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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Akuter Schlaganfall - worauf achten?



Barbara J.
13.01.06, 10:49
Hallo zusammen,
der Mann einer Freundin, 52 Jahre, Hypertoniker, hatte diese Nacht einen Schlaganfall. Sein Zustand: er kann sprechen, Gesicht ist nicht beeinträchtigt, aber die linke Körperseite ist komplett gelähmt. Kurz zur Vorgeschichte - als Bluthochdruckpatient bekommt er einen Medikamentencocktail. In allen steht "Nasenbluten" als mögliche Nebenwirkung. Seit MONATEN hatte er fast täglich Nasenbluten, aber in fürchterlichen Ausmaßen. Er lief von Pontius bis Pilatus - MRT, CT, Endoskopie. Nichts gefunden. Auf Nebenwirkungen der Medis kam kein Arzt. In einem seiner letzten Befunde die ich gesehen hatte war der Hb unter Norm. Ich habe zu Eiseninfusionen geraten. Sein Arzt hat den hohen Blutverlust und in Folge Anämie nicht für behandelbar erachtet. Ich weiß nicht ob es da einen Zusammenhang gibt. Kann das sein? Nun liegt er im KH - bekommt Blutverdünner etc. pp. Da weder ich noch meine Freundin uns mit dem Thema Schlaganfall - Akut- und Nachbehandlung groß auseinander gesetzt haben, dachte ich mir: Hier sind so viele Leute, vielleicht kann eine/r gute Hinweise geben...
LG, Barbara, Violetta und Peter

Ingma
13.01.06, 10:57
Gibt es in der Klinik eine spezielle "Stroke unit" (spezielle Schlaganfall-Abteilung)? Wichtig sind beim Schlaganfall die ersten Tage! Was da nicht therapeutisch in die Wege geleitet wird, kann man nachher nur mit Riesen-Aufwand - wenn überhaupt - wieder in Ordnung bringen. Da bei Schlaganfall nichts "weh tut", wird meist die Dringlichkeit des Handlungsbedarfs völlig unterschätzt.
Hätte ich noch einmal die Möglichkeit, die "Tage danach" bei meiner Oma (auch Schlaganfall mit linksseitiger Lähmung, schwere Hirnschäden) zu organisieren, dann würde ich veranlassen, sie in eine Klinik mit "stroke unit" zu verlegen.

Ich drück die Daumen!

lg Ingma

Barbara J.
13.01.06, 11:15
Danke Ingma - wir kümmern uns sofort darum!

Er liegt auf jedenfall in einer Klinik ohne Stroke Unit. Die Uniklinik in Köln hat eine solche Abteilung. Dort haben sie aber wohl schon im Krankenwagen abgelehnt - haben ihn nicht aufnehmen können... (Fallpauschale!?)

LG, Barbara

Ingma
13.01.06, 11:17
Ich habe mal gehört, dass eine Uniklinik niemenden ablehnen darf??? Bin jetzt verwirrt.

lg Ingma

Cora
13.01.06, 12:02
Hallo Barbara!

Ich denke Ingma hat alles wirklich Wichtige gesagt, schließe mich dem voll an, WICHTIG sind auf jeden Fall die ersten Tage!

Da muß bereits alles Notwendige laufen, wie physikalische und medikamentöse Therapie, vieles ist oft durch die Erstbehandlung nach Apoplex rückläufig.

Das mit der Uniklinik verwundert mich auch :confused:

Alles Gute

Cora

Uschi K.
13.01.06, 12:02
ich kann nicht begreifen das die Ärzte keinen Handlungsbedarf gesehen haben.
Ich war in meinem früheren Beruf Krankenschwester und Nasebluten ist immer ein Zeichen von extrem hohem Blutdruck.

Ich kann mich noch sehr gut an einen Pat erinnern der auch unter Bluthochdruck litt sodass im förmlich das Blut aus der Nase schoss. Wir mussten sogar Tamponaden anlegen. Immer wenn er extremes Nasenbluten hatte und wir den Blutdruck geprüft haben , war dieser extrem hoch.

Meine Frage wäre ob unter den Medis die er vor dem Schlaganfall nahm auch ASS war (Aspirin) das führt nämlich auch zu erhöhter Blutungsneigung.

Im übrigen ist extrem hoher Blutdruck auch immer ein Risikofaktor für einen Schlaganfall.

LG
Uschi

Margarete
13.01.06, 14:11
Hallo,

ich würde auch jetzt noch darauf bestehen, dass der Mann in eine "Stroke-Unit" verlegt wird, die Deutsche Schlaganfallhilfe hat jahrelang dafür gearbeitet, dass mehr davon flächendeckend in ganz Deutschland eingerichtet werden, weil sie eben speziell dafür eingerichtet sind und die besten Untersuchungsmethoden dafür haben. Falls es wieder passeirt, sofort 112 wählen und darauf bestehen, nicht die ersten Tage, sondern allerhöchstens die ersten 3 Stunden sind möglicherweise entscheidend dafür, wie jemand nach einem Schlaganfall den Rest seines Lebens verbringen muss.

http://www.schlaganfall-hilfe.de/

Alles Gute
M.

c.schnuffelblau
13.01.06, 14:55
Hallo Barbara,
über die erste Zeit wurde ja schon was gesagt. Die nachfolgende Zeit ist aber auch wichtig. Das Üben. Krankengymnastik z.B. Aber auch das alleinige Üben des Patienten und mit Angehörigen. Man hat nur ein gewisses Zeitfenster um andere Nervenbahnen zu trainieren die zerstörten Nerven zu ersetzen.
Als Faustregel gilt: was man in einem Jahr nicht wieder erlernt hat, bleibt verschwunden.
Wie man am besten übt, da sollte man sich eben genau informieren und es sich erklären lassen.
LG, Christiane

Barbara J.
18.01.06, 12:42
Danke noch mal an alle die uns zum Thema hilfreiche Dinge zugeschustert haben!

Der Mann meiner Freundin kommt morgen in eine ausgezeichnete Reha-Einrichtung. Mit Hilfe Eurer Links und Tipps hat sie vorher sehr gut gewußt was sie zum Wohle ihres Mannes einfordern muß. Er hat auch gleich entsprechende Bewegungsübungen durchführen müssen.

Hat nicht jemand noch eine Idee zu: Hb unter Norm - Anämie - Schlaganfall?
Muß mal googeln...

Zu der Geschichte mit der Uniklinik noch abschliessend ein Wort: die Stroke-Unit in der Uni war voll belegt, daher konnte er nicht dort hin transportiert werden. Zuerst dachten wir es hätte mit den Fallpauschalen zu tun. Es ist ja so, das Krankenhäuser bspw. Unfallopfer ablehnen, weil man im Vorfeld nicht sagen kann ob die Fallpauschale die Kosten deckt...

LG, Barbara