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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : "Mikro-Osteopathie"?



ibeji
21.12.05, 13:43
Hallo Ihr Lieben,

ich habe von einer Bekannten die Empfehlung bekommen, es wegen meiner Hashimoto-Thyreoiditis mal mit der sogenannten "Mikro-Osteopathie" zu probieren.

Weiß jemand was das ist, wie das wirkt, und hat jemand Erfahrung mit dieser Methode/Therapieform?

Was meint Ihr?

Im voraus besten Dank!!!!

VlG,
ibeji

Kassandra
21.12.05, 17:17
:)

...vorab gleich: Ich kenne das nicht, kann mir aber unter dem 2. Begriff was vorstellen.

Falls Du Erleichterung haben möchtest u. erreichen willst, daß Dich die Symptome (welcher Art auch immer) vielleicht nicht mehr so piesacken, würde ich das *mitnehmen*, schließlich ist alles erlaubt, was dazu führt, daß man sich besser fühlt. Allerdings kann ich nicht beurteilen, ob das mit dieser Methode erreicht wird oder ob sich da jemand eine goldene Nase verdienen will.

Eine Hashi-Heilung wirst Du nicht erwarten, dazu bist Du zu clever. ;)

LG von Kass :)

gertraud
21.12.05, 17:53
Hallo,

hier ein guter Link zur Osteopathie.

http://osteopathie-institut.de/osteopathische-systeme.html

LG gertraud

ibeji
22.12.05, 09:53
...vorab gleich: Ich kenne das nicht, kann mir aber unter dem 2. Begriff was vorstellen.
Falls Du Erleichterung haben möchtest u. erreichen willst, daß Dich die Symptome (welcher Art auch immer) vielleicht nicht mehr so piesacken, würde ich das *mitnehmen*, schließlich ist alles erlaubt, was dazu führt, daß man sich besser fühlt. Allerdings kann ich nicht beurteilen, ob das mit dieser Methode erreicht wird oder ob sich da jemand eine goldene Nase verdienen will.

Ja, so in etwa diese Richtung gingen auch meine Gedanken, deswegen die Frage an Euch ob da schon jemand etwas darüber weiss oder sogar schon Erfahrung hat damit.

Allerdings möchte ich im Moment vorrangig erst mal alles organische abchecken lassen. Bei mir ist z.B. definitiv Testosteron zu niedrig (kriege von Prof. Hotze deswegen Testogel), aber LH und FSH sind auch extrem niedrig (aber gerade noch in der Norm). Von der persistierenden Müdigkeit (anders als früher vor der Steigerung, aber doch) mal ganz abgesehen, sowie hartnäckige Ekzeme, die nur mit Mühe mit Glukokortikoiden (dingdong, läutet da nicht eine Glocke?!) unter Kontrolle gehalten werden können - ich werde den Verdacht auf NNR-Schwäche nicht los. Da ich ein Prolaktinom habe und LH und FSH so niedrig sind (= Spermienproduktion ist nachweislich gestört), wäre auch eine Hypophysenschwäche denkbar. Ausserdem sind die Leberwerte erhöht und das Bilirubin (Galle? Hämolyse? HPU?) auch.

Das alles will ich zuerst Mal geklärt haben. Wenn da alles gefunden ist und behandelt wird und dann immer noch Beschwerden bestehen, dann wäre alles andere (wie diese ominöse :) Micro-Osteopathie) mal zu Probieren...


Eine Hashi-Heilung wirst Du nicht erwarten, dazu bist Du zu clever. ;)
LG von Kass
Nee, eine Heilung natürlich nicht, aber vielleicht Besserung der Symptome.
Mmmm, bauchpinsel mich noch mehr, das geht runter wie Nutella... ;)

VlG,
ibeji

ibeji
22.12.05, 09:54
Hallo, hier ein guter Link zur Osteopathie.
http://osteopathie-institut.de/osteopathische-systeme.html
LG gertraud

Tausend Dank, werde mich mal dahinein vertiefen!!

VlG,
ibeji

felsen
22.12.05, 12:51
Hallöle,
bei Osteopathen achte bitte darauf dich bei richtig ausgebildeten Osteopathen behandeln zu lassen.
bei uns in deutschland ict der Name leider nicht geschützt.
Das heisst jeder Arzt Heilpraktiker/Krankengymnast kann nach einem Wochenendseminar osteopathich Behandeln.
Ein richtiger Osteopath hat eine 4 jährige Ausbildung und eine Prüfung abgelegt. Hier den link, bei dem du einen Osteopathen in deiner Nähe suchen kannst :)

http://www.osteopathie.de/

Ich habe mich schon bei einem Osteopathen behandeln lassen und war sehr zufrieden. Allerdings hatte ich lediglich Rückenschmerzen, in wie weit das bei unseren Erkrankungen hilft keine Ahnung.

Tja, und was das WWort MIkro vorab heissen soll, noch weniger ne Ahnung, auch google konnte mir da nicht weiter helfen :confused:

Tina3
22.12.05, 19:17
Hallo Ibeji,
Mein Mann und ich hatten beide schon osteopathische Behandlungen. Ich wegen Rückenschmerzen und zum Lösen der Blockaden im Bauchraum; mein Mann nur wegen Letzterem. Man kann damit bei der Frau z.B. regelmäßige Eisprünge ohne Medikamente hervorrufen, beim Mann auch etwas die Samenqualität verbessern. Natürlich kann man keine Wunder erwarten. Aber wenn ich nach 1h Behandlung aufstehe, tut mir endlich mal nichts weh. Also entspannend ist es allemal. Leider auch ganz schön teuer. Der Zusatz "mikro" sagt mir nichts.
LG Tina

sabs
29.12.05, 13:32
hallo ibeji,

ich habe auch schon osteopathische behandlung genossen. es ist wirklich klasse, ich verstehe nicht, warum es nicht von den kassen übernommen wird. ich bin meine migräne-anfälle los geworden und fühle mich einfach fitter.

liebe grüße,
sabine

rita
29.12.05, 16:14
Andrew Taylor Still (1828 - 1917)http://www.jojaonline.com/pix/geschichte/still.jpg

Frontier Land
Die Osteopathie wurde vom amerikanischen Landarzt Andrew Taylor Still entdeckt. Als Sohn eines Methodistenpredigers war er nicht nur mit den Grundlagen der Seelesorge, sondern auch mit einfacher Volksmedizin vertraut. Die ersten Jahrzehnte seines Lebens verbrachte er in der völlig wilden Natur des Grenzlandes zum unberührten Westen. In dieser Zeit intensivster Naturbeobachtung eignete sich Still trotz rudimentärster Schulausbildung ein einzigartiges funktionelles Anatomiewissen an.

Rückschläge
Nach der Rückkehr aus dem amerikanischen Bürgerkrieg, in dem er eine aktive militärische und politische Rolle auf Seiten der Sklavereigegner ausübte, nahm sein Schicksal 1864 eine entscheidende Wende. Nachdem innerhalb weniger Tage drei seiner Kinder einer tödlichen Meningitisepidemie erlagen und kurz darauf auch ein viertes Kind trotz Konsultation der besten Ärzte und Seelsorger der Umgebung an einer Lungenentzündung verstarb, wandte sich Still enttäuscht von der „heroischen Medizin“ und sämtlichen religiösen Institutionen ab, um eine bessere Medizin zu finden. Er begann sich mit den geistigen Strömungen seiner Zeit zu beschäftigen: Den amerikanischen Transzendentalismus, Phrenologie, Mesmerismus, Magnetismus, aber auch Knochensetzen die Medizinreligion der Shawnee-Indianer. Auch hochkomplexe philosophische Abhandlungen, wie jene von Herbert Spencer, dem Begründer der Evolutionstheorie und die aktuellen Entwicklungen in der Europäischen Medizin wurden von Still aufmerksam verfolgt. In dieser Zeit erwarb er sich zudem Kenntnisse im Bereich Mechanik und Elektrizitätslehre. Besonders umstritten war Stills offener Umgang mit dem Spiritismus. Seancen, ein indianisches Medium und die spätere Mitgliedschaft in einer Freimaurerloge zeugen für sein breites Interesse auch in diesem Bereich. Was nur wenige Kritiker zur Kenntnis nehmen wollten: Bei seiner Suche legte der oft exzentrisch auftretende Still für die damalige Zeit strengste wissenschaftliche Maßstäbe an. Alles, was sich in der Praxis umsetzen ließ und allein seinen Patienten dienlich erschien, wurde in sein osteopathisches System integriert, der Rest wurde abgelehnt – und dies vollkommen unabhängig von gängigen Modeerscheinungen, Expertenmeinungen, Überlieferungen oder Fachliteratur. Still verkörperte damit das Idealbild eines neutralen Empirikers.

Die osteopathische Philosophie
Als Ergebnis seiner langen und intensiven Suche hatte Still eine neue Medizinphilosophie entdeckt, deren „Geburt“ Still auf den 22.06.1874 datiert: Die Osteopathie. In ihrem Mittelpunkt stand die vollkommene Schöpfung als Ausdruck und Werk einer nicht zu benennenden höheren Instanz. Einzelne Strukturen und funktionelle Zusammenhänge zwischen und innerhalb von ihnen unterlagen harmonischen Gesetzmäßigkeiten. Diese Überzeugung übertrug Still auf den Mensch. In seinem Konzept des triune man (die dreifach differenzierten Einheit des Menschen), der Einheit aus Körper, Geist und Seele erkannte er einen von der Schöpfung vollkommenen Selbstheilungsmechanismus. Das optimale Funktionieren von „Gottes Apotheke“ hing dabei essentiell von unbehinderter Ver- und Entsorgung des Körpers mit Nervenkraft, Blut und Lymphflüssigkeit ab. Gab es eine Blockierung in diesen Bahnen, musste der Selbstheilungsmechanismus ins Stocken geraten und die betreffenden Organe erkrankten. Das Zentrum der peripheren Versorgung sah Still im Bereich der Wirbelsäule, weshalb er bei den meisten, auch internistischen Erkrankungen gezielt nach deplatzierten Wirbelkörpern suchte. Er ging davon aus, dass diese Fehlstellung umliegende Nerven und Gefäße behinderten, und versuchte sie mit weichen Manipulationen wieder in ihre individuelle Stellung zu bringen. Über die Manipulation eines Knochen (gr. osteon) wurde die Ver- und Entsorgungen gesichert, der Selbstheilungsmechanismus konnte wieder greifen und das Leiden (gr. pathos) wurde positiv beeinflusst. Die Zuführung von Medikamenten betrachtete Still als Beweis für das mangelnde Vertrauen in die Fähigkeiten der Natur und lehnte deren Anwendung ebenso kategorisch ab, wie vorschnelle operative Eingriffe. Nach Still war der Osteopath lediglich ein komplex denkender Mechaniker und die vollkommene Schöpfung der Heiler. Folglich ist der Osteopath niemals direkt für die Heilung verantwortlich, sondern Vermittler zwischen Patient und dem freiem Wirken der Schöpfung.

Späte Anerkennung
Perfektioniert in seinen manuellen Fähigkeiten, sowie ausgestattet mit enormen wissenschaftlichen Allgemeinwissen, tiefsten spirituellen Lebenserfahrungen und unbeirrter Zielstrebigkeit sollte Still schließlich Mitte der 1870er in Kirksville, Missouri, die verdiente Anerkennung erfahren. Aufgrund enormer Behandlungserfolge und der außergewöhnlichen Fähigkeit sein immenses Universalwissens fast spielend funktionell zu vernetzen, breitete sich sein Ruf als „Wunderdoktor“ in der Umgebung rasch aus. Auf Drängen von Patienten und sogar einiger Mediziner gründete Still daraufhin 1892 im Alter von 64 Jahren in Kirksville schließlich die erste osteopathische Ausbildungsstätte der Welt, die American School of Osteopathy (ASO). Der beeindruckende Siegeszug der Osteopathie hatte begonnen.

Die weitere Entwicklung
Eine von American Medical Association 1910 initiierte staatliche Untersuchung sämtlicher medizinischer Ausbildungsstätten Amerikas sollte nur jenen Kandidaten weitere Zuschüsse sichern, die bei einer Evaluation gewisse Kriterien erfüllten. Dabei wurden die Standards der medizinischen Universitäten – einschließlich ihrer materia medica und Pharmakologie – als Grundlage verwendet. Der so genannte Flexner-Report führte dazu, dass sich fast alle osteopathischen Colleges vom ursprünglichen Konzept Stills immer weiter entfernten, um ihr wirtschaftliches Überleben zu sichern. Hier liegt die Ursache, warum manuelle Techniken bei den meisten Osteopathen in den Vereinigten Staaten kaum noch Bedeutung beimessen. Weitaus fataler: Das Kernkonzept des triune man mit der Überzeugung eines vollkommenen und einer spirituellen Instanz untergeordneten Selbstheilungsmechanismus wurde aus der Osteopathie verdrängt. So driftete die Osteopathie unvermeidlich immer mehr Richtung allopathischer Medizin.

Stills späte Jahre
Um den Jahrhundertwechsel widmet sich Still wieder seinen Lieblingsbeschäftigungen: Naturbeobachtungen, innere Weiterentwicklung und geselliger geistiger Austausch. Verehrt von seinen Studenten und Patienten, entfremdet sich seine Fakultät mehr und mehr vom „Old Doctor“. Insbesondere seine beharrliche Ablehnung jeglicher Medikation und seine wieder aufgenommene Forschung im Bereich der Spiritualität stoßen auf Unverständnis. Davon unbeirrt forscht Still vorurteilsfrei weiter und versucht immer tiefer in die Geheimnisse der Osteopathie einzutauchen. 1917, über ein halbes Jahrhundert nach seinem Aufbruch als einfacher Landarzt, stirbt Still als Entdecker einer der bedeutendsten Medizinphilosophien in der Geschichte der Menschheit – der Osteopathie mit dem triune man als Part einer vollkommenen Schöpfung im Mittelpunkt.