Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Verständnisfrage zum Tagesverlauf Cortisolspiegel
Hallo,
ich habe ja schon gelesen, dass normalerweise der Cortisolspiegel bei Gesunden morgens am höchsten ist und im Verlauf des Tages abfällt.
Kann mir jemand von euch erklären, warum bzw. wozu morgens das meiste C. ausgeschüttet wird? Ich vermute bei mir ja eine NN-Schwäche. Morgens geht es mir mit Abstand am schlechtesten. Besteht da evtl. ein Zusammenhang, sprich, mir geht es schlecht, weil vielleicht zu wenig Cortisol?
Warum bildet der Körper im Laufe des Tages, wenn doch der Stress eigentlich erst kommt immer weniger Cortisol?
Ich würde den Zusammenhang gerne verstehen, konnte aber aus all den gelesenene Beiträgen bisher keine schlüssige Erklärung rausfiltern.
LG
Martina
Hallo Martina!
Kennst du das hier schon: http://www.kit-online.org/HT-Nebennieren, da gibt es eine sehr gute Erklärung dazu, wie Cortisol ausgeschüttet wird. Es wird zwar glaube ich nicht exakt erklärt, warum es morgens zur höchsten Ausschüttung kommt, aber das ist einfach die Tagesrhythmik und ich denke, wenn morgens genügend ausgeschüttet wird, reicht es den Tag über (korrigiert mich, wenn das falsch ist!).
Ich nehme z.Zt. Prednisolon in geringer Dosis und im Beipackzettel steht, dass man diese geringe Menge (5mg) zwischen 6.00 und 8.00 morgens einnehmen soll, weil zu dem Zeitpunkt auch der natürliche Ausstoß stattfindet. Bei einer Hormonersatzbehandlung und größeren Mengen oder Stresszuständen wird es dann variiert und morgens und mittags verteilt eingenommen.
Mehr kann ich leider nicht beitragen, finde das Thema NNS aber auch interessant, weil viele Symptome bei mir auch zutreffen würden, habe es aber bisher noch nicht genauer untersuchen lassen. Diesen Tagesverlauf von morgens totmüde und abends halbwegs fit (und manchmal nachts hellwach) kenne ich von mir auch.
Zumindest sind, seit ich Predni nehme, diese Zitter-Zustände (vielleicht Unterzuckerung?) milder und weniger geworden, ob es Zufall oder Wirkung des Cortisons ist, werde ich im Laufe der Zeit merken.
Ich drück dir die Daumen für deine weitere Diagnostik!
Viele Grüße von Marli
Ja, ich glaube auch, daß es so ist wie Marli sagte.
Morgens wird viel ausgeschüttet damit es den Tag über reicht.
Bei mir war es auch so, daß es mir morgens sehr mies ging. Zum Abend hin wurde es besser. Abends braucht man nicht mehr so viel Cortisol denke ich mal. Vielleicht spielt da auch die Psyche ein wenig mit. Ich war immer froh, wenn ich wieder einen Tag geschafft hatte.:rolleyes:
Mit der morgendlichen Einnahme bin ich auch noch ein wenig schlampig.
Bei mir wird es auch mal 10 Uhr weil ich es morgens vergesse. Ich muß mal beobachten ob es mir besser geht wenn ich Methylprednisolon immer morgens früh nehme :confused:
Ach ja, und bei Stress sollte man sowieso Corti kurzzeitig erhöhen. Also wenn Du viel bzw. außergewöhnlichen Stress hast. Ich erhöhe z. Bsp. bei sehr wichtigen und langen Sitzungen, bei Terminen in der Öffentlichkeit, beim Zahnarztbesuch usw. Aber das sind ja Dinge die nicht täglich vorkommen.
LG und alles Gute!
Jutta
Danke euch beiden. Das scheint eine hochkomplizierte Geschichte zu sein.
Was du schreibst, Marli, dass deine evtl. Unterzuckerungen weniger geworden sind, darüber haben mir in einem anderen Thread zum Thema Unterzuckerungen und Cortisol andere auch schon berichtet. Sieh mal hier http://www.ht-mb.de/forum/showthread.php?t=1089385
Fand ich sehr interessant, da dies ja auch ein großes Problem von mir ist.
Momentan versuche ich aber herauszufinden, ob mein extrem schlechtes Befinden morgens nach dem Aufstehen zu erklären ist. Denn komischerweise geht es mir nur unter der Woche dreckig, wenn ich gegen 6:00 aufstehe. Stehe ich am WE irgendwann nach 8:00 auf, kommen die Symptome wie extremes Schwitzen, Energielosigkeit, Erschöpfung so nicht.
Jutta, wie ging oder geht es dir denn morgens? Bzw. was hat sich verändert durch das Methylprednisolon?
LG
Martina
Müder Stern
16.05.08, 10:49
Hallo Ihr drei,
ich habe gestern meine äußerst bescheidenen Ergebnisse (siehe Profil, noch ohne Referenzwerte, war zu nervös) bekommen und mein Doc wollte es mir dann lieber persönlich erklären, was da auf mich zukommt.
Heute war mir aber zu schnell, ich muß mich erst an den Gedanken gewöhnen, daß eine große und (für mich) vermutlich sehr lebensverändernde Baustelle zu haben.
Im Moment, noch ohne Gegenmaßnahmen (außer Schildihormonen, die aber schon seit 11 Jahren), bin ich extrem zitterig, vor allem morgens und da wochentags, wie Irlandfan ja auch berichtet.
Wer mich beim Aufstehen sehen würde, würde mich verdächtigen ein Alkoholiker auf Entzug zu sein, vermute ich...
Den gleichen extremen Tatterich bekomme ich, wenn ich mich aufgeregt habe, so im Nachhinein. Tendentiell hatte ich das wohl schon länger, allerdings ist es erst seit ein paar Monaten so schlimm.
Die einzige einschneidende Veränderung war imho der Wechsel von LT125 zu Prothyrid, also einem Kombipräparat.
Hat von Euch vielleicht auch eine von T4 auf Kombi gewechselt und dadurch eine Gesamtverschlechterung erfahren?
Oder habt Ihr eine andere Theorie, was das Zünglein an der Waage war?
Hallo Müder Stern,
mach Dir nicht solche Sorgen, ich finde, man kann mit der zusätzlichen Corti-Portion sehr gut leben.
Bitte berichte doch mal, was Dein Arzt erzählt hat.
Wenn Ihr morgens schwindelig seid, wenn Ihr aufsteht, dann müsste man evt. auch mal an Aldosteron denken.
Lg, Mela
Hallo müder Stern,
ich bin auch froh, wenn mich morgens keiner sieht (ausser meinem Männe und der ist ein ganz toller, was der alles mit mir gemeinsam durchmacht....)
Ich hab nicht ganz verstanden, ob es dir nach dem Wechsel zum Kombipräparat schlechter gegangen ist.
Habe in deinem Profil gesehen, dass deine NN untersucht wurden und du am 20. Besprechung hast. Berichte bitte mal, würde mich sehr interessieren.
LG
Martina
Müder Stern
16.05.08, 11:52
Hallo Irlandfan,
mir ist es nach dem Wechsel zunächst supergut gegangen, ich blicke jetzt noch staunend auf die Zeit zurück.
Abgenommen hatte ich zwar nicht, aber ich war dennoch so zufrieden und in mir selbst ruhend, wie eigentlich noch nie.
Selbst Silvester, was ich hasse als Single, hat mich nicht gejuckt, ich konnte das Schöne im Leben klar sehen und weniger Schönes gelassen hinnehmen.
Irgendwann im Januar sind wohl die Schildiwerte in für mich zu tiefe Bereiche gerutscht (in meiner Superwohlfühlzeit waren sie ja auch nicht hoch).
Und dann kamen sie erst gar nicht mehr hoch und gleichzeitig fing das starke Gezittere an.
Deshalb mutmaße ich, daß da vielleicht doch ein Zusammenhang besteht, vielleicht ist aber auch einfach das ohnehin instabile System nur ein Stück weiter zusammengebrochen.
Ich werde vom Gespräch mit meinem Endo-Prof am Dienstag berichten und dann auch die genauen Ergebnisse einstellen.
Zum Glück habe ich da jemanden, der mich als Menschen sieht und behandelt, nicht als kaputtes, eigensinniges Auto (Ihr versteht vermutlich, was ich meine).
Liebe Mela, lieb, daß Du mich beruhigen willst.
Dummerweise habe ich besonderen Spaß an eher extremen sportlichen Herausforderungen, Reisen in wirklich abgelegene Gegenden.
Ich habe ziemlich große Angst, daß mir meine liebsten Hobbies unmöglich werden...
Hallo!
@Müder Stern: Also ich habe beim Wechel von T4 auf T4/T3 keine Verschlechterung gemerkt, allerdings habe ich auch keine diagnostizierte NNS. Das wurde bisher nicht untersucht, ich nehme das Predni z.Zt. wegen den Augen und der anstehenden Schilddrüsen-OP. Allerdings merke ich seit der Einnahme, dass sich manche Symptome, die zur NNS passen würden, abmildern.
Man sagt ja glaube ich, dass bei ausgeprägter NNS das Steigern der Schilddrüsenhormone schwieriger ist, vielleicht würde das deine Probleme bei der Hormonumstellung erklären.
Ich drück dir die Daumen für den Endo-Besuch :)
@Irlandfan:Habe gerade deinen anderen Beitrag gelesen, zumindest von den Symptomen her könnte ich ihn voll unterschreiben. Ich nehme auch schon seit letztem Jahr sämtliche NEMs, weil man zuerst da an einen Mangel denkt. Aber eine wirkliche Veränderung merke ich nicht. Mein HA meinte, ich müsste durch den NEM-Cocktail topfit sein :(, leider ist dem nicht so.
Auf meinen Beitrag zur OP bei den MB´ler hat mir gestern eine Userin geschrieben, ihr Leben war ein "dahinsiechen" und das ist eine recht treffende Beschreibung. Mein Körper fühlt sich entzündet an, diese Zustände von "gleich fall ich um", der Schwindel, sich nicht wirklich anwesend fühlen...ich könnte ewig aufzählen...und das hat sich, zumindest bei mir, bislang auch bei guter Schildi-Hormoneinstellung nicht gebessert.
Ich habe auch deinen Beitrag über das "nicht arbeiten können" gelesen und kann ihn voll unterschreiben. Ich bin wirklich zu fast nichts mehr zu gebrauchen, da ich aber selbständig bin, ist nichts mit krankschreiben, ich habe meinen Beruf aus Leideschaft ergriffen, aber seit der Erkrankung "schleppe" ich mich nur noch durch die Tage und hoffe auf den Abend und mein SOFA. Du bist also keineswegs allein damit und wir sind auch keine Jammerlappen, weil wir nicht mehr können. Ich denke, es gibt einfach unterschiedlich schwere Krankheitsverläufe (eine meiner Mitarbeiterinnen hat seit fast 20 Jahren Hashi und nahezu keine Beschwerden) und mit "Zusammenreisen" ist es irgendwann einfach nicht mehr getan. So, das war jetzt ein bisschen off-topic, wollte ich aber noch gesagt haben.
Ich schicke dir und euch viele Grüße, auf dass wir bald mal wieder aufatmen können! :)
Marli
Hallo Marli,
beruhigend zu hören, dass es mir nicht alleine so geht.
Ich hatte mal einen Bekannten, der war Krankenpfleger und ausgebildeter Heilpraktiker. Er hat einen für mich sehr nachhaltigen Satz zu mir gesagt:
Aus seiner Erfahrung heraus gibt es für jede Krankheit, für jedes Symptom eine Lösung. Manchmal liegt die sehr nahe, manchmal kommt man aber auch nur nach langem Suchen oder per Zufall darauf, was Verbesserung bringt.
Das hat bei mir einen Optimismus gepflanzt, dass auch ich irgendwann mal bei meinen Baustellen auf den Grund komme und es mir auch mal wieder gut oder besser gehen wird. Ich muss halt nur wie ein wilder Terrier dafür arbeiten, von alleine tut sich da bestimmt nichts.
Optimistische Grüße für uns alle
Martina
...Ich muss halt nur wie ein wilder Terrier dafür arbeiten, von alleine tut sich da bestimmt nichts...
Schönes Bild vom Kampfterrier :biggrin: und vorallem treffende Aussage! So ähnlich habe ich das auch mal im Buch von Mary Shomon gelesen, man muss als Patient selbst aktiv werden und lernen, selbst für sich und seine Gesundheit einzustehen und sich auf die Suche zu begeben.
In diesem Sinne: Wir bleiben am Ball und geben unser bestens :)
Viele Wochenendgrüße von Marli
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