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rita
23.12.02, 07:59
Immer wieder juckende Quaddeln
Mit Helicobacter-Beschuss Urtikaria besiegen?
BOCHUM - Wenn Sie eine chronische Urtikaria partout nicht in den Griff bekommen, sollten Sie nach Infekten fahnden: Hinter der juckenden Haut kann Helicobacter pylori stecken oder ein Streptokokkeninfekt. Nicht selten findet sich auch ein Autoimmungeschehen.
Über 15 Jahre hatte sich der 35-Jährige mit chronischer Nesselsucht herumgeschlagen, Beschwerden plagten ihn durchschnittlich alle zwei bis drei Tage. Bis er eines Tages Magenschmerzen bekam: Rasch wurde eine Helicobacter-positive Gastritis festgestellt und die Vertreibung des Magenkeims initiiert. Acht Wochen nach Therapie mit Omeprazol, Amoxicillin und Clarithromycin hatte sich nicht nur das Magen-Zwacken, sondern auch das Hautleiden in Luft aufgelöst.
Auch Autoimmunprozesse können jucken Auch im zweiten Fall, den Privatdozentin Dr. Bettina Wedi von der Medizinischen Hochschule Hannover bei der gemeinsamen Tagung von DGP* und DGAI** vorstellte, besiegten Triple- und nachfolgende Quadruple-Therapie eine schwere chronische Urtikaria. Täglich hatten den 67-Jährigen juckende Quaddeln gepeinigt, bis er – zum Glück? – ebenfalls an einer Gastritis erkrankte.
Der Zusammenhang von Helicobacter-Eradikation und Urtikaria-Elimination wird kontrovers diskutiert, so die Referentin. Unter den Studien, die das Contra unterstützen, kritisierte sie, finden sich allerdings Arbeiten, in denen die Eradikationsschemata insuffizient waren und letztlich nur wenige Patienten zur Auswertung übrig blieben.
In den Studien, die einen Zusammenhang bejahten, wurden meist mit Tripletherapie hohe Eradikationsraten erzielt. In einer eigenen Untersuchung an Patienten mit chronischer Urtikaria konnte Dr. Wedi bei 91 % der Eradizierten eine wesentliche Verbesserung der Hautsituation erreichen – aber nur bei 50 % der Kontrollen.
Neben chronischen Infekten können Autoimmunprozesse eine Nesselsucht am Schwelen halten. Bei bis zu 40 % der Patienten mit chronischer Urtikaria findet man IgG-Antikörper gegen Fc-Fragmente von Immunglobulinen und bei 5 bis 10 % gegen IgE. In einem Kollektiv von knapp 450 chronisch Urtikaria-Kranken entdeckte Dr. Wedi in 27 % Autoantikörper. Die Urtikaria verlief in solchen Fällen besonders schwer, und es fanden sich häufiger auch Schilddrüsen-Autoantikörper. Bei diesen Patienten kommt man mit Antihistaminika allein oft nicht weit, so die Referentin, so dass man aufwendigere Verfahren wie Plasmapherese bzw. Medikamente wie Ciclosporin A, Chloroquin oder Dapson erwägen muss. Im Fall einer 40-jährigen Frau, die schon über sechs Jahre mit einer therapieresistenten Urtikaria kämpfte und hohe Titer im Eigenserumtest sowie einen Basedow mit hohen Spiegeln an mikrosomalen Antikörpern aufwies, besserte sich das Hautproblem durch Chloroquin – nach längerem Durchhalten. Vorübergehend verschlimmerte sich die Symptomatik sogar, so dass die Frau zusätzlich zum Chloroquin täglich drei Tabletten eines Antihistaminikums brauchte. Erst nach sieben Monaten war der Juckreiz besiegt, und die Medikation konnte abgesetzt werden.
Candidajagd bringt wenig
Bei bis zu 60 % der Fälle von chronischer Urtikaria findet sich ein fokaler Infekt, in 20 bis 30 % ein Autoimmun-Problem, fasste die Autorin zusammen. Seltener liegt eine Pseudoallergie – z.B. auf ASS – zu Grunde oder andere Trigger, z.B. ein Tumor. Der Rat der Expertin zum diagnostischen Vorgehen in kniffligen Juckfällen:
Ausführliche Anamnese mit Frage nach Infekten oder Einnahme von Pseudoallergenen,
allgemeine Entzündungsparameter (CRP),
H.p.-Diagnostik,
Untersuchung auf Streptokokken, Staphylokokken und Yersinien,
Suche nach Autoantikörpern.
"Und was ist mit Candidabesiedlung im Darm?" wollte ein Kollege aus dem Auditorium wissen. Sehr umstritten, so der Kommentar von Dr. Wedi: "Wir prüfen das schon und finden immer wieder Patienten mit starker Besiedlung, die wir auch behandeln. Dass dies die Urtikaria bessert, haben wir aber noch nie erlebt."

Seduce
17.03.08, 10:47
Hat hierzu irgendjemand Erfahrungen von Euch? Ich werde fast verrückt, weil meine Haut juckt und teilweise nesselartig ausschlägt.

jutta.wi
17.03.08, 12:04
Hi Seduce,

jau, damit hab ich so meine Erfahrungen. Im Januar 06 bekam ich die Urticaria, daraufhin Cortison-Spritze. Was gar nicht gut war, weil dann auch noch der Hals zuging. Vorher hatte ich immer mal ein fieses Jucken des Hinterkopfes, das gar nicht aufhören wollte. Dann war es wieder für Monate verschwunden.

Im Nov. 06 wurde dann der MB festgestellt. Die Erfahrungen der letzten 1 1/2 Jahre scheinen mir zu zeigen, dass immer dann, wenn die Antikörper wieder so richtig toben, der Juckreiz und die Quaddelbildung vermehrt da sind.

Damit verbunden sind dann auch Magen-Darm-Probleme, d.h. ich vertrage dann wieder keine Milchprodukte und anderes, habe einen bösen Blähbauch, muss ständig Aufstoßen usw....

Morgen habe ich Total-OP der SD, bin sehr gespannt, ob diese Symptome dann - hoffentlich - auch verschwinden. Wenn ja, dürfte wohl der Beweis erbracht sein, dass beides miteinander zusammenhängt.

Helicobacter habe ich nicht, aber eine chronische Gastritis, die bei der Magenspiegelung im letzten April aber nicht aktiv war. Und es gibt auch Hinweise auf eine Mastozytose.

Das alles läßt mich aber trotzdem hoffen, dass die OP mich sehr viel weiterbringt.

Wenn's wieder ganz schlimm ist, nehme ich ein Antihistaminikum, damit komme ich dann immer ein Stück weiter. Versuche, wenn irgend möglich, alle histaminreichen Nahrungsmittel zu meiden, hier findest du vielleicht weitere Infos:

http://www.urtikaria.net/
http://www.libase.de/

Ich werde berichten.

LG
Jutta

Seduce
17.03.08, 12:32
Hallo Jutta,
vielen Dank für Deine Antwort, das hört sich auch ganz nach meinen Symptomen an, manchmal reagiere ich auf Milchprodukte mit Durchfall manchmal nicht habe das aber noch nie in Zusammenhang mit den AK's gebracht. Eine Magenspiegelung steht mir noch bevor, da drücke ich mich aber noch. Mein Arzt hat Heliobacter auch schon mal erwähnt. Kann man das durch eine Blutuntersuchung feststellen?

Mich interessiert sehr wie es bei Dir nach der OP weitergeht, da bei mir auch evtl. eine OP ansteht, da nach Absetzen der Medis meine Werte wieder steigen, dummerweise fühle ich mich mit den hohen Werten aber seit einem halben Jahr mal wieder richtig wach und lebendig.


Viel Erfolg für Deine OP

jutta.wi
17.03.08, 12:56
Soweit ich weiß, sind Blut- und Atemtests für Helicobacter nicht ganz so zuverlässig. Bei der Magenspiegelung wurde halt eine Biopsie gemacht, das ist, soweit ich weiß, der zuverlässigste Weg. Bin aber nicht sicher.

Magenspiegelung war halb so dramatisch. Mit Kurz-Narkose. Im Wachzustand das Ding zu schlucken, würd ich auch nicht wollen... *schüttel*

Wach und lebendig habe ich mich im Januar gefühlt. Und danach ging's dann wieder bergab. Jetzt bin ich überwach' und fühl mich wieder richtig krank.

Nuja, ab morgen wird alles anders. Hoffentlich!

LG
Jutta

Seduce
04.06.08, 09:55
so hab mal einen Allergietest machen lassen wegen der nesselsuch
allergisch auf Kuhmilch, Haselnuss und Soja, super!