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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : sind Angststörungen auch Depressionen?



Sigridboehler
11.05.11, 15:21
Ihr Lieben,

obwohl ich mit meinen Werten einigermaßen gut eingestellt bin, überfallen mich bei Anforderungen immer wieder diese fiesen Angst- und teilweise-Panik-Anfälle.

Es ist keine Angst im herkömmlichen Sinn ,also keine Angst vor Menschenmengen, Phobien, etc. sondern eine diffuse Angst, die ich nur schwer erklären kann, und die ich auch nicht steuern kann.

Es ist ein fieses Angstgefühl als sei ich in starker Über-oder Unterfunktion.
Der Körper steht dann stundenlang wie unter Strom, und aus Angst,
dass die Angst nicht mehr vergeht, rutsche ich dann noch mehr ab....
Eine Bekannte meinte nun zu meinen Ängsten, dass ich eine psychische Störung,bzw. Depression hätte.
Wie seht IHR das???
Wer kennt diese diffusen Ängste ebenfalls?
Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich in den letzten 16 Monaten zwei sehr schwere OP' hatte (Augen und Ohren)
Diese OP's waren mit sehr viel Psycho-Stress verbunden, weil Augen
und Ohren einfach nicht heilen wollten.

Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mir dazu euere Meinung schreiben würdet!
Herzlichen Dank
lieben Gruß
Siggi

Dini
11.05.11, 18:03
Hi Siggi,

nein, Angststörungen und Depressionen sind nicht dasselbe, obwohl sie oft zusammen vorkommen oder das eine zum anderen führen kann. Bei Depressionen sind Ängste zwar sehr häufig, die Betonung liegt aber auf Antriebsschwäche, Niedergeschlagenheit und sehr häufig Schuld- und starken Minderwertigkeitsgefühlen.

So eine diffuse Angst, wie du sie beschreibst, wäre - bei eindeutig hormoneller Ursache - überhaupt keine Angststörung. Gut, das wird dir jetzt nicht weiterhelfen, denn Angst ist unangenehm und aus einer hormonell bedingten diffusen Angst soll ja auch keine Angststörung werden. Was du beschreibst, geht m.E. am ehesten in Richtung einer Panikstörung, d.h., es treten unerwartet Ängste bis hin zu Panikattacken auf. Damit bist du in guter Gesellschaft, denn das haben viele. Ob "richtige" Angststörung oder nicht, du kannst lernen, damit besser umzugehen, und die Angst dadurch loswerden. Lies dir folgenden Link mal durch (auch wenn er ellenlang ist, unten wird's interessant, denn da gibt's Tipps zur Therapie und Selbsttherapie): http://www.panikattacken.at/panikattacken/panik.htm.

Eine weitere Möglichkeit wäre, dass du dir ein Benzodiazepin verschreiben lässt, das du im (seltenen!) Notfall nimmst. Damit kannst du die Angstspirale frühzeitig durchbrechen. Das finde ich allemal sinnvoller, als früher oder später wegen der Ängste in Meideverhalten zu verfallen.

LG
Dini

Braunbär
11.05.11, 20:05
Schließe mich Dini an.

Angst, Angststörungen, Panikgedanken und -gefühle sind etwas Anderes und mit anderen Abläufen als eine Depression.
Leider kann man sowohl das eine wie auch das andere und beides zusammen haben.
Grundsätzlich gilt für die Depression: Längerdauernde Schlafstörungen, Antriebsstörung und Niedergeschlagenheitsgefühle sprechen für das Vorliegen einer Depression.
Bei Ängsten wird unterschieden zwischen speziellen Ängsten (Phobien) wie Angst vor Enge(Aufzüge!), Angst vor weiten Plätzen, Angst vor Tieren etc.
Außerdem gibt es soziale Phobien/Ängste.
Dann gibt es noch die Angst vor der Angst, die Panikstörung.
Panikgedanken und -gefühle gehören sicherlich mit zu dem Unangenehmsten, was man erleben kann. Manche Unglücksraben erleben sogar Todesängste (ohne konkreten Grund - das Wissen darüber hilft den Betreffenden auch nicht weiter !!).
Gerade bei so komplexen Stoffwechsel-/Immunerkrankungen wie HT/MB kann es im verlauf der Erkrankung zu "seelischen Störungen " bzw. Begleiterscheinungen der Schilddrüsenerkrankung kommen.
DIe gute NAchricht bei Angststörungen ist die, dass sich - besonders bei Phobien - hier die besten Heilungschancen finden.
Bei Depressionen ist das "Erfolgsbild" sehr viel bunter und weniger zuverlässig
Dennoch geht jede Depression auch einmal vorbei.

LG, Braunbär

Sigridboehler
11.05.11, 21:55
Hallo ihr Lieben,

habt ganz herzlichen Dank für euere wunderbaren und aufschlussreichen
Gedanken zum Angstproblem.
Ich werde mir euere Antworten ausdrucken und mich intesniv damit beschäftigen.
Ebenso finde ich den Link sehr interessant und ich bin sehr froh eine
Antwort auf dieses komplexen Angst-Fragen von euch bekommen zu haben.
Das hilft mir schon sehr viel weiter.
Ganz lieben Gruß
Siggi