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Thema: Einfache Maßnahmen helfen, typische Fehler bei der Blutentnahme zu vermeiden

  1. #1
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    Antwort Einfache Maßnahmen helfen, typische Fehler bei der Blutentnahme zu vermeiden

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    Labor-"Enten" das Wasser abgraben

    Ob nun das Blut vor der Entnahme zu lange gestaut, die "Muskelpumpe" zu lange eingesetzt oder die Blutprobe falsch gelagert wurde - Ursachen für "fehlerhafte" Laborbefunde gibt es ohne Ende.

    Kalium
    Ist der Kaliumwert trotz normaler Nierenparameter erhöht, besteht Verdacht auf eine Pseudo-Hyperkaliämie. Umgekehrt kann ein fehlerhaft erniedrigter Kaliumwert gemessen werden, wenn man die Plasmaprobe nicht sofort nach der Blutentnahme zentrifugiert hat; Leukozyten nehmen in vitro vermehrt Kalium auf. Diese Fehlerquelle ist speziell bei Patienten mit Leukämie oder Leukozytose zu beachten (Internist 45 [2004] 4337-454).


    Makroenzyme
    Hierbei handelt es sich um großmolekulare Komplexe, bestehend aus Enzym (Kreatinkinase, Amylase und andere) und Immunglobulin (Typ 1), oder solche, die durch Selbst-Polymerisation beziehungsweise die Kombination von Enzym und Membran- oder Serumkomponenten entstanden sind (Typ 2).

    Eine Makro-CK Typ 1 besitzt keinen spezifischen Krankheitswert; erhöhte Makro-CK-Typ-2-Spiegel finden sich vorzugsweise bei Malignomen und Lebererkrankungen. Verdacht auf Makroenzyme sollte der Arzt grundsätzlich hegen, wenn Enzymwerte konstant ohne klinisches Korrelat erhöht sind. Zur Klärung dient in diesen Fällen eine entsprechende Makroenzym-Differenzierung.


    BlutzuckerUm Blutzuckerwerte richtig einzuschätzen, ist einiges zu beachten. So darf der Nüchternblutzucker erst nach mindestens achtstündiger Nahrungskarenz bestimmt werden - vorzugsweise morgens, weil nachmittags der Nüchternwert niedriger ausfällt.

    Außerdem macht es einen Unterschied, ob der Blutzuckerwert im Plasma (Normalwert < 110 mg/dl) oder im kapillären Vollblut (Normalwert 110 mg/dl) ermittelt worden ist.
    Wichtig ist es, die Blutproben innerhalb von 60 Minuten zu zentrifugieren oder spezielle Entnahmeröhrchen zu verwenden, da die in Vollblut auftretende Glykolyse die Werte sonst verfälscht.

    Vorsicht auch bei der Bewertung des HbA1c: Hämolyse oder Blutungen können das Ergebnis verfälschen und zu falsch niedrigen Werten führen!


    Blutfettwerte
    Triglyzeride sind - im Gegensatz zu Cholesterin - nahrungsbedingten Schwankungen unterworfen. Man sollte sie deshalb grundsätzlich im Nüchternzustand bestimmen, und zwar nach mindestens zwölfstündiger Nahrungskarenz.

    "Falsche" Blutfettwerte können auch aus einer unvollständigen Füllung der zum Nachweis verwendeten EDTA-Röhrchen, aus falscher Lagerung der Blutproben (länger als drei Tage im Kühlschrank, mehr als minus 70 Grad in gefrorenem Zustand) und bestimmten klinischen Veränderungen resultieren. So zieht Cholestase häufig stark erhöhte Cholesterinwerte im Serum nach sich (über 1000 mg/dl); Herzinfarkt und Schlaganfall können das Gegenteil bewirken. Auch intravenöse Applikation von Heparin oder Schwangerschaften beeinflussen die Lipidwerte im Serum.


    Kalzium
    40 Prozent des Kalziums sind an Albumin und 15 Prozent an Anionen gebunden, 45 Prozent liegen in ionisierter Form vor. Deshalb hängt das Gesamtkalzium wesentlich von der Eiweißkonzentration im Serum ab. Das Gesamtkalzium präzise zu beurteilen ist nicht möglich, ohne zusätzlich Gesamteiweiß- und/oder Albumin-Konzentration zu bestimmen.

    So geht etwa Hypoalbuminämie mit reduziertem, Hämokonzentration mit erhöhtem Gesamtkalzium einher. Eine solche Pseudo-Hyperkalzämie kann auch bei Patienten mit multiplem Myelom auftreten.
    Veränderungen des ionisierten Kalziums können Folge von pH-Wert-Verschiebungen sein: Alkalose vermindert, Azidose erhöht die ionisierte Kalzium-Fraktion. Letzteres kann auch durch Parathormon bedingt sein; rasche Anstiege des Phosphatspiegels im Serum verringern ionisiertes Kalzium.


    Pseudo-Hyperkaliämie

    Häufige Ursachen einer Pseudo-Hyperkaliämie: hämolytische Probe

    - fehlerhafte Blutentnahme, beispielsweise aus dem Katheter (Kontamination mit kaliumhaltigen Infusionslösungen)

    - fehlerhafte Lagerung nicht zentrifugierter Blutproben (mehr als 24 Stunden bei Raumtemperatur)

    - verzögerte Trennung der Erythrozyten, die Kalium absondern, vom Plasma

    - lange Blutstauung mit Faustschluss ("Muskelpumpe") vor der Blutentnahme

    - Thrombo- oder Leukozytose
    Quelle: Ärztliche Praxis

    LG Kassandra

  2. #2
    Benutzer
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    Standard AW: Einfache Maßnahmen helfen, typische Fehler bei der Blutentnahme zu vermeiden

    HAllöchen Kassandra!

    Wir haben ja schon viele Beiträge hier gehört, dass manchmal die Ärzte irgendwie ihren Beruf verfehlt haben. Und dein Beitrag ist echt wiederein Zeichen dafür.

    Wenn man überlegt, die Ärzte bekommen ihren Doktortitel nach dem Studium, aber zur Weiterbildung sind Sie nicht verpflichtet.

    Kein Wunder, dass viele Leute unnötig leiden müssen,wenn es schon an solchen Dingen wie der Blutabnahme scheitert, welche ja eine entscheidene Vorraussetzung dafür ist, Krankheiten zu erkennen.

  3. #3
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von PetraN.
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    Standard AW: Einfache Maßnahmen helfen, typische Fehler bei der Blutentnahme zu vermeiden

    Hallo Kassandra,


    lieben Dank für diesen Beitrag der für mich
    sehr interessant ist...
    da ich ja sehr oft zur Ader gelassen werde



    Liebe Grüße
    PetraN.

  4. #4
    Benutzer mit vielen Beiträgen
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    Standard AW: Einfache Maßnahmen helfen, typische Fehler bei der Blutentnahme zu vermeiden

    Zitat Zitat von Kassandra Beitrag anzeigen
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    Blutfettwerte
    Triglyzeride sind - im Gegensatz zu Cholesterin - nahrungsbedingten Schwankungen unterworfen. Man sollte sie deshalb grundsätzlich im Nüchternzustand bestimmen, und zwar nach mindestens zwölfstündiger Nahrungskarenz.

    "Falsche" Blutfettwerte können auch aus einer unvollständigen Füllung der zum Nachweis verwendeten EDTA-Röhrchen, aus falscher Lagerung der Blutproben (länger als drei Tage im Kühlschrank, mehr als minus 70 Grad in gefrorenem Zustand) und bestimmten klinischen Veränderungen resultieren. So zieht Cholestase häufig stark erhöhte Cholesterinwerte im Serum nach sich (über 1000 mg/dl); Herzinfarkt und Schlaganfall können das Gegenteil bewirken. Auch intravenöse Applikation von Heparin oder Schwangerschaften beeinflussen die Lipidwerte im Serum.



    LG Kassandra

    na das würd vielleicht ein klein stück dazu beitragen warum mein wert so weit oben ist. denn selbst als ich strengste diät gehalten hab wurd der schlechter, kein wunder wenn nicht mindestens die 12 h zwischen der be und letzter mahlzeit liegen.

    danke für den hinweis

    grüße

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