Facharzt aufgesucht werden.




    :-) Von daher: Bitte erst lesen – dann ab ins Forum :-)




    Was genau ist eigentlich „Hashimoto“?

    Die Hashimoto Thyreoidites ist eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse. Bei der Krankheit sieht das Immunsystem des Körper die Schilddrüse als Fremdkörper an und beginnt daher das Schilddrüsengewebe zu zerstören.

    Die Erkankung verläuft in Schüben. Während dieser Schübe wird viel Gewebe zerstört. Dabei werden die im Gewebe enthaltenen Schilddrüsenhormone freigesetzt, was den Betroffenen häufig in eine vorübergehende Überfunktion befördert. In den meisten Fällen wird diese jedoch kaum von den Betroffenen wahrgenommen.

    Durch die Angriffe des Immunsystem nimmt das funktionstüchtige Schilddrüsengewebe immer weiter ab, so dass die Schilddrüse bald nicht mehr in der Lage ist die benötigte Hormonproduktion leisten zu können. Eine, durch das fehlende Gewebe nicht reversible, Schilddrüsenunterfunktion entsteht.



    Woran erkenne ich eine Unterfunktion?

    Die Schilddrüse ist ein Organ, dessen Wichtigkeit auf keinen Fall unterschätzt werden sollte. Die Schilddrüsenhormone wirken auf das Herz und unseren gesamten Kreislauf. So beeinflussen sie unter anderem Blutdruck, Puls, Fett- und Zuckerstoffwechsel und die Körpertemperatur. Ohne Schilddrüsenhormone wären wir nicht lebensfähig.

    Die Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion sind daher auch sehr vielfältig und individuell. Oft betreffen sie nicht nur den Körper, sondern auch die Psyche. Die Differenzierung zwischen Unter- und Überfunktionssymptomen ist auch nicht immer leicht. Manchmal treten z.B. auch in der Unterfunktion Symptome auf, die lehrbuchmäßig eher der Überfunktion zugeordnet werden (zum Beispiel Unruhe oder Nervosität). In der folgenden Liste finden Sie die gängigsten UF (Unterfunktionssymptome).

    Bedenken Sie jedoch: Nicht jedes Symptom muss auf jeden zutreffen. Dank der immer besser werdenden Aufklärung, wird heute bei einer ganzen Reihe von Menschen, die Schilddrüsenerkrankung erkannt bevor es zu größeren Symptomen kommt. Nichts desdo trotz ist eine Behandlung mit Schilddrüsenhormonen auch hier genauso wichtig und unerläßlich wie bei Menschen die (schon) Symptome haben.


    Typische Schilddrüsenunterfunktionssymptome sind:


    Müdigkeit
    Leistungs- und Konzentrationsschwäche
    Gewichtszunahme (seltener Gewichtsabnahme)
    Frieren und / oder Hitzeunverträglichkeit
    Gelenk- u. Muskelschmerzen (führen zu Spannungskopfschmerzen)
    Antriebslosigkeit, Depressivität
    Angst- und Panikattacken, Angstzustände (bei Tag und Nacht)
    Schlafstörungen
    erhöhter Blutdruck oder Puls, Herzrhythmusstörungen
    Unterzuckerungsgefühle
    Zyklusstörungen, Ausbleiben der Periode (bei Frauen)
    Herzrasen
    Stressintoleranz
    Ohnmachtsgefühle



    Wie finde ich heraus ob ich erkrankt bin? - Die Diagnose

    Meistens wird ein Hashimoto zuerst an den Blutwerten erkannt. Leider gehören die Schilddrüsenwerte nicht zu den Werten, die bei Routineblutuntersuchungen genommen werden. Möchte man, dass die Schilddrüsenwerte untersucht werden, so muss man dies in den meisten Fällen extra erwähnen.

    Leider gibt es nach wie vor noch eine ganze Reihe von Ärzten, die der Ansicht sind, dass es völlig ausreicht nur einen einzigen Schilddrüsenwert (den TSH-Wert) zu kontrollieren. Dies ist jedoch nicht der Fall. Bitte achten Sie in Ihrem eigenen Interesse darauf, dass alle der folgenden Werte untersucht werden wenn Sie eine Schilddrüsenunterfunktion bei sich vermuten.


    Folgende Werte sollten untersucht werden:

    TSH → Der TSH ist ein Steuerungshormon. Es zeigt an, wie stark die SD zur Hormonproduktion stimmuliert wird. Ein zu hoher TSH-Wert deutet auf eine Schilddrüse hin die trotz aller Bemühungen mit der Schilddrüsenproduktion überfordert ist. Eine ausreichende Hormonversorgung ist nicht gewährleistet.
    Achtung: Die neue TSH-Obergrenze liegt bei 2,5. (Einige Ärzte halten sich jedoch nach wie vor an die alte TSH-Obergrenze von 4,5. Bitte lassen Sie sich im eigenen Interesse die Werte aushändigen und überprüfen Sie den Wert.) Doch auch Werte unter 2,5 schließen einen Hashimoto nicht immer komplett aus.

    fT4 → fT4
    fT3 → fT3
    Beide sind freie Schilddrüsenhormone. Sie liefern genauere Hinweise über die aktuelle Schilddrüsenfunktionslage. Zu beiden gehören laborabhängige Normwerte. Nur mit Hilfe dieser Normwerte kann das Blutergebnis ausgewertet werden.
    (Eine kleine Hilfe: Den ft4 kann man sich als 'Kühlschrank' oder 'Lager' für Hormone vorstellen - den ft3 Wert als die Hormone, die man sofort verbraucht / in Energie umwandelt - ähnlich dem Essen, das man ißt.)

    TPO-AK (= MAK)
    TG-AK (= TAK)
    TSH-AK (= TRAK = TSH-R-AK)

    Antikörper.
    Es tritt jedoch auch häufig eine sogenannte seronegative Form auf, bei der keine Antikörper nachgewiesen werden können. Eine Hashimoto Thyreoiditis wird hier sehr häufig anhand des Ultraschallbildes vor der Hormonbehandlung gestellt. Generell läßt sich sagen, dass Schilddrüsenunterfunktionen in den meisten Fällen aufgrund einer Hashimoto Thyreoidites entstehen. Angeborene, zu kleine Schilddrüsen sind selten.


    Achtung:

    Bei einer schweren / manifesten Unterfunktion sind im Normalfall TSH erhöht und fT4 erniedrigt. FT3 ist meistens noch normal und fällt nur bei sehr schweren Unterfunktionen auch unter die Norm.

    In den allermeisten Fällen wird die sogenannte subklinische / latente Unterfunktion diagnostiziert. Hier ist nur TSH erhöht, fT3 und fT4 befinden sich noch innerhalb der Normwerte. Genau wie die schwere Unterfunktion ist auch diese Form der Unterfunktion nicht auf die leichte Schulter zu nehmen und muss mit Hormonen behandelt werden, um nicht früher oder später zu einer schweren Unterfunktion zu führen.

    Merke:


    Typische Unterfunktionssymptome können auch schon bei Werten innerhalb des Normbereiches auftreten.
    ---

    Häufig sind die freien Werte (ft3, ft4) noch im Normbereich, der TSH aber schon im hohen Normbereich (bis 2,5) oder sogar über der Norm.

    ---
    (Die freien Werte lassen sich mit Hilfe eines Umrechners in Prozent umrechnen. Die meisten Betroffenen profitieren von freien Werten im oberen Drittel des Normbereichs.
    Umrechner:
    http://hpu-info.gmxhome.de/test/laborzettel.htm)





    Zur Ergänzung der Blutwerte sollte in jedem Fall eine Sonografie (Ultraschall) der Schilddrüse gemacht werden. Die Untersuchung ist absolut schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten.
    Eine Szintigrafie ist nur erforderlich wenn bei der Sonografie Knoten ab einer bestimmten Größe gefunden werden.



    Ich habe Hashimoto. Und jetzt? - Die Therapie

    Die Hashimoto-Thyreoiditis selbst ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt leider nicht heilbar. Durch die lebenslange Einnahme der (dem Körper fehlenden) Schilddrüsenhormone wird jedoch in den allermeisten Fällen eine Lebensqualität, die mit der eines gesunden Menschen vergleichbar ist, wieder hergestellt. Nichteinnahme der Hormone führt leider - auf lang oder kurz - unweigerlich zu einer Verschlechterung der Krankheit.

    Von allergrößter Bedeutung ist daher die regelmäßige Einnahme der Hormone. Bitte denken Sie daran auch wenn es Ihnen (schon längst wieder) gut geht. Ihre Lebensqualität hängt buchstäblich von der kleinen Tablette ab. Vergessen Sie sie nicht!





    Wieviel Hormone benötige ich denn genau?

    Leider ist unsere Medizin noch nicht soweit, dass uns anhand unserer Blutwerte genau gesagt werden kann wie viele Schilddrüsenhormone wir genau benötigen. Im Laufe der Zeit muss außerdem immer wieder per Blutuntersuchung überprüft werden, ob die bisherige Dosis noch ausreichend ist. Gegebenenfalls muss dann die Dosis angepaßt werden.

    Die Ersteinstellung ist jedoch eine besondere Zeit. Der Körper kennt bisher nur die eigenen Schilddrüsenhormone und ihm muss etwas Zeit gegeben werden, sich an die neuen Hormone von aussen anzupassen. Bei einer Vielzahl von Menschen wird die Schilddrüsenunterfunktion außerdem erst sehr spät erkannt. Der Körper war somit lange in einer Unterfunktion – ihm muss ein wenig Zeit gegeben werden um sich an die neue, verbesserte Situation zu gewöhnen.

    Von daher ist die Ersteinstellungszeit keine Zeit für extreme sportliche Leistungen oder große Diäten. Bedenken Sie in dieser Zeit die ganzen Bereiche, die von Schilddrüsenhormonen beeinflusst werden. Unterstützen Sie ihren Körper während der Einstellung wo Sie nur können. Alles was Ihnen Freude bereitet, Ihnen gut tut oder Sie entspannt wird Ihr Körper auch schätzen.

    Nutzen Sie die Zeit auch ein wenig um Ihren Körper und die Reaktion auf die Hormone besser kennen zu lernen. Sie werden durch dieses Wissen später früh erkennen können, ob Sie evtl. eine Dosisanpassung benötigen.

    Bei 80% aller Hashimoto-Patienten erfolgt die Ersteinstellung mit Schilddrüsenhormonen jedoch weitestgehend problemlos.



    Einstellung – Wie genau gehe ich vor ?

    Je nach Blutergebnis und Arzt werden Sie eine bestimmte Dosis an Schilddrüsenhormonen genannt bekommen haben, die Sie ab jetzt jeden Tag nehmen sollen.

    Ein paar Tipps sollten Sie jedoch beachten:

    Egal wie hoch ihre vom Arzt geschätzte Zieldosis auch sein mag, schleichen Sie die Hormone ein. In der Regel wird mit 25 ug begonnen und nach einer Woche auf 50ug gesteigert. Nach 4 - 6 weiteren Wochen wird eine Blutentnahme empfohlen. Je nach Ergebniss dieser wird dann ggf weiter um jeweils 12ug (oder 25ug) gesteigert.

    Lassen Sie die Blutwerte TSH, fT3 und fT4 während der Einstellungsphase häufig kontrollieren. Später reichen größere Abstände. --> Achtung: Bitte nehmen Sie am Tag der Blutentnahme Ihre Schilddrüsenhormone auf jeden Fall erst nach (!) der Blutentnahme ein, ansonsten wird das Blutergebnis verfälscht und ist unbrauchbar.
    (-->http://www.ht-mb.de/forum/showthread.php?t=1159140)

    Nehmen Sie die Hormone wirklich (!) 30 Minuten nüchtern vor dem Frühstück mit Wasser ein. Sie wirken sonst nicht richtig. Klären Sie außerdem ab, ob andere Medikamente die Sie nehmen ggf. die Aufnahme der Schilddrüsenhormone stören können (Achtung: die Pille kann den Schilddrüsenhomonbedarf erhöhen).

    Haben Sie Geduld. Die Wirksamkeit der Schilddrüsenhomone baut sich langsam auf. Erst nach ca. 4 - 6 Wochen wirkt die neue Dosis komplett. Die ft-Werte können sich auch später noch leicht verändern. Bedenken Sie dies auch bei späteren Dosisveränderungen und Kontrollblutentnahmen.

    Lassen Sie sich alle Ihre Befunde, Kontrollblutentnahmen usw. ausdrucken und legen Sie eine Mappe zu Hause damit an. Notieren Sie dabei, wie es Ihnen zum Zeitpunkt der Kontrollen ging. Das verschafft Ihnen eine bessere Übersicht und Kontrolle über die Krankheit und Ihre Hormoneinstellung. Denn letztendlich kann kein Arzt der Welt in Sie hineinblicken. Sie alleine können durch Ihr Befinden sagen wann genau Ihre bestmögliche Schilddrüseneinstellung gefunden ist.

    Orientieren Sie sich bitte nicht zu stark am TSH. Eine ganze Reihe von Hashipatienten fühlen sich erst mit einem supprimierten TSH (TSH liegt unterhalb der Norm) wohl. Das stellt aber keine Überfunktion dar, solange fT3 und fT4 innerhalb der Norm sind. Der TSH sollte jedoch nicht zu hoch (viel höher als 1,0) liegen.

    Einen sinnvolle Artikel zur Einstellungszeit finden Sie hier:
    http://www.kit-online.org/Die-Einstellungszeit



    Was passiert wenn ich mein LT einmal vergessen habe?

    Generell ist es nicht schlimm wenn das LT einmal vergessen wird. L Thyroxin hat eine lange Halbwertszeit, das bedeutet, dass es sich über ca 4 Wochen im Blut langsam aufbaut. Eine ähnlich lange Zeit wird benötigt bis es (bei Nichteinnahme der Tabletten) komplett aus dem Blut verschwunden ist.
    Um einen konstanten Blutwerte aufrecht zu erhalten sollte ein Vergessen der Hormone jedoch die Ausnahme bleiben, ansonsten riskiert man eine Verschlechterung des eigenen Befindens.
    Die vergessene Hormondosis am nächsten Tag bitte nicht nachholen, sondern einfach mit der gewohnten Dosis fortfahren.



    Komplikationen, die bei der Einstellung auftreten können (nicht müssen!)


    Wie bereits erwähnt verläuft die Einstellung mit den Schilddrüsenhormonen in den meisten Fällen weitestgehend problemlos.

    Wenn jedoch die Schilddrüsenunterfunktion schon sehr lange bestanden hat und / oder weitere Erkrankungen durch die lange Unterfunktion entstanden sind, von denen der Patient meistens zum Zeitpunkt der Hashimotodiagnose noch nichts ahnt, kann sich die Einstellung schon einmal etwas schwieriger gestalten.

    Doch auch diese Hürde ist überwindbar. Geben Sie sich und ihrem Körper die Zeit, die Ihre individuelle Einstellung benötigt, Sie werden den Rest Ihres Lebens davon profitieren.


    Folgende Komplikationen können bei der Einstellung in Einzelfällen auftreten (Auswahl):

    Erstverschlechterung

    Die Erstverschlechterung ist die am häufigsten auftretende Komplikation bei der Schilddrüseneinstellung. Sie ist zwar sehr unangenehm, jedoch nicht gefährlich. Sie sollte nach 2 Wochen wieder abgeklungen sein. Ist dies nicht der Fall, hilft oft eine, nach Absprache mit dem Arzt, weitere Erhöhung der Hormondosis.

    Bei der Erstverschlechterung fährt die Schilddrüse zu Beginn der Hormontherapie ihre eigene Hormonproduktion herab. Dies ist jedoch durchaus erwünscht, die Schilddrüse soll ja durch die Hormongabe entlastet werden. Es kann dabei allerdings zu einer vorübergehenden Verstärkung der Unterfunktionssymptome (wie zum Beispiel Benommenheit, Schläfrigkeit, Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen, Nervosität, leichte depressive Verstimmungen usw.) kommen.

    Es ist jedoch von bedeutender Wichtigkeit, dass Sie trotz dieser Beschwerden Ihre Hormone weiter nehmen. Es sind nicht die eingenommenen Hormone die diese Beschwerden verursachen, sondern Ihre Erkrankung - die Hormone die sie einnehmen werden die Beschwerden wieder verschwinden lassen.




    Umwandlungsstörung

    Die Umwandlungsstörung ist eine verbreitete Komplikation, die sich erst nach einiger Zeit feststellen läßt. Schilddrüsenerkrankte werden in den allermeisten Fällen mit Levothyroxin behandelt. Levothyroxin ist das Schilddrüsenhomon T4. T4 wird normalerweise im Körper zu einem Teil in das Hormon T3 umgewandelt.

    In manchen Fällen funktioniert diese Umwandlung jedoch nicht in außreichendem Maße. Dies wird daran erkennbar, dass der fT4-Wert mit zunehmender Hormondosis steigt, der fT3-Wert jedoch durchgehend sehr niedrig bleibt.

    Hierbei muss allerdings beachtet werden, dass der fT3-Wert gerade zu Beginn der Therapie sich als eher träge erweist. Oft beginnt er erst nach 2,3 Monaten sich nach oben zu bewegen.
    Dies sollte beachtet werden bevor überlegt wird, ob eine Umwandlungsstörung vorliegen könnte. Im Falle einer Umwandlungsstörung wird zu Levothyroxin (dem T4 Hormon) noch das Hormon T3 (Hormonname Triiodthyron) gegeben. Präparate, die T3 enthalten sind zB. Thybon, T3- Retard und die Kombipräparate Prothyrid, Novothral und Cynomel.

    Achtung: Eine Reihe von Medikamenten (zB Kortison) ist dafür bekannt die Umwandlung zu hemmen.

    Nebennierenschwäche (NNS)/Kortisolmangel


    In einigen Fällen kann eine zu lange bestehende Unterfunktion dazu geführt haben, dass die Nebennieren durch den Schilddrüsenhormonmangel geschwächt wurden. Die Nebennieren (Achtung: Nebenieren sind etwas komplett anderes als die Nieren - sie teilen nur den Namen!) müssen sich in diesem Falle sehr anstrengen, die vom Körper benötigte Menge Kortisol zu produzieren.

    Dies wird meist jedoch erst dann zu einem Problem wenn Schilddrüsenhormone von außen substituiert werden, da die Gabe von Schilddrüsenhormonen den Kortisolbedarf erhöht. Als Folge dessen werden Schilddrüsenhormone generell - ab einer bestimmten Dosis - oder auch mit jeder Steigerung immer schlechter werdend - nicht vertragen was eine gute Schilddrüseneinestellung stark behindern oder unmöglich machen kann.

    Bitte beachten Sie, eine Nebennierenschwäche äußert sich nicht durch die Verstärkung der Unterfunktionssymptome (siehe Erstverschlimmerung).

    Typisch für NNS-Patienten ist, dass sie fast immer extreme Probleme Schilddrüsenhormone zu steigern. Oft vertragen sie kaum Steigerungen von 3µg oder 6 µg. Bitte lesen Sie sich hierzu auch diese beiden Artikel
    http://www.ht-mb.de/forum/vbglossar....catid=1&id=366
    http://www.kit-online.org/HT-Nebennieren


    Was sollte ich noch wissen?


    Viele Schilddrüsenpatienten weisen Nährstoffmängel auf. Auch wenn es zuerst einmal harmlos klingen mag, diese Mängel können für eine Vielzahl von unangenehmen Symptomen verantwortlich sein. → Eisen, Ferritin, Vitamin D, Vitamin B1, B6, B12 (genauere Informationen sind im Forumslexikon zu finden)

    Unterstützend wird die Einnahme von Selen und Zink empfohlen. Selen hat bei einem Teil der Betroffenen nachgewiesenermaßen einen günstigen Einfluss auf den Krankheitsverlauf und das Befinden. Auch auf die ausreichende Versorgung mit Magnesium ist zu achten.

    Die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sollte mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden. Wenn möglich, sollten vor der Einnahme Bluttests erfolgen, um Nährstoffmängel abzuklären. Vor einer längerfristigen Einnahme von Zink sollte der Eisenstatus (Ferritin) bestimmt werden, da Zink die Aufnahme von Eisen hemmen kann.

    Vorsicht ist geboten bei zuviel Jod in der Nahrung (nehmen Sie ab jetzt nur noch jodfreies Salz!), in Medikamenten, Nahrungsergänzungsmitteln und bei Behandlung mit jodhaltigen Kontrastmitteln.
    Kombinationspräparate, die Jod und Schilddrüsenhormone enthalten (z.B. Thyronajod, Jodthyrox) sind kontraindiziert!. Jod verstärkt den Autoimmunprozess! (Ausnahme: Schwangerschaft. Hier empfiehlt sich die Bestimmung des Jodstatus vor und während der Schwangerschaft.)

    Eine Operation mit Entfernung der Schilddrüse erfolgt nur in Ausnahmefällen.

    Eine Alternative zu der üblichen Therapie mit T4-Präparaten (Levothyroxin) stellen Kombinationspräparate mit T4 und T3 (zB. Novothyral), sowie natürliches Schilddrüsenextrakt (Erfa, Amour) dar. Üblicherweise wird jedoch zuerst versucht den Patienten mit Levothyroxin einzustellen. Dies gelingt in den meisten Fällen gut.



    Und wann bin ich wieder gesund?


    Hashimoto ist leider eine Krankheit, die die Betroffenen lebenslang begleitet. Von einer Gesundung kann man daher leider nicht sprechen. Aber mit einer guten Schilddrüseneinstellung, der regelmäßigen Hormoneinnahme und Kontrollen in vernünftigen Abständen wird man sich wieder gesund fühlen.

    Mit der Zeit werden Sie außerdem ein Gespür dafür entwickeln ob Sie gut eingestellt sind oder ob sie evtl. einen kleinen Ticken mehr oder weniger Hormone benötigen. Manche Patienten haben so zum Beispiel eine persönliche Sommerdosierung und eine Winterdosierung. Veränderte Lebensumstände wie zum Beispiel mehr Sport oder eine andere Ernährung können außerdem eine Anpassung erforderlich machen.

    Von einer guten Einstellung mit Schilddrüsenhormonen spricht man, wenn die Schilddrüsenwerte (TSH, FT4 und FT3) innerhalb des Normbereiches liegen und die körperliche Symptomatik der Unterfunktion zurück gegangen ist.
    Meist ist dies bei den freien Werten (ft3 und ft4) erst im oberen Normbereich der Fall.

    Die Einstellung mit Schilddrüsenhormonen kann mehrere Monate dauern. Dabei ist der individuelle Wohlfühlbereich zu berücksichtigen. Beim TSH zeigen Erfahrungswerte Betroffener, dass dieser im günstigsten Fall bei <1 mU/L liegt. Die TSH-Werte von 95 Prozent der Bevölkerung mit gesunden Schilddrüsen liegen zwischen 0,3 bis 2,5 mU/L.

    Ein umsichtiger Arzt geht bei der Therapie nicht ausschließlich von den Laborwerten aus, sondern berücksichtigt auch das Befinden des Patienten.



    Ich habe alles gelesen - jetzt möchte ich aber endlich ins Forum !!!

    Gerne, wir freuen uns !

    Wenn Sie folgende Tipps beachten werden Sie schnell viele nette Antworten auf Ihre krankheitsbezogenen Fragen bekommen.

    Eine Einschätzung Ihrer Werte durch Forenmitglieder ist nur möglich, wenn wir Ihre Werte !!!! zusammen mit dem Normbereich des Labors !!!! kennen.


    Darum bitte:


    Werte beim Arzt verlangen. Jeder Patient hat ein Anrecht auf seine Krankenunterlagen. Der Arzt hat einen Anspruch auf Erstattung der Kopierkosten.

    Werteverlauf ins Profil stellen: Dadurch können Sie selbst und auch andere einen schnellen Überblick über Ihren Krankheitsverlauf haben. (Toller Link mit Beispiel: http://www.ht-mb.de/forum/showthread.php?t=1118710)

    Bei der Angabe von Laborwerten immer auch das Datum der Blutabnahme dazu schreiben und welche Dosis Sie zu diesem Zeitpunkt wie lange eingenommen haben.

    Die freien Werte in Prozent umrechnen hilft zu sehen wo genau Ihr Wert sich innerhalb des Normbereiches befindet. (Umrechner hier: http://hpu-info.gmxhome.de/test/laborzettel.htm)

    Das Forum ist eine wahre Fundgrube. Benutzen Sie bitte die „Erweiterte Suche“ statt der einfachen „Suche“ (auch unter dem Menüpunkt „Suche“ erreichbar), sie bietet mehr Möglichkeiten. Dort können Sie 1. mehrere, mit "AND" verbundene Suchbegriffe auf einmal eingeben, dadurch bekommen Sie passendere Ergebnislisten, und 2. die Suche auf das Unterforum „Hashimoto“ beschränken.
    Auch das Forumswissen ( http://www.ht-mb.de/forum/vbglossar....howcat&catid=1 ) ist immer einen Besuch wert!


    Interessante Links
    (In Bearbeitung - ich freue mich immer über Link-Vorschläge !!!)

    Forumswissen: (es lohnt sich hinein zu schauen - wirklich )

    http://www.ht-mb.de/forum/vbglossar....howcat&catid=1

    Allgemein:

    http://www.ht-mb.de/vb_docs/Hashimoto-Update_2011.pdf

    http://www.schilddruesenguide.de/sd_...these.html#wie

    Hashi & Psyche:

    http://www.schilddruesenguide.de/sd_psyche.html

    Hashi und Panikattacken:

    http://www.symptome.ch/wiki/Panikattacken


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    Geändert von samilein (09.09.13 um 08:38 Uhr)

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