Dr. Michael Lam (
www.LamMD.com )
Zucker
Glukose ist ein einfacher Zucker, der in Lebensmitteln vorkommt. Er ist ein essentieller Nährstoff, der die Zellen mit Energie versorgt, damit sie einwandfrei funktionieren können. Nach den Mahlzeiten wird die Nahrung im Darm verdaut und in Glukose und andere Nährstoffe aufgespalten. Die Glukose wird von den Zellen im Darm aufgenommen und durch den Blutkreislauf zu den Zellen im gesamten Körper transportiert. Die Glukose kann jedoch nicht von allein in die Zellen gelangen. Sie braucht Hilfe vom Insulin, um die Zellwände durchdringen zu können. Daher fungiert Insulin als Regulator des Glukosetransports und Stoffwechsels im Körper.
Insulin wird das „Hungerhormon“ genannt. Wenn der Blutzuckerspiegel nach einer Mahlzeit ansteigt, steigt entsprechend der Insulinspiegel an, mit anschließendem Abfall des Blutzuckerspiegels durch den Transport von Glukose in die Zellen zwecks Energiegewinnung. Wenn die Zelle Energie produziert, wird der Blutzuckerspiegel langsam gesenkt und die Insulinausschüttung aus der Bauchspeicheldrüse wird eingestellt. Da weiterhin Energie hergestellt wird, hält der Abfall des Blutzuckerspiegels an. Wenn er unter einen bestimmten Stand gesunken ist, verspüren wir Hunger. Dies passiert häufig ein paar Stunden nach der Mahlzeit. Dieser Abfall des Blutzuckerspiegels regt die Nebennieren an, mehr Cortisol zu produzieren. Das Cortisol erhöht den Blutzuckerspiegel, in dem es Eiweiße und Fette in seine Bausteine spaltet. Somit steigt der Blutzuckerspiegel wieder an, damit für uns zwischen den Mahlzeiten eine gleichmäßige Versorgung mit Energie sicher gestellt ist. Cortisol arbeitet daher Hand in Hand mit dem Insulin, um einen gleichmäßigen Blutzuckerspiegel 24 Stunden am Tag aufrecht zu erhalten und ihn in einem eng kontrolliertem Bereich zu halten.
Wenn die Nebennieren gestresst sind, fällt die Menge des produzierten Cortisols unter den Normalstand ab und die Menge des Zuckers, der den Zellen zur Verfügung steht, ist vermindert. Mit weniger Zucker hat der Körper weniger Energie zur Verfügung und man empfindet Müdigkeit. Wenn der Zuckerspiegel unter einen kritischen Punkt abfällt, kann man sich schwindelig und verwirrt fühlen. Dies sind übliche Symptome von zu niedrigem Blutzucker (auch Hypoglykämie genannt). Am wahrscheinlichsten erleben wir eine Unterzuckerung zwischen den Mahlzeiten um 10-12 Uhr, ebenso wie um 15-16 Uhr.
Um die Sache noch zu verschlimmern, wird als automatische Reaktion des Körpers die Produktion von Insulin erhöht, wenn mehr Zucker während einer Stressreaktion benötigt wird, als Versuch, mehr Zucker aus dem Blutkreislauf in die Zellen und so mehr Energie zu bekommen. Insulin öffnet die Zellwände, um Glukose hineinzubringen, was wiederum in einem weiteren Abfall des Blutzuckers resultiert. Dies verschlimmert die bereits existierende Unterzuckerung.
Menschen mit Nebennierenschwäche berichten oft von Symptomen wie Schwindel und Schwäche, sobald der Blutzuckerspiegel unter einen Stand abfällt, der normalerweise für die Körperfunktionen benötigt wird. Um dem entgegen zu wirken, ist die üblichste und schnelle Lösung zu Lebensmitteln zu greifen, die viel raffinierten Zucker enthalten, wie Kuchen oder Süßigkeiten oder auch zu Getränken, die Stimulantien zur Ausschüttung von Cortisol enthalten, wie z.B. Kaffee oder Cola. Dies gibt einem einen Energieschub. Diese Erleichterung der Hypoglykämie-Symptome dauert jedoch nur ungefähr für 1-2 Stunden an. Es führt unweigerlich zu einem Einbruch mit noch niedrigerem Blutzucker. Diejenigen mit Nebennierenschwäche befinden sich permanent auf einer Achterbahn, was die Blutzuckerspiegel während eines gesamten Tages betrifft. Der Zuckerspiegel neigt dazu, nach jeder schnellen Mahlzeit anzusteigen, fällt dann aber nach ein paar Stunden wieder ab. Am Ende des Tages ist der Körper völlig ausgelaugt.
Eine Ernährung, die einen konstanten Blutzuckerspiegel aufrecht erhält, ist eine entscheidende Voraussetzung zur Genesung der Nebennierenschwäche. Dies kann erreicht werden, indem man eine Vielzahl an Nahrungsmitteln zu sich nimmt, die einen niedrig glykämischen Index haben und den Zucker langsam freisetzen, damit der Körper während und zwischen den Mahlzeiten durchhalten kann. Stärkehaltige Kohlehydrate, die sehr schnell in Glukose umgewandelt werden, wie Brot und Nudeln, sollten eingeschränkt werden. Süße Getränke sollten komplett gemieden werden.
Salz
Die Salzmenge und -regulation im Körper hängt stark von einem chemischen Stoff ab, der Aldosteron genannt wird. Dieser Stoff wird in der Nebennierenrinde unter der Führung von einem weiteren Hormon, ACTH genannt, hergestellt. ACTH wird in der vorderen Hypophyse gebildet. ACTH regt die Nebennierenrinde an, eine breite Anzahl von Hormonen, einschließlich Aldosteron und Cortisol, zu produzieren. Wie das Cortisol, folgt die Aldosteron-Ausschüttung einem täglichen Muster, das seinen Höchstand um 8.00 Uhr hat und seinen niedrigsten zwischen 24.00 und 4.00 Uhr nachts. Aldosteron ist eine sehr spezielle Verbindung, die verantwortlich für die Aufrechterhaltung der Konzentration von Natrium und Kalium innerhalb und außerhalb der Zellen ist. Das wiederum hat eine direkte Auswirkung auf die Flüssigkeiten im Körper. Daher spielt Aldosteron eine wichtige Rolle bei der Regulation des Blutdrucks.
Es ist wichtig zu beachten, dass Natrium und Wasser Hand in Hand arbeiten. Wohin das Natrium geht, geht auch das Wasser. Wenn die Konzentration von Aldosteron im Körper ansteigt, steigt auch die Konzentration von Natrium und Wasser an, mehr Flüssigkeit wird im Körper zurückgehalten und der Blutdruck steigt. Umgekehrt, wenn der Aldosteronspiegel absinkt, wird die Menge an Natrium und Wasser im Körper reduziert. Der Blutdruck sinkt.
Im Gegensatz zu Cortisol hat Aldosteron kein eigenes negatives Rückkopplungssystem, wenn extrem hohe Mengen auftauchen. Wenn der Aldosteronspiegel zu hoch ist, werden die Rezeptoren herunterreguliert und die Empfänglichkeit für Aldosteron wird geringer. In den frühen Phasen der Nebennierenschwäche, steigt aufgrund der stressbedingten ACTH-Stimulierung unser Cortisol- und Aldosteronspiegel an. Daraus resultierend werden Natrium und Wasser im Körper zurückgehalten und wir fühlen uns aufgedunsen. Die Barorezeptoren (Rezeptoren, die druckempfindlich sind) der Blutgefäße sind stimuliert und die Gefäße entspannen sich automatisch, was durch das autonome Nervensystem gesteuert wird. Diese Selbstregulation hilft bei der Aufrechterhaltung eines stabilen Blutdrucks, sobald das Volumen der Gesamt-Flüssigkeit aufgrund eines stressbedingten hohen Aldosteron-Spiegels ansteigt. Bei Stress schütten die Nebennieren ein weiteres Hormon aus, das Adrenalin genannt wird. Dieses Hormon verengt die Blutgefäße und erhöht den Blutdruck, um sicher zu stellen, dass unser Gehirn mit ausreichend Blut und Sauerstoff versorgt wird, um uns bei der Bewältigung der bevorstehenden Gefahr zu helfen. Die Summe der Reaktion auf Aldosteron, Adrenalin und die automatische Gefäß-Entspannung, sind einige der Hauptfaktoren, die letztlich den endgültigen Blutdruck bestimmen. Während der frühen Stadien der Nebennierenschwäche ist der daraus resultierende Blutdruck oft normal, wenn alle Körperfunktionen im Gleichgewicht sind. Wenn der Körper unfähig ist, der Aldosteron- und Adrenalin-Reaktion Herr zu werden, dann wird der Blutdruck angehoben. Es kommt häufig vor, das stressreiche Erlebnisse in hohem Blutdruck enden.
Indem die Nebennierenschwäche zu ausgeprägteren Stadien fortschreitet, verringert sich die Menge des produzierten Aldosterons. Die Natrium- und Wasserrückhaltung ist beeinträchtigt. Weil die Flüssigkeitsmenge im Körper vermindert ist, stellt sich ein niedriger Blutdruck ein. Die Zellen dehydrieren und haben Natriummangel.
Mit fortschreitender Erschöpfung der Nebennieren, finden wir niedrigen Blutdruck und es stellt sich Salzhunger ein. Der niedrige Blutdruck ist auf die verringerte Flüssigkeitsmenge im Körper zurück zu führen. Der Salzhunger tritt ein, weil sich der Körper in einem absolutem Natriummangel befindet. Beides ist auf einen Mangel an Aldosteron zurückzuführen. Um dem entgegenzuwirken, tritt Kalium aus den Zellen aus, sodass das Natrium-Kalium Verhältnis konstant bleiben kann. Der Verlust an Kalium ist geringer als der an Natrium. Daraus ergibt sich ein erhöhtes Kalium-Natrium-Verhältnis. Dieses Ungleichgewicht löst eine Reihe weiterer Probleme aus.