Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie lang lebt denn so ein Jod Atom eigentlich??
Ich hab momentan wieder das Problem zuviel Jod erwischt zu haben - mit allen Konsequenzen (kein Schlaf, Unruhe usw.). Hab sofort alles was irgendwie zu jodhaltig ist gemieden. Jetzt meine Frage: Wie lange ist so ein Jod Atom im Körper eigentlich aktiv?? Ich glaube mal gehört zu haben so ca. 30 Tage - dann zerfällt es. Weiss jemand mehr - vielen Dank
Schnuppel
Jetzt meine Frage: Wie lange ist so ein Jod Atom im Körper eigentlich aktiv?? Ich glaube mal gehört zu haben so ca. 30 Tage - dann zerfällt es.
Zerfallen tut es auf jeden Fall nicht (das wäre ein ziemlich unschickliches Verahlten für so ein Atom). Es wird allenfalls ausgeschieden. Aber wie lange das dauert, das kann ich Dir leider nicht sagen.
Norbert Nehring
23.11.06, 11:16
....so ca. 30 Tage - dann zerfällt es.
Hallo Schuppel,
jetzt bin ich selbst überrascht - "biologische Halbwertszeit 138 Tage" aus:
http://www.der-gruene-faden.de/text/text1739.html
http://www.umweltlexikon-online.de/fp/archiv/RUBwerkstoffmaterialsubstanz/Iod.php
LG - Norbert
Danke euch beiden!!
Kann man denn das Jod beim Ausleiten aus dem Körper irgendwie unterstützen?
Liebe Grüsse
Schnuppel
Hi Schnuppel!
Nur bei radioaktiven Atomen spricht man davon, dass sie zerfallen. Alle anderen Atome sind stabil und tun das nicht. Das normale Jod in der Nahrung ist eine stabile Variante, die nicht zerfällt.
Anders sieht es bei Untersuchungen wie den Szintigramm aus. Dabei wird als Kontrastmittel eine radioaktive Substanz gespritzt. Dafür kann auch radioaktives Jod verwendet werden. Googlen hat ergeben, dass dabei die Isotope 123 bzw. 131 (Atomares Gewicht, dadurch kann man die verschieden Sorten Jod unterscheiden) verwendet werden, die wiederum eine Halbwertszeit von etwa 13 Stunden bzw. 8 Tagen haben. Das heißt, nach dieser Zeit ist die Hälfte aller ursprünglich vorhandenen Atome zerfallen.
Wie Frieda schon gesagt hat, um das Jod loszuwerden, musst Du es ausscheiden. Dazu kann ich Dir auch nichts sagen. Die meisten hier, von denen ich gelesen habe, erholen sich aber jedoch spätestestens nach wenigen Tagen von so einer hohen Jodzufuhr.
Gute Besserung
Alpha
Möchte noch anfügen: Biologische Halbwertszeit meint die Zeit, nach der die Hälfte der Atome sozusagen vom Organismus ausgeschieden ist. Ich sprach dagegen von der radioaktiven Halbwertszeit.
Norbert Nehring
23.11.06, 11:35
"biologische Halbwertszeit 138 Tage".......damit keine Missverständnisse entstehen.....das ist die Zeit, die der Körper benötigt, um die Hälfte des aufgenommenen Iods wieder auszuscheiden.
LG - Norbert
jaha, aber nicht vergessen: es gibt auch körpereigene Regulationssysteme gegen zuviel Jod, z.B. den Wolf-Chaikoff-Effekt:
"Zusätzlich unterliegt der Jodidtransport einem Autoregulationssystem, über das die Jodkonzentration im Plasma, intrazelluläres Jodid und organische Jodverbindungen die Jodaufnahme in die Zelle beeinflussen können. Wird durch eine hochdosierte Jodgabe eine bestimmte Jodkonzentration überschritten, führt dies akut zu einer Hemmung des Einbaus von Jodid in organische Verbindungen und damit zu einer Hemmung der Hormonsynthese. Zusätzlich wird hierdurch die Schilddrüsenhormonsekretion akut blockiert. Dieser Mechanismus wird nach den Erstbeschreibern als Wolf-Chaikoff-Effekt bezeichnet." Quelle: http://www.schilddruesenpraxis.de/lex_steuerung.html
Ich bin mir aber nicht sicher, unter welchen Bedingungen dieser Effekt bei hashis (noch) funktioniert und was als "zuviel" Jod einzustufen ist.
lg Ingma
Norbert Nehring
23.11.06, 15:10
....Wolf-Chaikoff-Effekt...
Hallo Ingma,
das betrifft aber wohl nur den Autoregulationsmechanissmus zur Hemmung der SD-Hormonsynthese. Verfügbares Jodid wird in jedem Falle aufgenommen und - so meine Interpretation - in verschieden Organen, Bindegewebe etc. gespeichert. Oder sehe ich das falsch?
LG - Norbert
Hallo Ingma,
das betrifft aber wohl nur den Autoregulationsmechanissmus zur Hemmung der SD-Hormonsynthese. Verfügbares Jodid wird in jedem Falle aufgenommen und - so meine Interpretation - in verschieden Organen, Bindegewebe etc. gespeichert. Oder sehe ich das falsch?
LG - Norbert
Hallo Norbert,
ich glaube, Du siehst das genau richtig. Das Jod wirkt eben nicht nur in der SD, sondern im ganzen Körper. Und wenn man zuviel im Körper hat, dann wirkt es negativ auf alle Organe, besonders auf die, die mit der körpereigenen Entgiftung zu tun haben: Leber, Niere, Darm, Haut und alle Speicheldrüsen können sich durch Jodüberschuß entzünden. Das fühlt sich wie eine Vergiftung an und ist wohl auch eine. Bis zur völligen Entgiftung durch Jodentzug hat es bei mir ca. ein Jahr gedauert.
Liebe Grüße
Sabinchen
Verfügbares Jodid wird in jedem Falle aufgenommen und - so meine Interpretation - in verschieden Organen, Bindegewebe etc. gespeichert. Oder sehe ich das falsch?
Hallo Norbert,
das siehst du tatsächlich falsch! Jodid wird nur von den Speicheldrüsen und der Magenschleimhaut aufgenommen - dort aber nur wenige Stunden gespeichert. Das ist ein phylogenetisch alter Speicher, aus der Zeit, in der alle Organismen noch im jodreichen Meer schwammen und das Jod nicht über längere Zeiträume speichern mussten. In anderen Organen oder dem Bindegewebe wird kein Jodid gespeichert. Die biologische Halbwertszeit von Jodid (= anorganisches Jod) beträgt - auch laut deiner Links - nur wenige Stunden. Organifiziert wird das Jodid im wesentlichen NUR in der Schilddrüse - und nur das dort in den Follikeln als jodiertes Thyreoglobulin gespeicherte organische Jod (= Vorrat an Schilddrüsenhormonen in der SD) hat die in deinem Link erwähnte HWZ von 138 Tagen (steht auch da, wenn man genau liest, Zitat: "biologische Halbwertszeit 138 Tage (Schilddrüse)."
LG Mic
Norbert Nehring
11.07.07, 20:35
...das siehst du tatsächlich falsch! Jodid wird nur von den Speicheldrüsen und der Magenschleimhaut aufgenommen - dort aber nur wenige Stunden gespeichert. Das ist ein phylogenetisch alter Speicher, aus der Zeit, in der alle Organismen noch im jodreichen Meer schwammen und das Jod nicht über längere Zeiträume speichern mussten. In anderen Organen oder dem Bindegewebe wird kein Jodid gespeichert. ....
http://www.vitalstoff-lexikon.de/Spurenelemente/Jod/
http://www.verbraucherschutz.sachsen-anhalt.de/wirueberuns/jahresberichte/jb2002-fb3und4.pdf - S. 36
...aber vermutlich ist das ja kein gespeichertes Jod?
LG - Norbert
Das Jod wirkt eben nicht nur in der SD, sondern im ganzen Körper. Und wenn man zuviel im Körper hat, dann wirkt es negativ auf alle Organe, besonders auf die, die mit der körpereigenen Entgiftung zu tun haben: Leber, Niere, Darm, Haut und alle Speicheldrüsen können sich durch Jodüberschuß entzünden. Das fühlt sich wie eine Vergiftung an und ist wohl auch eine. Bis zur völligen Entgiftung durch Jodentzug hat es bei mir ca. ein Jahr gedauert.
Hallo Sabine,
was auch immer bei dir diese langanhaltenden Beschwerden verursacht hat, mit einer "Jodentgiftung" direkt kann es nichts zu tun gehabt haben, weil ein Überschuss an Jodid/Jodat innerhalb weniger Tage komplett ausgeschieden ist. Nur was in der Schilddrüse bereits zu Hormonen verarbeitet wurde, bleibt dort mehrere Monate gespeichert. Was aber natürlich sein kann ist, dass du so lange unter den Folgeerscheinungen einer zeitweise zu hohen Jodzufuhr gelitten hast. Dadurch kann ja z.B. auch ein Mangel an Selen und anderen Antioxidantien entstanden sein, ein Magnesiummangel, eine schwere Störung des Immunsystems und, und, und. Dies wird dir wohl die langdauernden Beschwerden verursacht haben, das Jod selber war da schon längst wieder aus deinem Körper.
Liebe Grüße
Mic
http://www.vitalstoff-lexikon.de/Spurenelemente/Jod/
http://www.verbraucherschutz.sachsen-anhalt.de/wirueberuns/jahresberichte/jb2002-fb3und4.pdf - S. 36
...aber vermutlich ist das ja kein gespeichertes Jod?
Hallo Norbert,
richtig, es handelt sich hier nicht um gespeichertes Jod. Anreicherung und Speicherung ist ja nicht gleichzusetzen. Jodid wird zwar in den Speicheldrüsen, der Magenschleimhaut und bei Frauen auch etwas in den Brustdrüsen angereichert (möglicherweise aber nur während der Stillzeit?), dort aber nicht langfristig gespeichert. Für Jodid gibt es keinen Speichermechanismus. Dieses Bild kann dir jeder Radiologe bestätigen, der z.B. bei SD-Krebs ein Ganzkörperszintigramm mit radioaktivem Jod macht. Wenn keine Metastasen vorliegen (die dann ja wie die SD Jod aktiv speichern), dann sieht man - neben der SD - nur in den Speicheldrüsen, im Magen und in der Blase (wo sich das über die Nieren ausgeschiedene Jodid sammelt) vermehrte Aktivität. Dort nimmt die Jodaktivität auch bei langsamer zerfallendem Jod 131 (HWU 8 Tage) oder gar 129 (15,7 Mio. Jahre) schnell wieder ab, wenn kein weiteres radioaktives Jod mehr zugeführt wird - die biologische HWZ ist mit wenigen Stunden erheblich kürzer als die physikalische des radioaktiven Zerfalls.
LG Mic
P.S.: Es wäre nett, nicht nur einfach einen Link zu setzen, sondern genau die Stelle anzugeben, auf die du dich beziehst.
Norbert Nehring
11.07.07, 21:20
.....es handelt sich hier nicht um gespeichertes Jod. Anreicherung und Speicherung ist ja nicht gleichzusetzen. Jodid wird zwar in den Speicheldrüsen, der Magenschleimhaut und bei Frauen auch etwas in den Brustdrüsen angereichert (möglicherweise aber nur während der Stillzeit?), dort aber nicht langfristig gespeichert. ...
http://www.springerlink.com/content/cn5x18h24wg14n05/
http://www.springerlink.com/content/n26345854265020w/
...das noch nachgereicht - ganz interessant, obwohl schon älteren Datums.
Gruß - Norbert
http://www.springerlink.com/content/cn5x18h24wg14n05/
http://www.springerlink.com/content/n26345854265020w/
...das noch nachgereicht - ganz interessant, obwohl schon älteren Datums.
Ähm, "etwas älteren Datums ist gut". Das erste Abstrakt stammt aus den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts! http://hpu-info.gmxhome.de/images/106.gif
Also, die damaligen analytischen Möglichkeiten waren doch sehr begrenzt! Das zweite ist immerhin auch schon 40 Jahre alt. Warum krampfhaft in wissenschaftlichen Antiquitäten wühlen, wenn moderne Szintigrafiebilder ganz eindeutig zeigen, wo Jod angereichert wird und wo nicht. Und - wie gesagt - Anreicherung ist nicht gleichbedeutend mit langfristiger Speicherung.
LG Mic
Hallo Norbert,
ich finde besonders Punkt 5 interessant:
5. Im Gebiete aktiver Entzündungen findet eine Anreicherung an Jod statt.
Meine Interpretation: gerade DURCH zuviel Jod wird die Entzündung hervorgerufen. Warum sich das Jod anreichert (nicht gespeichert wird), keine Ahnung. Aber Entzündungen im Körper haben oft mit zuviel Jod zu tun. Seitdem ich mich sehr jodarm ernähre, hatte ich sie nicht mehr.
@Mic: Sicher hatte ich auch Vitamin- und Nährstoffmängel, aber subjektiv fühlte ich mich total vergiftet vom vielen Jod u. a.
Liebe Grüße
Sabinchen
Norbert Nehring
11.07.07, 22:20
...Warum krampfhaft in wissenschaftlichen Antiquitäten wühlen...
...von krampfhaft bin ich weit entfernt - habe eine relativ große Festplatte;)!
Hier noch etwas - Seite 12 und 64:
http://deposit.ddb.de/cgi-bin/dokserv?idn=972669140&dok_var=d1&dok_ext=pdf&filename=972669140.pdf
Schönen Restabend - Norbert
Norbert Nehring
11.07.07, 22:42
...Die biologische Halbwertszeit von Jodid (= anorganisches Jod) beträgt - auch laut deiner Links - nur wenige Stunden. Organifiziert wird das Jodid im wesentlichen NUR in der Schilddrüse - und nur das dort in den Follikeln als jodiertes Thyreoglobulin gespeicherte organische Jod (= Vorrat an Schilddrüsenhormonen in der SD) hat die in deinem Link erwähnte HWZ von 138 Tagen (steht auch da, wenn man genau liest, Zitat: "biologische Halbwertszeit 138 Tage (Schilddrüse)."
http://www.springerlink.com/content/h860356468t22748/
Wie ist das zu interpretieren?
LG - Norbert
...von krampfhaft bin ich weit entfernt - habe eine relativ große Festplatte;)!
Hier noch etwas - Seite 12 und 64:
http://deposit.ddb.de/cgi-bin/dokserv?idn=972669140&dok_var=d1&dok_ext=pdf&filename=972669140.pdf
Schönen Restabend - Norbert
Auch da finde ich nichts anderes als das, was ich bereits gesagt habe. Auf Seite 64 geht es um den Jodid-Transporter (NIS):
Die hoch spezialisierte Jodidpumpe tritt außer in der Schilddrüse auch in Speicheldrüsen, in der Magenmukosa, im Kolon und in den Ovarien auf. In diesen Organen findet eine geringfügige Jodidaufnahme statt, aber keine Organifizierung von Jodid (Spitzweg et al., 1998).
Der NIS reichert Jodid vorrübergehend in Geweben an, die dieses Protein exprimieren. Neben der SD sind das v.a. Speicheldrüsen und Magenschleimhaut. Auf Seite 12 werden noch ein paar weitere Gewebe genannt:
Weiter findet man eine Jodidaufnahme im Korioidplexus, im Ziliarkörper des Auges, in den Tränendrüsen, im Dünndarm, in der Haut sowie in der Plazenta (Shen et al., 2001, Jhiang et al., 1998, Filetti et al., 1999, Spitzweg et al., 1998).
NUR in der SD wird das Jod organifiziert. NUR dieses Jod wird tatsächlich langfristig gespeichert (hat da aber keine Auswirkungen auf den übrigen Organismus, weil es ja quasi fest verschlossen in der "Vorratskammer" der SD liegt). Das Jod in allen anderen Geweben liegt nach wie vor als leicht wasserlösliches Jodid vor und geht schnell wieder verloren, wenn die Jodzufuhr von außen unterbrochen wird.
LG Mic
http://www.springerlink.com/content/h860356468t22748/
Wie ist das zu interpretieren?
Wie interpretierst DU es denn? Für mich ist die Aussage auch in dieser alten Arbeit recht klar. In diesem Fall wurden 45% des Jods innerhalb weniger Stunden wieder ausgeschieden (bzw. hatten eine biol. HWZ von wenigen Stunden). 55% wurden in der SD organifiziert:
Insgesamt 55% der131J-Testdosis werden dann mit einer BHZ von 64 Tagen (Schwankungsbereich 39–122 Tage) in der organischen Jodphase metabolisiert. Organisches Jod gibt es gespeichert nur in der SD. Dass dieses eine so lange HWZ hat, ist nicht weiter überraschend, da die Hormonvorräte ja auch entsprechend lange halten müssen.
LG Mic
Hallo Norbert,
ich finde besonders Punkt 5 interessant:
5. Im Gebiete aktiver Entzündungen findet eine Anreicherung an Jod statt.
Meine Interpretation: gerade DURCH zuviel Jod wird die Entzündung hervorgerufen.
Hallo Sabine,
es überrascht mich natürlich nicht, dass du das so und nicht anders interpretierst. ;) Du solltest aber wissen, das Jod(id) ursprünglich antioxidative Funktion im Stoffwechsel hatte und natürlich auch heute noch hat. Es wäre also durchaus denkbar, dass Jod sich - wie andere Antioxidantien - an Entzündungsherden anreichert, um die Entzündung dadurch zu bremsen. Also genau das Gegenteil von deiner Interpretation. Glauben/interpretieren kann man natürlich viel. Aber Glauben ist nicht Wissen. Abgesehen davon ist diese Arbeit wie gesagt uralt.
Warum sich das Jod anreichert (nicht gespeichert wird), keine Ahnung. Aber Entzündungen im Körper haben oft mit zuviel Jod zu tun. Seitdem ich mich sehr jodarm ernähre, hatte ich sie nicht mehr. Auch das ist kein Beweis für einen ursächlichen Zusammenhang von Entzündungen und hoher Jodbelastung. Ich würde auch hier eher Selendefizite durch die hohe Jodzufuhr vermuten - und Selendefizite fördern Entzündungen massiv.
Liebe Grüße
Mic
Wachteline
12.07.07, 08:43
Hallo Mic,
danke für Deine ausführlichen Erklärungen.
Doch eigentich verwirrt mich das alles doch etwas. :confused:
So wie Du das schreibst wird Jod nur in der Schilddrüse gespeichtert.
Verstehe ich es dann richtig? Wenn Masttiere mit hohen Joddosen gefüttert werden, sich die Jodkonzentration in deren Organen nur kurzzeitg erhöht? Und das würde dann auch bedeuten, würde man diese Tiere anschließend wieder mit "normalem" Futter füttern (ohne zusätzliches Jod), daß diese hohen Jod-Konzentrationen sofort wieder zurückgehen?
Was ich aber trotzdem nicht verstehe, wie und warum kommt denn das Jod überhaupt dahin (Muskelgewebe, Leber u.s.w.), wenn es eigentlich nur in der Schilddüse gebraucht wird und auch nur dort gespeichert werden kann?
Die erhöhten Werte in der Organen ist in dieser Dissertation nachzulesen: http://edoc.ub.uni-muenchen.de/archive/00001402/01/Borger_Claudia.pdf
auf Seite 84
LG
Wachteline
So wie Du das schreibst wird Jod nur in der Schilddrüse gespeichtert.
Verstehe ich es dann richtig? Wenn Masttiere mit hohen Joddosen gefüttert werden, sich die Jodkonzentration in deren Organen nur kurzzeitg erhöht? Und das würde dann auch bedeuten, würde man diese Tiere anschließend wieder mit "normalem" Futter füttern (ohne zusätzliches Jod), daß diese hohen Jod-Konzentrationen sofort wieder zurückgehen?
Hallo Wachteline,
genau so ist es! Da aber Schlachttiere ja nicht 1-2 Wochen vor der Schlachtung auf jodarme Diät gesetzt werden, enthält ihr Fleisch natürlich noch die volle Jodkonzentration. Dasselbe gilt auch für die Milch von Milchvieh. Würde man das Futter umstellen, würde der Jodgehalt in der Milch rapide abnehmen - wobei Jodid ja in der Milch besonders konzentriert wird, um den Nachwuchs optimal mit diesem Spurenelement zu versorgen. In der Milch würden die Jodkonzentrationen es also wahrscheinlich langsamer zurückgehen als im Muskelfleisch.
Was ich aber trotzdem nicht verstehe, wie und warum kommt denn das Jod überhaupt dahin (Muskelgewebe, Leber u.s.w.), wenn es eigentlich nur in der Schilddüse gebraucht wird und auch nur dort gespeichert werden kann? Jodid ist ein wasserlösliches Ion, das sich entlang eines Konzentrationsgefälles per Diffusion im ganzen Gewebe verteilt (= passiver Transport) - nicht nur in den Geweben, in denen es aktiv angereichert wird (per Natrium-Iodid-Symporter). Wenn also mehr Jodid im Blut ist, als in den durchbluteten Geweben, steigt die Konzentration in den Geweben so lange an, bis die Konzentrationsunterschiede ausgeglichen sind. Ist die Konzentration im Blut irgendwann wieder geringer als im Gewebe (durch Ausscheidung über die Nieren oder aktiven Transport in die SD und andere aktiv Jod anreichernde Organe/Gewebe, dann "fließt" Jodid in umgekehrter Richtung wieder zurück aus den Geweben ins Blut. Das nennt man ein Verteilungsgleichgewicht. Man findet das auch bei allen Medikamenten, die ja letztlich nirgends vom Körper "gebraucht" werden und in den meisten Fällen auch nirgends gespeichert werden. Aspirin z.B. verteilt sich gleichmäßig in allen Geweben und geht nicht gezielt an die Stelle des Schmerzes oder der Entzündung.
Man kann sich das vielleicht auch ähnlich wie einen Schwamm vorstellen. Liegt dieser in einer Pfütze mit Wasser, saugt er sich voll. Ist die Pfütze weg, sickert das aufgesogene Wasser aus dem Schwamm wieder raus. Normales Gewebe speichert Jodid also eher wie ein Schwamm - nur solange von außen etwas nachkommt.
Die erhöhten Werte in der Organen ist in dieser Dissertation nachzulesen: http://edoc.ub.uni-muenchen.de/archive/00001402/01/Borger_Claudia.pdf
auf Seite 84
Danke, hier steht es weitaus klarer als im Link von Norbert:
Jod gehört zu den essentiellen Spurenelementen und liegt im menschlichen Körper zu 2 x 10-5 % des Körpergewichtes oder in einer Größenordnung von 15 - 20 mg vor. Seine biologische Halbwertszeit bezogen auf die Schilddrüse beträgt 138 Tage, für verschiedene andere kritische Organe 7 - 14 Tage.
Die 138 Tage gelten also wie gesagt NUR für das in der Schilddrüse organifizierte Jod. Die Jod-Werte für Schweinefleisch und Innereien in der Tabelle auf Seite 84 finde ich übrigens weder besorgniserregend noch überraschend. Trotz sehr hoher Jodzufuhr von bis zu 8 mg/kg Futter waren die Jodkonzentrationen in den Geweben max. 2-3 mal höher als in den Kontrollen ohne Jodzusatz im Futter. Im Muskelfleisch war der Anstieg sogar unter 50%. Dass die Werte in der Leber und den Nieren am höchsten sind, überrascht auch nicht weiter, da v.a. dort die Schilddrüsenhormone umgebaut und abgebaut werden - wobei Jod wieder frei wird (Dejodierung, z.B. T4 → T3).
Liebe Grüße
Mic
Man kann sich das vielleicht auch ähnlich wie einen Schwamm vorstellen. Liegt dieser in einer Pfütze mit Wasser, saugt er sich voll. Ist die Pfütze weg, sickert das aufgesogene Wasser aus dem Schwamm wieder raus. Normales Gewebe speichert Jodid also eher wie ein Schwamm - nur solange von außen etwas nachkommt.
@Mic
Ich frage mich ernsthaft warum ich bei dir noch nicht in Behandlung bin!!!
Zum Thema Jodentgiftung kann ich die Erfahrung von Sabinchen nur bestätigen. Der "Zeitplan" nach Jodvermeidung war ungefähr folgender:
nach 1 Woche - erste Besserung
nach 3 Monaten - absolute Sicherheit der Besserung mit Stabilität
nach 1 Jahr - Zustand von gefühlter Gesundheit
Daß da ein irgendwelcher Mangel von Antioxidanzien oder Spurenelementen vorhanden gewesen sein könnte und an den Beschwerden schuld sein könne, ist, entschuldige meine Wortwahl, natürlich Blödsinn. Dies war ja bei mir mein allererster Gedanke.
Instinktiv empfand und vermutete ich eine Vergiftung. Auf Jod als Ursache wäre ich mein Lebtag nicht mit logischem Überlegen gekommen.
Aber weil ich dir gerne auch noch was zur Info geben möchte mache ich es kurz:
Jod und Karzinogenese
1. Schilddrüse, Magenmukosa und die Brustdrüse während Schwangerschaft und Stillzeit weisen als Gemeinsamkeit eine hohe Fähigkeit zur Jodkonzentration und eine hohe Peroxidaseaktivität auf. Eine Rolle von Jod bei der Karzinogenese dieser Organe wird diskutiert.
2.
Jodmangel und Jodexzeß werden als Tumorpromotoren und Karzinogene in der Schilddrüse betrachtet
3.Jod in exzesssiven Mengen (> 2 mg) hemmt die Jodidpumpe und die Funktion einiger jodkonzentrierender Organe wie Schilddrüse, Magen und Speicheldrüsen. Die exzessive Zufuhr über lange Zeiträume führt zu degenerativen, nekrotischen und auch neoplastischen Veränderungen, die in der Schilddrüse gut bekannt sind. Eine mögliche Rolle von Jodexzeß bei der Entstehung von Magenkrebs sollte näher untersucht werden angesichts der Tatsache, dass die Küstenbewohner von China und Japan, die die weltweit höchste Sterblichkeit an Magenkrebs aufweisen, durch den Verzehr von jodreichen Meeresalgen exzessive Jodmengen (bis zu 200 mg täglich) zu sich nehmen.
... dass neben der bekannten Funktion von Jod für den Schilddrüsenstoffwechsel und das Kropfwachstum weitere bisher weitgehend unbekannte bzw. nicht beachtete (extrathyreoidale) Jodwirkungen existieren, für deren biologische Relevanz zahlreiche Indizien sprechen, die im folgenden näher erörtert werden. Diese extrathyreoidalen Wirkungen entsprechen der archaischen Rolle von Jodid als Antioxidans auch bei höher entwickelten Lebewesen und münden in einer möglichen Rolle von Jod bei der Karzinogenese zahlreicher, insbesondere jodspeichernder Organe.
Mahlzeit!
@Mic
Ich frage mich ernsthaft warum ich bei dir noch nicht in Behandlung bin!!!
Hallo Karlchen!
Einfache Antwort: weil ich weder Arzt noch Heilpraktiker bin und ergo niemanden behandle. ;)
Ich bestreite ja nicht, dass du und Sabinchen wirklich monatelange Jodabstinenz brauchtet, um euch wieder halbwegs gesund zu fühlen. Auch nicht, dass dies Folge eines Jodexzesses gewesen sein kann. Aber es sind eben die durch den Jodexzess verursachten Folgeschäden, die einen so lange belasten und wohl nicht das Jod selber. Denn nach dem derzeitigen Stand des Wissens und den publizierten Untersuchungen besitzt anorganisches Jod eine Halbwertszeit von max. 1-2 Wochen. Länger im Körper bleibt nur organifiziertes Jod (SD-Hormone und Vorläufer sowie Jodlipide und Jodlactone), welches hauptsächlich in der Schilddrüse produziert und gespeichert wird.
Aber weil ich dir gerne auch noch was zur Info geben möchte mache ich es kurz Karlchen, es ist ja nett von dir, dass du mir Infos zukommen lassen möchtest. Allerdings kenne ich diese Infos bereits und - soweit mir bekannt - war ich auch der erste hier im Forum, der auf diese Seite verlinkte. Bereits im September letzten Jahres habe ich in einem eigenen Thread auf diese hervorragende neue Informationsseite hingewiesen: http://www.ht-mb.de/forum/showthread.php?t=1056676
Die von dir zitierten Passagen erreicht man direkt hier: www.trace-elements.de/Service/Jod/Biologische_Jodwirkungen/biologische_jodwirkungen.html (http://www.trace-elements.de/Service/Jod/Biologische_Jodwirkungen/biologische_jodwirkungen.html)
Allerdings ist mir unklar, worauf du damit hinauswolltest, denn dort steht letztlich nichts anderes, als das bereits von mir gesagte - nur noch weiter ins Detail vertieft.
Darüberhinaus ist es nicht nur für andere Leser hier sinnvoll und hilfreich, zu zitierten Texten stets die Quelle anzugeben oder zu verlinken - die Forenregeln schreiben das auch in Bezug auf das Urheberrecht so vor! Wäre also lieb, wenn du das das nächste Mal auch so beherzigen würdest. :)
Liebe Grüße
Mic
[QUOTE=Mic;1476446 Wäre also lieb, wenn du das das nächste Mal auch so beherzigen würdest. :)
[/QUOTE]
Mach´ich!:)
Danke euch beiden!!
Kann man denn das Jod beim Ausleiten aus dem Körper irgendwie unterstützen?
Liebe Grüsse
Schnuppel
Vor ein paar Jahren gab es die Empfehlung, Jod mit Melissentee auszuleiten.
Brennnessel und Stiefmütterchen entgiften auch, aber....... Stiefmütterchen enthält auch ein wenig Jod und soll beim Speichern von Jod behilflich sein (habe in einer fremdsprachigen Zeitschrift gelesen). Ob das stimmt, weiß ich nicht.
Schaue mal auch hier (Stichwort Melisse und Alkohol):
http://www.jodkrank.de/Behandlung/behandlung.html
"Allgemein
70 % des im menschlichen Körper gespeicherten Jodids befinden sich in der Schilddrüse. Die Schilddrüse nimmt 40 bis 70% des vollständig aus der Nahrung resorbierten Iodids gegen das Konzentrationsgefälle auf."
Quelle: http://www.wellness-gesund.info/heilpflanzenlexikon/Jod/Jod.html
Und wo stecken die restlichen 30 %?
LG
Vita
"Allgemein
70 % des im menschlichen Körper gespeicherten Jodids befinden sich in der Schilddrüse. Die Schilddrüse nimmt 40 bis 70% des vollständig aus der Nahrung resorbierten Iodids gegen das Konzentrationsgefälle auf."
Quelle: http://www.wellness-gesund.info/heilpflanzenlexikon/Jod/Jod.html
Und wo stecken die restlichen 30 %?
Die stecken in meinen Antworten weiter oben. http://hpu-info.gmxhome.de/images/10.gif
Liebe Grüße
Mic
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