Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Haben Schilddrüsenhormone Auswirkung auf Zyklusveränderungen?
Vor ca. 3 Monaten wurde bei mir eine RJT durchgeführt. Seit dem schwanke ich zwischen Über- und Unterfunktion
hin und her. Mein Zyklus schwankt seit dem ebenfalls.
Vor ca. 2 Monatern wurde ein Knoten in meiner linken Brust diagnostiziert, der lt. Ultraschall, Mammographie und
Kernspintomagrahie keinen Anlaß auf ein Krebsgeschwür gibt.
Zur Zeit habe ich ständig Schmerzen in der Brust und ständiges Unwohlsein.
Seit 3 Wochen habe ich eine Unterfunktionund nehme täglich L-Thyroxin 100 1 x und fühle mich immer schlechter.
Gestern war ich beim Frauenarzt und seine Aussage ist, dass die Schilddrüse keinerlei Auswirkung auf weibliche Hormone hat.
Nun endlich meine Fragen: STIMMT das?
Wenn es nicht stimmt, kann der Knoten in meiner Brust auch auf hormonelle Veränderungen durch die Schilddrüse entstanden sein?
Wie schnell reagiert der Körper auf veränderte Medikation? Z. Zt. habe ich immer das Gefühl, dass ich zu spät umgestellt werden.
Im Moment weiß ich noch nicht an wen ich hier diese Frage stelle, hoffe aber, dass mir jemand helfen kann.
Vielen Dank im voraus.
Andrea
Michael D‘Angelo
25.10.00, 14:20
Hallo Andrea!
Mein Name ist Michael D‘Angelo und ich habe keine Basedow, dafür aber Hashimoto.
Ich möchte etwas zu Dir sagen bzgl. Schilddrüse und Gonaden (Eierstöcke/Hoden).
Deine Ärztin hat leider unrecht, wenn Sie behauptet, daß die Schilddrüsenhormone keine Einfluß auf die anderen hormonproduzierenden Organ hat. Ich habe Hashimoto und einen Hypogonadismus, d.h. ich produziere zuwenig Testosteron, das männliche Hormone, habe aber nicht zuviel von den weiblichen Hormonen (Östrogen, Gestagen). Es wurde keine sonstigen Veränderungen bei mir gefunden, die diesen Hormonmangel auslösen könnten. Ergo bleibt fast nur die Schidldrüsenentzündung als Ursache für diese Hormonstörung.
Aber es ist nicht nur mir so ergangen, sondern viele Frauen (und Männer) habe Hormonstörung aufgrund der gestörten Schilddrüse. Man hat bis jetzt (nach meinem Wissen) noch keine direkten Zusammenhang gefunden, aber man weiß natürlich, daß die Hypophyse beide steuert und wenn ein Organ (hier die Schilddrüse) nicht in Ordnung ist, dann stimmen meistens die anderen Hormone auch nicht, die die Hypophyse mit steuert.
Auch die Ausrede, daß die Hypophyse bzw. der Hypothalamus richtig funktioniert, weil der Hypophysen/Hypothalmus-Schilddrüsen-Test gemacht wurde (Dir wird, so glaube ich, TRH gespritzt und Du bekommst meistens gleich das Gefühl, also ob Du sofort ein stilles Örtchen aufsuchen mußt), zieht auch nicht, da dieser Test nur untersucht, ob die Hypophyse überhaupt noch richtig reagiert auf dieses Steuerungshormon. Die Feinsteuerung, die man aber größtenteils noch gar nicht erforscht, wird da nicht gemessen.
Die Aussage Deiner Ärtzin entspricht also nicht den Tatsachen.
Hast Du in letzter Zeit mal deinen Prolactin-Wert messen lassen?
Dieses Hypophysen-Hormon stimmt machmal bei einer Unterfunktion auch nicht und ist da erhöht, was bei der Frau die Milchbildung in der Brust anregt. Daher könnte Deine Brustschmerzen von einem zu hohen Prolactin-Wert kommen.
Liebe Grüße
Michael D‘Angleo
Hallo Andrea,
sehr wohl haben Schilddrüsenerkrankungen Auswirkungen auf den weiblichen Zyklus. Ich hatte dieselben Probleme wie Du: Ständig angeschwollene Brust - fast den ganzen Monat lang - mit extrem dicken Knoten, die sehr schmerzten. Mein Zyklus war ebenfalls sehr unregelmäßig.
Wenn Dein Arzt das nicht weiß, dann such Dir einen kompetenteren. Nicht jeder Arzt kann diese Störung behandeln, doch muß es ein Arzt wissen.
Aber Du mußt trotz alle dem Geduld haben. Bis sich der Zyklus unter entsprechender Medikation wieder einstellt ist ein langer Weg. Bei mir ist die OP jetzt fast 2 Jahre her und ich habe diesen Monat erstmals wieder einen Eisprung gehabt. Nehme auch schon seit 6 Monaten ein Präparat zur Unterstützung bei Progesteronmangel.
Also Kopf hoch und einen vernünftigen Arzt suchen.
Alles Gute
Sylvia
L.Brakebusch
26.10.00, 08:50
>Liebe Frau Wenzler,
Schilddrüse und Eierstöcke werden von einer übergeordneten Schaltzentrale im Gehirn gesteuert, der Hypophyse. Funktioniert der Schilddrüsenstoffwechsel nicht mehr richtig, so entgleisen meist auch die weiblichen Hormone. Die Wirkung einer RJT tritt erst langsam ein, so dass Sie sich in einer ganz labilen Stoffwechselsituation befinden. Das "Kunststück" besteht darin die richtige Menge und richtige Zusammensetzung von Schilddrüsenhormon zu finden, die für Sie speziell passend ist (reines T4 oder T4 +T3 siehe Text http://www.morbusbasedow.de Hormone). Bitte haben Sie viel Geduld, z. T. braucht es Monate bevor sich wieder Normalität einstellt. Oft kommt es zu Zyklusproblemen mit fehlendem Eisprung und fehlendem oder zu niederigen Gelbkörperhormon (=Progesteron), dies führt zu Brustspannen und Schmerzen der Brust sowie anderen Problemen. Eine Mastopathie (gutartige knotige Gewebeveränderung der Brust) kann entstehen oder eine vorbestehende Mastopathie kann sich verstärken. Hilfreich ist es die weiblichen Hormone zu unterstützen. Das ist je nach Lebensalter und Lebenssituation durch verschiedene Maßnahmen möglich (Einnahme einer Anti-Baby-Pille, Einnahme von einem Wechseljahrshormonpräparat mit PROGESTERON oder unterstützende Einnahme von Progesteron oder Gabe von Progesteroncreme/gel). Ein Hormonstatus der weiblichen Hormone und eine ausführliche Beratung wäre sinnvoll bei einem endokrinologisch versierten Frauenarzt durchführen zu lassen, (der Hormonstatus eventuell aber erst nach 4-6 Monaten nach der RJT denn im Augenblick ist wahrscheinlich alles "durcheinander").
Sie selber haben den klaren Zusammenhang zwischen Schilddrsüe und weiblichen Hormonen an sich festgestellt und sollten darauf beim Arzt bestehen. Leider sind vielen Ärzten diese Zusammnhänge nicht klar und die Patienten werden als "Querulanten" abgetan. In so einem Fall nützt es oft nur sich weitere ärztliche Meinungen einzuhohlen.
Bei Müdigkeit, Konzentrationsstörungen und übermäßiger Gewichtszunahme kann statt L-Thyroxin Prothyrid gut sein.
Bei Brustspannen und Schmerzen, sowie Augenschwellungen und vermindertem sexuellen Verlangen kann Progestogel sinnvoll sein. Sprechen Sie Ihren Arzt auf diese oder vergleichbare Inhaltsstoffe enthaltende Präparate an.
Alles Gute für Sie und die ausreichende Geduld!
mit freundlichen Grüssen
Leveke Brakebusch
Hallo Sylvia,
vielen vielen Dank für Deine Antwort. Das ist ja wahnsinn. Hat Dir dann Dein Schilddrüsenarzt diese Auskunft gegeben oder der
Frauenarzt? Denn beide Ärzte haben mir auf Rückfragen dieselbe Antwort gegeben.
Sind die Knoten bei entsprechender Medikation zurückgegangen?
Wer hat Dir denn diese Medikation verschrieben, Schilddrüsenarzt oder Frauenarzt?
Sorry, dass ich so dumme Fragen stellen, aber die Antworten, die ich bisher von den Ärzten bekomme sind so bescheiden,
dass ich froh bin, endlich jemand mit denselben Problemen gefunden zu haben.
Danke im voraus.
Andrea
Hallo Andrea,
>
>sehr wohl haben Schilddrüsenerkrankungen Auswirkungen auf den weiblichen Zyklus. Ich hatte dieselben Probleme wie Du: Ständig angeschwollene Brust - fast den ganzen Monat lang - mit extrem dicken Knoten, die sehr schmerzten. Mein Zyklus war ebenfalls sehr unregelmäßig.
>
>Wenn Dein Arzt das nicht weiß, dann such Dir einen kompetenteren. Nicht jeder Arzt kann diese Störung behandeln, doch muß es ein Arzt wissen.
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>Aber Du mußt trotz alle dem Geduld haben. Bis sich der Zyklus unter entsprechender Medikation wieder einstellt ist ein langer Weg. Bei mir ist die OP jetzt fast 2 Jahre her und ich habe diesen Monat erstmals wieder einen Eisprung gehabt. Nehme auch schon seit 6 Monaten ein Präparat zur Unterstützung bei Progesteronmangel.
>
>Also Kopf hoch und einen vernünftigen Arzt suchen.
>
>Alles Gute
>Sylvia
Liebe Frau Brakebusch,
diese sehr ausführliche Antwort hilft mir super weiter. Endlich etwas, womit ich etwas konkret anfangen kann.
Vielen DANK.
Nun werde ich mich auf die Suche nach einem endokrinologisch versierten Frauenarzt machen.
Andrea Wenzler
>>Liebe Frau Wenzler,
>Schilddrüse und Eierstöcke werden von einer übergeordneten Schaltzentrale im Gehirn gesteuert, der Hypophyse. Funktioniert der Schilddrüsenstoffwechsel nicht mehr richtig, so entgleisen meist auch die weiblichen Hormone. Die Wirkung einer RJT tritt erst langsam ein, so dass Sie sich in einer ganz labilen Stoffwechselsituation befinden. Das "Kunststück" besteht darin die richtige Menge und richtige Zusammensetzung von Schilddrüsenhormon zu finden, die für Sie speziell passend ist (reines T4 oder T4 +T3 siehe Text http://www.morbusbasedow.de Hormone). Bitte haben Sie viel Geduld, z. T. braucht es Monate bevor sich wieder Normalität einstellt. Oft kommt es zu Zyklusproblemen mit fehlendem Eisprung und fehlendem oder zu niederigen Gelbkörperhormon (=Progesteron), dies führt zu Brustspannen und Schmerzen der Brust sowie anderen Problemen. Eine Mastopathie (gutartige knotige Gewebeveränderung der Brust) kann entstehen oder eine vorbestehende Mastopathie kann sich verstärken. Hilfreich ist es die weiblichen Hormone zu unterstützen. Das ist je nach Lebensalter und Lebenssituation durch verschiedene Maßnahmen möglich (Einnahme einer Anti-Baby-Pille, Einnahme von einem Wechseljahrshormonpräparat mit PROGESTERON oder unterstützende Einnahme von Progesteron oder Gabe von Progesteroncreme/gel). Ein Hormonstatus der weiblichen Hormone und eine ausführliche Beratung wäre sinnvoll bei einem endokrinologisch versierten Frauenarzt durchführen zu lassen, (der Hormonstatus eventuell aber erst nach 4-6 Monaten nach der RJT denn im Augenblick ist wahrscheinlich alles "durcheinander").
>Sie selber haben den klaren Zusammenhang zwischen Schilddrsüe und weiblichen Hormonen an sich festgestellt und sollten darauf beim Arzt bestehen. Leider sind vielen Ärzten diese Zusammnhänge nicht klar und die Patienten werden als "Querulanten" abgetan. In so einem Fall nützt es oft nur sich weitere ärztliche Meinungen einzuhohlen.
>Bei Müdigkeit, Konzentrationsstörungen und übermäßiger Gewichtszunahme kann statt L-Thyroxin Prothyrid gut sein.
>Bei Brustspannen und Schmerzen, sowie Augenschwellungen und vermindertem sexuellen Verlangen kann Progestogel sinnvoll sein. Sprechen Sie Ihren Arzt auf diese oder vergleichbare Inhaltsstoffe enthaltende Präparate an.
>Alles Gute für Sie und die ausreichende Geduld!
>mit freundlichen Grüssen
>Leveke Brakebusch
>
>
Anke Wanka
27.10.00, 07:07
Hallo allerseits,
nachdem ich nun auch noch dieses "Fachgebiet" vorfinde nach all den guten (nicht guten) Problemgebieten, die mein Wissen um mich selbst inzwischen sehr erweitert haben, komme ich immer mehr zu dem Ergebnis, dass die Ärzte insgesamt zu wenig wissen von MB und den Zusammenhängen. Es ist doch komisch, dass die Patienten dem Arzt sozusagen auf die Sprünge helfen müssen. Ich habe vor zwei Jahren meine Gebärmutter wegoperieren lassen,weil ich über ein Jahr krass gesagt nicht mehr aus den Windeln herauskam. Ehe fand nicht mehr statt. Ich war gleichzeitig beim Urologen wegen Blasenreizung, beim Orthopäden wegen totaler Gelenkschmerzen, beim Internisten wegen Darm- und Gallenkoliken, bei meinem Hausarzt wegen Herzrhythmusstörungen und und und. Das alles fand innerhalb eines Zeitraumes von zwei Jahren statt. Abgesehen von den Kosten für die Krankenkasse hätte mir sehr viel Leid und dazu auch Erniedrigung (wegen Hypochondrie z. B.) erspart bleiben können. Ich kann von mir aus doch nicht sagen, die Hormone sind durcheinander wegen der SD, wenn ich das nicht weiß. Heute bin ich schlauer und ich hoffe, dass viele andere Frauen durch das Forum weiter schlau werden und ihre Probleme erkennen und behandeln lassen können. Erst seit einem halben Jahr bin ich wieder "Mensch", auch dank der psychiatrischen Unterstützung. Und seit ich die Beiträge dieser lieben Leute hier lese, fühle ich mich nicht mehr als Hypochonder, sondern weiß, dass ich nur unaufgeklärt und die Ärzte unwissend waren.
Das musste ich einfach mal aufs Papier bringen!! Leider habe ich keine Leute, die mit mir über ihre Probleme und Erfahrungen persönlich sprechen können z. B. in der SHG. So guckte ich immer noch (etwas neidisch) Richtung Bodensee.
Liebe Grüße und einen schönen Tag wünscht euch
Anke Wanka
Hallo Andrea,
mir haben beide Ärzte, sowohl Hausarzt als auch Frauenarzt, diese Auskunft gegeben. Auch Leveke hat mir sehr viel darüber geschrieben. Zu anfangs habe ich nur Progestogel für die Knoten in meiner Brust bekommen. Das hat mir aber ehrlich gesagt überhaupt nicht geholfen. Kühlakkus wurden daheim zum absoluten MUSS. Dann hat mein Frauenarzt einen Hormontest gemacht und siehe da: extremer Progesteronmangel (ich bemerke, daß dieser Hormontest über ein Jahr nach !! meiner OP gemacht wurde). Es war auch nicht genau klar, wie lange ich schon diesen Mangel habe, da der MB ja schon lange in einem schlummern kann und ganz fies seine Spielchen mit den Hormonen treibt.
Ich habe daraufhin ein Präparat aus Keuschlammtrockenextrakt bekommen, welches ich seit 6 Monaten nehme. Es ging mir jetzt erstmals vor meiner Periode gut. Ich fühlte mich irgendwie glücklicher, obwohl ich durch den MB immer rappelig bin oder das Gegenteil total erschöpft. Trotzdem war es anders und ich habe sofort einen Hormontest machen lassen.
Lange Rede, kurzer Sinn: Es braucht alles wirklich seine Zeit. Ich denke aber auch, daß es abhängig vom Schwierigkeitsgrad des MB ist. Ich wurde 2 Monate nach Diagnose schon operiert, man hat mich also nicht lange damit rumlaufen lassen. Meine Antikörper sind mittlerweile normal, bis auf den MAK der ist grenzwertig.
Gib den Mut nicht auf und hake immer bei den Ärzten nach. Gehe ihnen auf den Wecker, wenn sie Dich nicht richtig aufklären. Frage ihnen Löcher in den Bauch, damit Du auch weißt, was da so in Deinem Körper vor sich geht. Ich war manchmal nur so in der Praxis und habe meinen Arzt gefragt, ob es nicht doch noch eine andere Möglichkeit gibt (ich glaube, der hat schon die Augen verdreht wenn er mich gesehen hat).
Ich hoffe für Dich bzw. ich wünsche allen in diesem Forum, daß sie in dieser Hinsicht auch Erfolg haben und bald darüber berichten können.
Gute Besserung und Kopf hoch
Sylvia
>Hallo Sylvia,
>
>vielen vielen Dank für Deine Antwort. Das ist ja wahnsinn. Hat Dir dann Dein Schilddrüsenarzt diese Auskunft gegeben oder der
>Frauenarzt? Denn beide Ärzte haben mir auf Rückfragen dieselbe Antwort gegeben.
>Sind die Knoten bei entsprechender Medikation zurückgegangen?
>Wer hat Dir denn diese Medikation verschrieben, Schilddrüsenarzt oder Frauenarzt?
>
>Sorry, dass ich so dumme Fragen stellen, aber die Antworten, die ich bisher von den Ärzten bekomme sind so bescheiden,
>dass ich froh bin, endlich jemand mit denselben Problemen gefunden zu haben.
>
>Danke im voraus.
>
>Andrea
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