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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Forschung Viren und Autoimmunerkrankungen - Artikel in der Badischen Zeitung



Ingma
30.03.11, 14:23
In der Badischen Zeitung vom 30.03.2011 stehen im Interview mit Ian Lipkin (Virusforscher) "Jedes Virus hinterlässt Spuren" folgende interessante Zeilen:


BZ: Der Nobelpreis-Träger Harald zur Hausen ist der Meinung, dass die Bedeutung der Viren noch unterschätzt wird. Er vermutet, dass sie auch für die Entstehung von Tumorkrankheiten ...verantwortlich sein können. Teilen Sie diese Meinung?

Lipkin: Ich glaube, dass man sogar noch weiter gehen muss. Was zum Beispiel ist mit Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose und Diabetes? Was ist mit Nervenkrankheiten wie Schizophrenie und Autismus? Spielen hier bei der Entstehung vielleicht auch Viren eine Rolle?


Spannende Sache!
lg Ingma

Bina1006
30.03.11, 14:28
sehr interessant :-)

N'olino
30.03.11, 14:30
... http://www.badische-zeitung.de/gesundheit-ernaehrung/jedes-virus-hinterlaesst-spuren--43337999.html

;)

Ingma
30.03.11, 14:31
jaha...aber da kann man die spannenden Sachen nicht adäquat hervorheben :biggrin:

Flin
30.03.11, 15:11
Es fragt sich nur, was diese (vage) Erkenntnis für uns Betroffene bedeutet?

Sollte sich diese Theorie wirklich bestätigen, so hat sie wohl keine praktischen Folgen. Denn in der Regel wird es sich um Allerweltsvieren handeln, die häufig vorkommen und denen man nicht entkommen kann.

Flin

Bina1006
30.03.11, 15:36
... http://www.badische-zeitung.de/gesundheit-ernaehrung/jedes-virus-hinterlaesst-spuren--43337999.html

;)

Ist es nicht trotzdem interessant zu erfahren, woher die eigene Krankheit kommt. Also ich bin mit jeder neuen Info sehr zufrieden :-)

Flin
30.03.11, 18:57
Ist es nicht trotzdem interessant zu erfahren, woher die eigene Krankheit kommt. Also ich bin mit jeder neuen Info sehr zufrieden :-)

Klar, ist das interessant, aber leider auch gefährlich!

Jetzt wirst du sagen: gefählich - so ein Scharrn! Welche Gefahr steckt dahinter?

1. Ist diese These von den Wissenschaftlern noch sehr vage. SD-Autoimmunerkrankungen sind in dem Artikel nicht mal genannt.

2. Kann selbst ein Wissenschaftler bisher keinerlei Verhaltensregeln geben, um sich davor zu schützen. Hier ist noch sehr sehr viel Grundlagenforschung nötig, bis genauere Informationen vorliegen. Vor allem müsste ein konkretes Virus ausfindig gemacht sein. Selbst wenn dies gelingen oder schon gelungen sein sollte, ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass der Kontakt mit dem Virus nach Jahren zu eben dieser Krankheit führt. Es trifft nur einen ganz kleinen Teil derer, die mit dem Virus in Kontakt gekommen sind. Viele Viren sind so häufig, dass ein Kontakt nicht zu vermeiden ist.


3. ist die Wahrscheinlickeit gegeben, dass dieses Wissen für einen Betroffenen negativ wirkt. Mit dieser oberflächlichen Information kann es leider zu der Situation kommen, dass sich jemand Vorwürfe macht, früher nicht genug aufgepasst zu haben und deshalb krank geworden ist. Ein Faktor, der der Psyche sehr schaden kann. Oder noch schlimmer: eine ganz konkrete Person dafür verantwortlich macht, ihn mit diesem Virus infiziert zu haben.


Ich weiß leider, wovon ich spreche. Wir haben in der Familie genau diesen Fall. Eine Tumorerkrankung. Durch intensive Internetrecherche bin ich eben auf den Zusammenhang zu einem ganz bestimmten Virus gestoßen. Der Arzt bestätigte, dass die Wissenschaft einen Zusammenhang sieht. Die Gewissheit, dass es dieser Virus war, fehlt aber. Mehr, als den Rat, eine bestimmte Person, die an dem Virus erkrankt war, zu meiden, konnte er aber auch nicht geben. Für die Krebstherapie hatte es keinerlei Bedeutung. Der Krebs ist geheilt, aber der Krebspatient wird nie wieder persönlichen Kontakt zu dem nahen Angehörigen haben, obwohl dieser längst wieder gesund ist und keineswegs bewiesen ist, dass dieser Angehörige Ursache für die Krebserkrankung war. Der macht sich aber jetzt wohl selbst Vorwürfe, damals zu Besuch gekommen zu sein (lt. Arzt bestand keine Ansteckungsgefahr mehr).

Flin

Ingma
30.03.11, 19:06
Meine Meinung: jede Zunahme an Wissen ist hilfreich. Es kann ja nicht darum gehen, dass Einzelne das in irgendeiner Form quer in den Hals kriegen, sondern dass auf lange Sicht aus der Grundlagenforschung konkrete Erkenntnisse gezogen werden können.

Ohne Grundlagenforschung ist daran aber überhaupt nicht zu denken.

Und was das hier angeht...

U dass sich jemand Vorwürfe macht, früher nicht genug aufgepasst zu haben und deshalb krank geworden ist.
...kann man es genau umgekeht sehen: wenn bei einer Krankheit ein Virus (Mit-) Auslöser ist, brauche ich mir keine diffusen Selbstvorwürfe zu machen (Psyche, "Autoaggression" und was sonst noch für Geschwurbel im Netz kursiert), denn gegen Viren gibt es einfach nur einen äußerst begrenzten Schutz.

Oder machst Du Dir oder anderen etwa Vorwürfe, weil Du Dir eine Virusgrippe gefangen hast?

lg Ingma

Flin
31.03.11, 08:43
Grundlagenforschung ist wichtig!!!

Aber ich wehre mich auch gegen die Verallgemeinerung.

Lipkin: Ich glaube, dass man sogar noch weiter gehen muss. Was zum Beispiel ist mit Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose und Diabetes? Was ist mit Nervenkrankheiten wie Schizophrenie und Autismus? Spielen hier bei der Entstehung vielleicht auch Viren eine Rolle?
MB und Hashi sind nicht mal in der Frage genannt!

Lassen wir doch erst mal die Wissenschaftler forschen!

Flin

Bina1006
31.03.11, 09:03
Flin, ich für MEINEN TEIL kann mich Ingma nur anschliessen.

Ich denke, jeder geht anders damit um.
Für mich ist Information das allerwichtigste, sonst würde ich verrückt werden.
Egal ob die Informationen schön oder schlecht sind. ICH will es wissen!
Denn Verstehen hilft mir zu akzeptieren!

Und natürlich ist das alles noch sehr vage. Aber es ist ja nicht das 1. Mal, das ich von einem Zusammenhang Autoimmunerkrankung und Viren lese!

Jeder stellt normaler Weise nur soviel Fragen, wie er verkraften kann :-)

In diesem Sinne

LG :-)