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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kinderwunsch + Thyreostatika


Bea
09.05.02, 12:22
An Corinna und Claudia,
ich hab mich nochmals über die Bücher gemacht und hänge unten den m.E. entscheidenden Abschnitt an.
Für dich Corinne wegen des Stillens und für Dich Claudia wegen einer geplanten Schwangerschaft.
Ich weiss nicht, wie klein Deine Dosis Carbimazol wirklich ist, mache mir aber folgende Überlegungen: es ist richtig,
dass sich MB während einer SS meist freundlich verhält und die Dosis gesenkt werden kann. Andererseits ist die
Chance sehr gross, dass der MB kurze Zeit nach der Geburt erneut zuschlägt, mitunter heftig.
Deswegen wäre es überlegenswert, bereits jetzt auf das Medikament umzusteigen, mit welchem du dann auf der
sichersten Seite wärst in bezug auf Nebenwirkungen auf dein Baby.
Also bereits jetzt umsteigen auf Propylthiouracil (PTU, Propycil).
Persönlich habe ich die OP vorgezogen. Müsste ich jedoch eine SS unter Medikamenten durchleben, würde ich auf
jeden Fall Propylthiouracil bevorzugen. Es ist das kleinste Übel.
Und dass die Packungsbeilage von Neomercazole für Propylthiouracil «wirbt» spricht wohl auch für sich…
Ich wünsche euch alles Gute bei euern Entscheidungen!
Liebe Grüsse
Bea
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Die folgenden Hinweise entstammen der Packungsbeilage von Néo Mercazole
Schwangerschaft, Stillzeit
Schwangerschaftskategorie D. Es liegen eindeutige Hinweise auf ein Risiko für das ungeborene Kind vor (Entwicklung einer Struma oder von Kretinismus), doch überwiegt möglicherweise der Nutzen einer Anwendung
bei schwangeren Frauen diese Gefahr, da keine risikolosen therapeutischen Alternativen bekannt sind.
Falls eine schwangere Frau Néo-Mercazole einnimmt oder eine Patientin während der Behandlung schwanger wird, muss sie auf die möglichen Gefahren für das ungeborene Kind aufmerksam gemacht werden. Erweist
sich eine thyreostatische Behandlung bei schwangeren Frauen als notwendig, sollte die Therapie mit der kleinstmöglichen Dosis fortgesetzt werden, die zur Erreichung einer normalen Schilddrüsenfunktion bei der
Mutter nötig ist, ohne dass es aber zu einer fetalen Hypothyreose kommt. Dabei ist in der 10.-14. Schwangerschaftswoche wegen der beginnenden fetalen Hormonproduktion eine besonders sorgfältige Überwachung
erforderlich. Wegen des Risikos einer fetalen Hypothyreose in der Zeit des grössten Hirnwachstums des Feten, sollte Néo-Mercazole jedoch 4 Wochen vor dem erwarteten Geburtstermin abgesetzt werden. Es ist ferner
in Betracht zu ziehen, Carbimazol durch Propylthiouracil zu ersetzen, da sich mit diesem Thyreostatikum bisher keinerlei Schilddrüsenveränderungen beim ungeborenen Kind ergeben haben. Gewisse Autoren
bevorzugen eine chirurgische Behandlung.
Da Néo-Mercazole in die Muttermilch ausgeschieden wird, und beim Säugling zu ernsthaften unerwünschten Wirkungen führen kann, muss entweder auf das Stillen verzichtet oder aber die Therapie abgesetzt werden,
oder es sollte gegebenenfalls eine Umstellung der Therapie auf Propylthiouracil erwogen werden, da dessen Milchgängigkeit ca. zehnmal geringer als die von Thiamazol ist.