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Alt 06.07.06, 10:17
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Dr. Michael Lam ( www.LamMD.com )


Frauen und Nebennieren

Die Drüsen der Nebennieren tragen ungefähr zu 35 % zur Produktion der weiblichen Hormone in der Prämenopause und zu fast 50 % in der Postmenopause bei. Außerdem kann ohne gut funktionierende Nebennieren keine Schwangerschaft stattfinden.

- Östrogen-Dominanz
Heutzutage haben Frauen, die die Mitte der 30er oder Anfang der 40er erreicht haben, häufig erschöpfte Nebennieren aufgrund eines stressreichen Lebensstils. Stress wird in erster Linie von unseren Nebennieren reguliert. In den frühen Stadien der Nebennierenschwäche ist die Cortisol-Ausschüttung hoch, da der Körper versucht, den Stress zu neutralisieren, indem er noch mehr davon produziert. Wenn zu viel Cortisol produziert wird, hat dies allerdings vielfältige unerwünschte Auswirkungen. Zum Beispiel blockiert Cortisol die Progesteron-Rezeptoren und macht sie weniger sensibel für das Progesteron. Die Progesteron-Produktion, die in den Nebennieren stattfindet, kommt zugunsten des Cortisols zum Stillstand. Ungenügende Progesteron-Produktion führt zu einem Ungleichgewicht von Östrogen zu Progesteron. Wenn zu wenig Progesteron da ist, um das Östrogen auszugleichen, kommt es im Körper zur Östrogen-Dominanz und einer Menge an unerwünschten Nebenwirkungen, die mit einem extrem hohem Östrogen in Verbindung gebracht werden. Dies führt zu einem Zustand, der als Östrogen-Dominanz bekannt ist. Es ist kein Zufall, dass wir bei Frauen, die die Mitte der 30er oder Anfang der 40er erreichen, vermehrt Symptome erkennen, die auf ein extrem hohes Östrogen zurückzuführen sind, wie zum Beispiel das PMS, Gebärmutter-Myome und das Prämenopausale Syndrom.

Normalisierung der Nebennieren sollte vor einer Hormonregulation stattfinden. Die Drüsen der Nebennieren regeln den alltäglichen Stress unseres Lebens. Eine Frau muss die Funktion ihrer Nebennieren normalisieren, um insgesamt ein Hormongleichgewicht im Körper zu erreichen. Tatsache ist, dass die Substitution von fehlenden Hormonen allein, ohne die Gesundheit der Nebennieren insgesamt zu berücksichtigen, nur eine notdürftige Symptombekämpfung und auf Dauer oft wirkungslos ist. Der Normalisierungs-Prozess kann mit dem Aufspüren und Beseitigen von Stressfaktoren beginnen. Stressfaktoren sind oft chronischer Natur und können mit Lebensstil, Ernährung, mentalem Befinden und Infektionen als Ursachen in Verbindung gebracht werden. Frauen mit starken Monatsblutungen und Nebennierenschwäche können ihre Nebennieren-Funktion mit natürlichem Cortisol, ausreichend Schlaf, gesunder Ernährung und Nahrungsergänzungsmitteln normalisieren, bevor sie eine Progesteron-Therapie in Erwägung ziehen. Durch Progesteron könnten sich die Blutungen sogar verstärken. Dies tritt normalerweise nur vorübergehend auf und passiert am Anfang, wenn die Östrogenrezeptoren neu sensibilisiert werden. Frauen, die unter Stress stehen, können paradoxerweise ein hohes Cortisol und gleichzeitig eine Nebenniereninsuffiziens aufweisen (Stufe 1), bevor es zur Erschöpfung der Nebennieren mit letztendlich sinkendem Cortisol kommt (Stufe 2+3).

Die meisten Frauen in der Postmenopause, die Haarausfall haben, haben ein Problem mit den Nebennieren. Haarausfall ist ein Zeichen von hohen Androgen-Spiegeln. Manche Frauen neigen dazu, zuviel Androstendion zu produzieren, das dann in Östrogen und Testosteron umgewandelt wird. Östriol kann zum Ausgleich gegen die Wirkungen des Testosteron gegeben werden, während Östrogen das Testosteron im Körper ausgleicht. Cortisol ist ebenfalls sehr nützlich und kann vorzugsweise als natürliche Medizin verwendet werden. Es hält die Drüsen der Nebennieren davon ab, in dem androgenen Bereich des Stressregelkreises stecken zu bleiben. Cortisol wirkt ebenfalls ergänzend bei der Verwendung von Progesteron. Ein effektiver Cocktail besteht daher aus Östriol, Cortisol und Progesteron.



Protokoll der Nebennierenschwäche

Achtung: Aufgrund enormer individueller Unterschiede, sollte die Einnahme von Nährstoffen auf ihren Körper abgestimmt sein. Der geeignete Nährstoff für den einen Patienten, kann Gift für den Anderen sein. Wenn Sie eine spezielles gesundheitliches Anliegen haben und meine persönliche Empfehlung bezüglich der Ernährung haben möchten, schreiben Sie mir (klick hier: http://www.drlam.com/askme.cfm ).

Die Nebennierenschwäche kann rückgängig gemacht werden. Sie müssen dem Wiederherstellungsprozess eventuell 6 Monate bis 2 Jahre Zeit geben. Dies sind einige wichtige Schritte dahin:

1. Beseitigung der Stressfaktoren. Dies ist der wichtigste Schritt. Emotionale Stressfaktoren sind zum Beispiel Ehe-, Familien-, Beziehungs- oder Finanzprobleme und müssen geregelt und auf ein normales Niveau gebracht werden.

2. Schlaf. Das wichtigste ist, genügend Ruhephasen zu haben. Es ist wichtig, jeden Abend um 22.00 Uhr zu Bett zu gehen. Warum? Weil unsere Nebennieren noch einmal richtig loslegen müssen, um uns über die Zeit von 23.00 bis 1.00 Uhr zu bringen. Dies bringt für die Drüsen der Nebennieren enormen Stress mit sich. Wenn wir uns früh hinlegen, ruhen sich unsere Nebennieren voll und ganz aus und eine erneute Ankurbelung wird vermieden. Zwischen 22.00 und 1.00 Uhr arbeiten unsere Nebennieren am härtesten, um unserem Körper bei der Regeneration zu helfen. Wir sollten ebenfalls versuchen, wenn möglich bis 8.30 oder 9.00 Uhr morgens zu schlafen. Das liegt daran, weil unser Cortisol-Spiegel seine Spitze zwischen 6.00 und 8.00 Uhr morgens erreicht mit dem Ziel, uns aufzuwecken und uns für den Tag in die Gänge zu bringen.

In späteren Stadien der Nebennierenschwäche fällt der Cortisol-Spiegel ab und wir fühlen uns müde. Es fällt uns schwerer aufzuwachen. Wenn wir zu früh aufwachen sollen, erhöht das den Stress für die Nebennieren, die noch mehr Cortisol produzieren müssen, obwohl sie schon erschöpft sind.

Ausreichender Schlaf in der Nacht ist daher zwingend. Ohne gesunden Schlaf kann sich unser Körper nicht ausreichend regenerieren, um auf die Stresssituationen des kommenden Tages vorbereitet zu sein. Wir sollten auch in einem völlig abgedunkelten Raum schlafen, um eine maximale Produktion an Melatonin zu erreichen.

Wenn Sie nicht einschlafen können, nehmen Sie 30 Minuten vor dem Schlafengehen Melatonin oral ein (0,5 bis 3 mg). Sie können mit einer niedrigen Dosis anfangen (0,5 mg) und sich schrittweise hocharbeiten. Wenn Sie mit 3 mg beginnen, die üblicherweise verkaufte Dosis, und sie nicht als hilfreich empfinden, gehen Sie auf eine niedrigere Dosis. Die richtige Dosis variiert von Mensch zu Mensch.

Wenn sie dazu neigen, nachts zwischen 2.00 und 3.00 Uhr wach zu werden und nicht wieder einschlafen können, ist das ein Zeichen von hohem Stress. In diesem Fall können Sie die Einnahme von Depot-Melatonin erwägen. Sie können ebenso über andere Schlafmittel nachdenken, wie das 5-HTP in 100 mg, Nebennierenextrakte und Spurenelemente. Ein weiteres wunderbares Entspannungs- und Schlafmittel ist das Magnesium. Einige bekannte Kräuter, die den Schlaf fördern sind Baldrianwurzel, Hopfen (ganze Pflanze), und Lakritze (Süßholzwurzel).

3. Vermeiden Sie Kaffee und koffeinhaltige Getränke. Kaffee und Tee wirken als Stimulantien und unterbrechen das Schlafmuster. Kräutertee ist akzeptabel, da er kein Koffein enthält.

4. Vermeiden Sie Fernsehen und Computer. Einige Menschen können sehr lichtempfindlich sein. Fernzusehen oder am Computer zu arbeiten, kann verhindern, dass der Melatonin-Spiegel zur Einleitung des Schlafes ansteigt. Wenn Sie zu diesen Menschen gehören, sollten Sie ihren Fernseher oder Computer ungefähr um 20.00 Uhr abstellen.

5. Fitness-Training. Dies ist eine wunderbare Methode, Stress zu reduzieren und sich mit viel Sauerstoff zu versorgen. Sport reduziert Depressionen, erhöht die Blutzirkulation, normalisiert die Cortisol-, Insulin-, Blutzucker-, Wachstumshormon- und SD-Hormon-Spiegel und lässt Sie sich ganz allgemein besser fühlen. Sie können täglich 20-30 Minuten trainieren und dabei jede Trainigseinheit in 10-Minuten-Blocks einteilen.

Leichte Übungen, wie strammes Gehen oder Treppensteigen sind einfach und können fast überall durchgeführt werden. Sie sollten den Ablauf variieren, sodass das Training auch Spaß macht. Nehmen Sie sich vor, jede Woche ungefähr 2000 bis 3000 Kalorien zu verbrennen. Wenn Sie Sport machen, sollten Sie diese drei Bereiche abdecken:

- Aerober Sport - wie z.B. schnelles Gehen (Walking), Treppensteigen, Nordic Walking, Schwimmen und Fahrradfahren.
- anearober Sport - wie z.B. Gewichte heben, Push-ups, Sit-ups und Chin-ups
- Dehnübungen - wie z.B. Stretching, Yoga und Tai Chi.

6. Ergänzungsmittel. Es ist klug, die Funktion der Nebennierendrüsen zu optimieren. Ergänzungsmittel wie DHEA von 15 bis 30 mg, Pregnenolon von 25 bis 50 mg, eine niedrige Dosis von natürlichem Cortisol von 25 bis 50 mg, natürliches Progesteron von 20 mg oder Süßholzwurzelextrakt können eingenommen werden.
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