Monika
13.09.02, 21:28
Hallo
Habe diese Info in einer Apothekenzeitung gefunden und fand sie interessant.
L.G. Monika
Fibromyalgie:
Schmerzen überall
Fibromyalgie ist eine nicht-entzündliche chronische Schmerzkrankheit mit Beschwerden in den Weichteilen des Bewegungsapparates, also in Muskeln und Sehnen, vor allem in den Sehnenansätzen.
Meist beginnen die Schmerzen in einer bestimmten Körperregion, häufig im Kreuz oder Nacken, erklär Dr. Wolfgang Brückle, Leiter der Internistisch-Rheumatologischen Abteilung der Rheumaklinik in Bad Nenndorf. Von dort breiten sie sich dann immer weiter aus und können schließlich den ganzen Körper durchziehen.
Betroffen sind vor allem gelenknahe Bereiche, etwa um Schultern, Ellbogen, Knie oder Sprunggelenke herum, doch auch am Hinterkopf, an der Kiefermuskulatur und am Brustbein. Körperliche Belastungen, langes Sitzen oder Liegen verstärken die Schmerzen oft, ebenso Nässe oder Zugluft. Charakteristisches Kennzeichen der Fibromyalgie ist zudem, dass bestimmte Stellen am Körper - die so genannten Tenderpoints - außerst empfindlich auf Druck reagieren.
Zusätzlich kann noch eine Vielzahl weiterer Symptome wie z.B. Erschöpfung, Konzentrations- und Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Kreislaufprobleme oder Herzjagen auftreten. Nicht selten kommt es auch - meist als Reaktion auf die Krankheit - zu psychischen Störungen, Depressionen und sozialem Rückzug.
Störung in der Schmerzleistung
Der Entstehungsprozess der Erkrankung ist noch nicht eindeutig geklärt. In den betroffenen Muskeln ist keine Entzündung nachweisbar, und es ist auch nicht kaputt, erläuterte Dr. Brückle. Trotzdem handele es sich nicht um eingebildete Schmerzen: Vermutlich liegt im Zusammenspiel zwischen Muskel und Nervensystem eine Funktionsstörung vor, die vor allem den komplexen Vorgang der Schmerzverarbeitung betrifft.
Schmerzen, die ursprünglich z.B. durch Muskelverspannungen, Bandscheibenprobleme oder auch ein Schleudertrauma entstanden sind, verselbständigen sich und werden nicht mehr nur lokal, sondern am ganzen Körper empfunden. Inzwischen weiß man, dass dies auch mit biochemischen Veränderungen im Hirnstoffwechsel einhergeht: Vor allem der Nervenbotenstoff Serotonin ist oft erniedrigt, während die so genannte Schmerzsubstanz P erhöht ist. Ob diese Stoffwechselstörung allerdings Auslöser oder eher Folge der Erkrankung ist, konnte noch nicht geklärt werden.
Auch was die Ursachen der Erkrankung angeht, tappt die Medizin noch weitgehend im Dunkeln. Vermutet wird eine gewisse genetische Veranlagung. Für einen Einfluss weiblicher Hormone spricht die Tatsache, dass zumeist Frauen betroffen sind und der Erkrankungsbeginn häufig um die Zeit des Klimakteriums liegt. Auch eine bestimmte psychische Grundhaltung scheint eine Rolle zu spielen: Häufig erkranken Frauen, die sehr leistungsorientiert sind und hohe Ansprüche an sich stellen, weiß Dr. Brückle.
Letztendlich ausgelöst bzw. begünstigt wird die Erkrankung - so zeigt die Erfahrung - häufig durch Operationen, Infektionen, Entzündungen oder durch belastende Lebenssituationen.
Selten gleich erkannt
Ein ganz besonderes Problem bei der Fibromyalgie liegt sicherlich darin, dass Ärzte häufig das Krankheitsbild nicht gut genug kennen bzw. dass sie es nicht richtig ernst nehmen. Wenn die üblicherweise durchgeführten Labor- und Röntgenuntersuchungen keine Ergebnisse liefern, werden den Patienten ihre quälenden Beschwerden oft nicht abgenommen, so Dr.Brückle. Mit der Folge, dass die Betroffenen dann weitere (Fach-) Ärzte aufsuchen, die oft ebenfalls nicht Konkretes finden.
Bis die Krankheit dann endlich diagnostiziert wird, vergehen im Schnitt sieben bis acht Jahre, so die Erfahrung der Deutschen Fibromyalgie-Vereinigung. Das ist deswegen so problematisch, weil die Behandlung immer schwieriger wird, je stärker sich die Schmerzen chronifiziert haben.
Therapeutisches Mosaik
Deshalb: Wer die entsprechenden Symptome bei sich feststellt, sollte einen Arzt aufsuchen, der sich mit dem Krankheitsbild Fibromyalgie auskennt, rät Dr.Brückle. Zuständig sind neben den Rheumatologen vor allem auch Schmerztherapeuten.
Die Diagnose ergibt sich aus dem typischen Krankheitsverlauf mit anhaltenden Schmerzen und dem Ausschluss anderer Krankheiten, die ähnliche Beschwerden verursachen. Wichtiges Diagnosekriterium ist zudem, dass mindestens 11 von 18 Tenderpoints druckschmerzempfindlich sind.
Die Therapie gestaltet sich nicht einfach. Denn: Die Pille, die die Krankheit heilt, gibt es leider nicht, weiß der Experte. Doch durch eine Kombination verschiedener therapeutischer Mosaiksteine, so seine Erfahrung, lassen sich die Beschwerden deutlich vermindern.
Eine gewisse Erleichterung ist oft durch Medikamente zu erreichen. So profitiert etwa die Hälfte der Patienten von Antidepressiva. Diese werden hier nicht im ursprünglichen Sinn eingesetzt, sondern weil sie unter anderem den Serotoninstoffwechsel regulieren helfen. Die notwendige Dosis ist hier deutlich niedriger als bei der Therapie von Depressionen.
Schmerzmittel erweisen sich häufig als nicht besonders wirksam. Sind die(Haupt-) Schmerzen lokal begrenzt, können dagegen Injektionen mit einem örtlichen Betäubungsmittel (Lokalanästhetikum) gut und rasch helfen. Auch schmerzstillende Salben oder Gels bringen manchmal Linderung.
Hilfreich sind auch physikalische Anwendungen: Vielen Patienten tut Wärme gut, von der Fangopackung bis hin zur Behandlung in der Infrarot-Wärmekabine. Andere profitieren eher von Kältebehandlungen, z.B. in der Kältekammer. Elektrotherapien, Massagen oder Lymphdrainagen entspannen und entlasten die betroffenen Bezirke und regen den Gewebestoffwechsel an. Unumgänglich sind auch Krankengymnastik bzw. ein vorsichtig dosiertes Bewegungstraining.
Eine besonders wichtige Maßnahme ist die so genannte Patientenschulung, die u.a. umfassende Informationen über die Krankheit beinhaltet. Psychotherapeutische Unterstützung kann bei der Krankheits- und Lebensbewältigung helfen. Denn eine realistisch-positive Einstellung trägt - so die Erfahrung von Frau S und anderen Betroffenen - dazu bei, dass es sich auch mit Fibromyalgie wieder besser leben lässt.
Habe diese Info in einer Apothekenzeitung gefunden und fand sie interessant.
L.G. Monika
Fibromyalgie:
Schmerzen überall
Fibromyalgie ist eine nicht-entzündliche chronische Schmerzkrankheit mit Beschwerden in den Weichteilen des Bewegungsapparates, also in Muskeln und Sehnen, vor allem in den Sehnenansätzen.
Meist beginnen die Schmerzen in einer bestimmten Körperregion, häufig im Kreuz oder Nacken, erklär Dr. Wolfgang Brückle, Leiter der Internistisch-Rheumatologischen Abteilung der Rheumaklinik in Bad Nenndorf. Von dort breiten sie sich dann immer weiter aus und können schließlich den ganzen Körper durchziehen.
Betroffen sind vor allem gelenknahe Bereiche, etwa um Schultern, Ellbogen, Knie oder Sprunggelenke herum, doch auch am Hinterkopf, an der Kiefermuskulatur und am Brustbein. Körperliche Belastungen, langes Sitzen oder Liegen verstärken die Schmerzen oft, ebenso Nässe oder Zugluft. Charakteristisches Kennzeichen der Fibromyalgie ist zudem, dass bestimmte Stellen am Körper - die so genannten Tenderpoints - außerst empfindlich auf Druck reagieren.
Zusätzlich kann noch eine Vielzahl weiterer Symptome wie z.B. Erschöpfung, Konzentrations- und Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Kreislaufprobleme oder Herzjagen auftreten. Nicht selten kommt es auch - meist als Reaktion auf die Krankheit - zu psychischen Störungen, Depressionen und sozialem Rückzug.
Störung in der Schmerzleistung
Der Entstehungsprozess der Erkrankung ist noch nicht eindeutig geklärt. In den betroffenen Muskeln ist keine Entzündung nachweisbar, und es ist auch nicht kaputt, erläuterte Dr. Brückle. Trotzdem handele es sich nicht um eingebildete Schmerzen: Vermutlich liegt im Zusammenspiel zwischen Muskel und Nervensystem eine Funktionsstörung vor, die vor allem den komplexen Vorgang der Schmerzverarbeitung betrifft.
Schmerzen, die ursprünglich z.B. durch Muskelverspannungen, Bandscheibenprobleme oder auch ein Schleudertrauma entstanden sind, verselbständigen sich und werden nicht mehr nur lokal, sondern am ganzen Körper empfunden. Inzwischen weiß man, dass dies auch mit biochemischen Veränderungen im Hirnstoffwechsel einhergeht: Vor allem der Nervenbotenstoff Serotonin ist oft erniedrigt, während die so genannte Schmerzsubstanz P erhöht ist. Ob diese Stoffwechselstörung allerdings Auslöser oder eher Folge der Erkrankung ist, konnte noch nicht geklärt werden.
Auch was die Ursachen der Erkrankung angeht, tappt die Medizin noch weitgehend im Dunkeln. Vermutet wird eine gewisse genetische Veranlagung. Für einen Einfluss weiblicher Hormone spricht die Tatsache, dass zumeist Frauen betroffen sind und der Erkrankungsbeginn häufig um die Zeit des Klimakteriums liegt. Auch eine bestimmte psychische Grundhaltung scheint eine Rolle zu spielen: Häufig erkranken Frauen, die sehr leistungsorientiert sind und hohe Ansprüche an sich stellen, weiß Dr. Brückle.
Letztendlich ausgelöst bzw. begünstigt wird die Erkrankung - so zeigt die Erfahrung - häufig durch Operationen, Infektionen, Entzündungen oder durch belastende Lebenssituationen.
Selten gleich erkannt
Ein ganz besonderes Problem bei der Fibromyalgie liegt sicherlich darin, dass Ärzte häufig das Krankheitsbild nicht gut genug kennen bzw. dass sie es nicht richtig ernst nehmen. Wenn die üblicherweise durchgeführten Labor- und Röntgenuntersuchungen keine Ergebnisse liefern, werden den Patienten ihre quälenden Beschwerden oft nicht abgenommen, so Dr.Brückle. Mit der Folge, dass die Betroffenen dann weitere (Fach-) Ärzte aufsuchen, die oft ebenfalls nicht Konkretes finden.
Bis die Krankheit dann endlich diagnostiziert wird, vergehen im Schnitt sieben bis acht Jahre, so die Erfahrung der Deutschen Fibromyalgie-Vereinigung. Das ist deswegen so problematisch, weil die Behandlung immer schwieriger wird, je stärker sich die Schmerzen chronifiziert haben.
Therapeutisches Mosaik
Deshalb: Wer die entsprechenden Symptome bei sich feststellt, sollte einen Arzt aufsuchen, der sich mit dem Krankheitsbild Fibromyalgie auskennt, rät Dr.Brückle. Zuständig sind neben den Rheumatologen vor allem auch Schmerztherapeuten.
Die Diagnose ergibt sich aus dem typischen Krankheitsverlauf mit anhaltenden Schmerzen und dem Ausschluss anderer Krankheiten, die ähnliche Beschwerden verursachen. Wichtiges Diagnosekriterium ist zudem, dass mindestens 11 von 18 Tenderpoints druckschmerzempfindlich sind.
Die Therapie gestaltet sich nicht einfach. Denn: Die Pille, die die Krankheit heilt, gibt es leider nicht, weiß der Experte. Doch durch eine Kombination verschiedener therapeutischer Mosaiksteine, so seine Erfahrung, lassen sich die Beschwerden deutlich vermindern.
Eine gewisse Erleichterung ist oft durch Medikamente zu erreichen. So profitiert etwa die Hälfte der Patienten von Antidepressiva. Diese werden hier nicht im ursprünglichen Sinn eingesetzt, sondern weil sie unter anderem den Serotoninstoffwechsel regulieren helfen. Die notwendige Dosis ist hier deutlich niedriger als bei der Therapie von Depressionen.
Schmerzmittel erweisen sich häufig als nicht besonders wirksam. Sind die(Haupt-) Schmerzen lokal begrenzt, können dagegen Injektionen mit einem örtlichen Betäubungsmittel (Lokalanästhetikum) gut und rasch helfen. Auch schmerzstillende Salben oder Gels bringen manchmal Linderung.
Hilfreich sind auch physikalische Anwendungen: Vielen Patienten tut Wärme gut, von der Fangopackung bis hin zur Behandlung in der Infrarot-Wärmekabine. Andere profitieren eher von Kältebehandlungen, z.B. in der Kältekammer. Elektrotherapien, Massagen oder Lymphdrainagen entspannen und entlasten die betroffenen Bezirke und regen den Gewebestoffwechsel an. Unumgänglich sind auch Krankengymnastik bzw. ein vorsichtig dosiertes Bewegungstraining.
Eine besonders wichtige Maßnahme ist die so genannte Patientenschulung, die u.a. umfassende Informationen über die Krankheit beinhaltet. Psychotherapeutische Unterstützung kann bei der Krankheits- und Lebensbewältigung helfen. Denn eine realistisch-positive Einstellung trägt - so die Erfahrung von Frau S und anderen Betroffenen - dazu bei, dass es sich auch mit Fibromyalgie wieder besser leben lässt.